Umweltbericht „GEO 3“ über den Zustand der Umwelt
in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

 
   

 

Rund 1.000 Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt haben an dem neuen globalen Umweltbericht „Global Environment Outlook-3“ (GEO-3) mitgearbeitet, der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zum 30jährigen Gründungsjubiläum der UNO-Orga-nisation herausgegeben wurde. In der Studie wird ein eingehender Blick auf die Politik und Umweltauswirkungen der letzten 30 Jahren geworfen; anschließend werden für die nächsten drei Jahrzehnte vier Politikansätze beschrieben und die wahrscheinlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gegenübergestellt und verglichen. Im folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

 

 

GEO-3 1972-2002: Vergangenheit und Gegenwart

Boden - Die stärkste Belastung der Bodenressourcen wird durch die wachsende Erdbevölkerung verursacht: Heute müssen 2,2 Milliarden mehr Menschen ernährt werden als 1972.

In der Region Asien-Pazifik wurden 1972 weniger als 125 Millionen Hektar Land bewässert; heute sind es mehr als 175 Millionen Hektar. Eine zu starke und unsachgemäße Bewässerung führt durch Effekte wie Übersalzung zu einer Degradation des Bodens. Weltweit sind mehr als 10 Prozent der bewässerten Böden - zwischen 25 und 30 Millionen Hektar - in hohem Maße degradiert.

Ein entscheidender Faktor bei der Bodendegradation ist die Erosion. Etwa 2 Milliarden Hektar Boden gelten heute als durch menschliches Zutun degradiert - das entspricht 15 Prozent der gesamten Landfläche der Erde oder einem Gebiet, das größer ist als die USA und Mexiko zusammen.

Etwa ein Sechstel dieser Fläche, nämlich 305 Millionen Hektar Boden, sind „stark oder extrem degradiert“. Extrem degradierte Böden sind so stark geschädigt, dass sie sich nicht mehr sanieren lassen. Die wichtigsten Arten der Bodendegradation sind Wassererosion (56 Prozent), Winderosion (28 Prozent), chemische Degradation (12 Prozent) und physikalische oder strukturelle Degradation (4 Prozent).

Durch Überweidung verschlechtern sich 35 Prozent der Böden, durch Entwaldung 30 und durch Landwirtschaft 27. Der Raubbau an der Vegetation ist in sieben Prozent der Fälle für Degradation verantwortlich und die Industrie in einem Prozent.

Ein Merkmal der letzten 30 Jahre ist der Anstieg der städtischen Landwirtschaft, die in den meisten Haushalten Südostasiens und der pazifischen Inseln praktiziert wird. In der russischen Föderation werden etwa 30 Prozent der Lebensmittel auf drei Prozent Vorstadtboden angebaut. An der städtischen Landwirtschaft beteiligen sich schätzungsweise 65 Prozent der Bevölkerung Moskaus - Anfang der siebziger Jahre lag dieser Anteil noch bei einem Fünftel.

Süßwasser - Weltweit sind etwa die Hälfte der Flüsse in hohem Maße leergefischt und verschmutzt. Von den 227 größten Flüssen der Welt wurden etwa 60 Prozent durch Dämme oder andere Bauarbeiten erheblich oder mäßig fragmentiert.

Zu den positiven Entwicklungen gehören eine Steigerung der Lebensmittelproduktion und Wasserkraft. Gleichzeitig jedoch erlitten Feuchtgebiete und andere Ökosysteme irreparable Schäden, und seit den fünfziger Jahren wurden zwischen 40 und 80 Millionen Menschen zwangsweise umgesiedelt.

Zwei Milliarden Menschen - etwa ein Drittel der Weltbevölkerung - sind auf Grundwasser angewiesen. In einigen Ländern (z. B. in Teilen Indiens, Chinas und Westasiens einschließlich der Arabischen Halbinsel, in der früheren Sowjetunion und im Westen der Vereinigten Staaten) fällt der Grundwasserspiegel wegen zu hoher Wasserentnahme.

Durch übermäßige Trinkwassergewinnung kann Salzwasser in Küstengebiete eindringen. Im indischen Madras zum Beispiel ist das Salzwasser in den letzten Jahren um 10 km landeinwärts gedrungen. Etwa 80 Länder mit 40 Prozent der Weltbevölkerung litten Mitte der neunziger Jahre unter schwerer Wasserknappheit. Noch heute haben etwa 1,1 Milliarden Menschen - vor allem in Afrika und Asien - keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und hygienischen sanitären Einrichtungen.

Gleichzeitig stieg jedoch der Anteil der Menschen, die geklärtes Trinkwasser erhalten, von 4,1 Milliarden (79 Prozent) im Jahr 1990 auf 4,9 Milliarden (82 Prozent) im Jahr 2000.

Die Kosten von Krankheiten, die durch mangelnde Wasserversorgung verursacht werden, gliedern sich wie folgt: Allein von Malaria werden zwei Milliarden Menschen bedroht, von denen jederzeit 100 Millionen erkrankt sind und jährlich bis zu zwei Millionen sterben. An Diarrhöe erkranken jedes Jahr 4 Milliarden Menschen, von denen 2,2 Millionen sterben - das entspricht dem Absturz von 20 Jumbojets täglich. Unter Darmwürmern leiden 10 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern. Etwa sechs Millionen Menschen erblinden an Trachoma, einer ansteckenden Augenkrankheit. Mehr als 200 Millionen leiden an Schistosomiasis, die durch den Saugwurm Bilharzia ausgelöst wird.

Wälder und Artenvielfalt - Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sind die Wälder, die mit 3,866 Milliarden Hektar etwa ein Drittel der Landfläche der Erde bedecken, seit 1990 um 2,4 Prozent geschrumpft. Die größten Verluste waren in Afrika zu verzeichnen, wo im letzten Jahrzehnt 52,6 Millionen Hektar bzw. 0,7 Prozent der Waldfläche verschwunden sind.

Die weltweite Produktion von Rundholz erreichte 3,335 Milliarden Kubikmeter, wovon insbesondere in den Entwicklungsländern etwa die Hälfte als Brennstoff verwendet wurde. Viele kommerzielle Abholzungsmethoden sind mit hohen Schäden verbunden. In Westafrika werden zur Herstellung von einem Kubikmeter Holz zwei Kubikmeter Bäume zerstört.

Bis Ende 2000 wurde für etwa zwei Prozent der Wälder von Organisationen wie dem Forest Stewardship Council eine Bescheinigung über nachhaltige Forstwirtschaft ausgestellt. Die meisten dieser Wälder stehen in Kanada, Finnland, Deutschland, Norwegen, Polen, Schweden und den Vereinigten Staaten; weitere sollen folgen.

Die Mangrovenwälder, die als natürliche Barriere gegen das Meer wirken, Fischen eine Brutstätte bieten und von zahlreichen Zugvögeln zum Nisten und Ausruhen genutzt werden, werden durch Raubbau für Bau- und Brennholz, durch Tourismus und durch küstennahe Bauprojekte bedroht. Mehr als 50 Prozent der jüngsten Schäden an Mangrovenwäldern wurden durch Abholzungen für Krabbenfarmen verursacht.

Der Verlust und die Fragmentierung von Lebensräumen wie Wäldern, Feuchtgebieten und Mangrovensümpfen haben die weltweite Bedrohung der Tierwelt erhöht. Heute gelten beinahe ein Viertel der Säugetierarten (1130) und 12 Prozent der Vogelarten (1183) als weltweit bedroht.

Neben der Klimaveränderung hat sich die Einführung fremder Arten in neue Erdteile als ernsthafte Bedrohung erwiesen. Diese fremden Arten haben in ihrem neuen Lebensraum oft keine natürlichen Feinde und sind den einheimischen Arten beim Kampf um Nahrung und Brutplätze überlegen. 1939 waren weltweit schätzungsweise 497 Süßwasser- und Meeresarten in fremde Biotope eingeführt worden. In der Zeit von 1980 bis 1998 hatte sich diese Zahl auf ca. 2214 fremde Arten erhöht.

Die Gesamtfläche geschützter Gebiete (z.B. Nationalparks) ist von 2,78 Millionen Quadratkilometern im Jahr 1970 auf 12,18 Millionen Hektar im Jahr 2000 gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Anzahl dieser Gebiete von 3392 auf 11.496 gestiegen. Bei einer Untersuchung von 93 Schutzgebieten wurde festgestellt, dass die meisten einen wirkungsvollen Schutz vor Entwaldung bieten; in geringerem Maße konnten auch Probleme wie Abholzung, Jagd, Brände und Überweidung vermieden werden.

Das seit Mitte der achtziger Jahre gültige Moratorium für kommerziellen Walfang hat sich allem Anschein nach als beachtlicher Erfolg erwiesen.

Küsten- und Meeresgebiete - Im Jahr 1994 lebten etwa 37 Prozent der Weltbevölkerung nicht weiter als 60 km von der Küste entfernt - das sind mehr Menschen, als 1950 auf der Erde lebten.

Abwässer sind weltweit nach Volumen bemessen die größte Verschmutzungsquelle. Die Ursachen für die wachsende Abwassereinleitung liegen in einer schnellen Verstädterung, dem Bevölkerungswachstum und einer mangelnden Planung und Finanzierung von Kanalisation und Kläranlagen.

Das Globale Aktionsprogramm des UNEP zum Schutz der Meeresumgebung vor landgestützten Aktivitäten wurde 1995 eingeführt und 2001 überarbeitet. Die Vermeidung von Abwassereinleitung gehört zu den wichtigsten Zielen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Meeresverschmutzung belaufen sich an den Kosten der Erkrankungen von Menschen gemessen auf annähernd 13 Milliarden US-Dollar.

Die Einleitung von Abwässern, der Oberflächenabfluss von Düngern und die Abgase von Pkw, Lkw und anderen Kraftfahrzeugen führen zu einer Anreicherung der Ozeane und Meere mit stickstoffhaltigen Nährstoffen.

Zwischen 1991 und 1992 erlitten die Fischzüchter in der Republik Korea wirtschaftliche Verluste in Höhe von 133 Millionen US-Dollar auf Grund einer toxischen Algenblüte - der so genannten Roten Flut -, die von Nährstoffen ausgelöst wurde. Der Einsatz von Düngemitteln nimmt in den Entwicklungsländern zu, hat sich aber in den entwickelten Ländern stabilisiert.

Zu den weiteren Bedrohungen der Ozeane gehören die Klimaveränderung, Ölverseuchung und die Einleitung bzw. Verklappung von Schwermetallen, nicht abbaubaren organischen Schadstoffen (POPs) und Abfällen. Die Sedimentation durch Bauten, Landwirtschaft und Entwaldung in Küstennähe ist weltweit zu einer großen Bedrohung für Korallenriffs geworden, insbesondere in der Karibik, im Indischen Ozean und in Süd- und Südostasien.

Die Bekämpfung der Meeresverschmutzung gehört zu den vordringlichsten Zielen des UNEP-Aktionsplans zum Schutz regionaler Meere, der seit der Unterzeichnung des Aktionsplans zum Schutz der Regionalmeere des Nördöstlichen Pazifiks im März 2002 für nahezu die gesamte Meeresfläche der Erde gültig ist. Eine Reihe von Ländern unterzeichneten Anfang 2001 das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe („Dirty Dozen“).

Durch Überfischung, die von Subventionen in Höhe von bis zu 20 Milliarden US-Dollar jährlich noch gefördert wird, sind heute knapp ein Drittel der weltweiten Fischbestände erschöpft, werden zu intensiv genutzt oder befinden sich im Stadium der Sanierung.

Atmosphäre - Der Abbau der Ozonschicht, die alle Lebewesen vor schädlichen ultravioletten Strahlen schützt, hat inzwischen Rekordhöhe erreicht. Im September 2000 maß das Ozonloch über der Antarktis mehr als 28 Millionen Quadratkilometer. Das Protokoll von Montreal wurde 1987 angenommen. Die Produktion der wichtigsten ozonschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) erreichte 1988 ihren Höhepunkt und befindet sich heute auf einem äußerst niedrigen Stand.

Zur Unterstützung bei dem Ausstieg aus der Herstellung ozonschädlicher Substanzen erhielten 114 Entwicklungsländer Subventionen in Höhe von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2000 hatte sich der Gesamtverbrauch dieser Chemikalien um 85 Prozent verringert. Es wird erwartet, dass sich die Ozonschicht bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts erholt und wieder das Niveau aus der Zeit vor 1980 erreicht.

Die Konzentration der Kohlendioxide, die zu den wichtigsten Treibhausgasen gehören, beläuft sich momentan auf 370 ppm (parts per million); das sind 30 Prozent mehr als 1750. Auch der Anteil anderer Treibhausgase, wie z.B. Methane und Halone, ist gestiegen.

1998 wurden in der Region Asien-Pazifik 2,167 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, in Europa beliefen sich die Emissionen auf 1,677 Milliarden Tonnen, in Nordamerika auf 1,614 Milliarden Tonnen, in Afrika auf 365 Millionen Tonnen, in Lateinamerika und der Karibikregion auf 223 Millionen Tonnen und in Westasien auf 187 Millionen Tonnen.

1997 unterzeichneten die Industrienationen das Protokoll von Kyoto. Mit diesem Protokoll verpflichten sich die Unterzeichner, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zwischen 2008 und 2012 auf ca. fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gleichzeitig sind so genannte flexible Mechanismen vorgesehen, mit denen die Staaten einige ihrer Emissionen durch Maßnahmen in anderen Ländern ausgleichen können. So sieht zum Beispiel der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung vor, dass der betroffene Staat in einem Entwicklungsland Bäume pflanzt oder Programme zur umweltfreundlichen Stromerzeugung unterstützt.

Nach Schätzungen des Zwischenstaatlichen Expertengremiums für Klimafragen (IPCC) belaufen sich die Kosten zur Umsetzung des Protokolls für die Industriestaaten auf 0,1 - 2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts.


2032: Entscheidungen für die Zukunft

Wir befinden uns an einem Scheideweg und haben unsere Zukunft in der Hand. Von den Entscheidungen, die wir heute und morgen treffen, hängt es ab, in was für einer Umwelt diese und künftige Generationen leben werden.
Im Kapitel „Zukunftsausblick“ von GEO-3 werden vier verschiedene politische Ansätze beschrieben, die in den nächsten 30 Jahren zu verschiedenen Ergebnissen führen würden. Hier stellen wir die beiden Szenarien vor, die sich am stärksten voneinander unterscheiden: Dominanz des Marktes und Dominanz der Nachhaltigkeit.

In einem Szenario wird eine Zukunft beschrieben, die von den Kräften des Marktes bestimmt ist; im anderen Szenario wird die Zukunft durch weit reichende Veränderungen in unseren Wertvorstellungen und unserem Lebensstil, durch entschlossene politische Maßnahmen und durch eine Zusammenarbeit zwischen allen Teilen der Gesellschaft geprägt.

Boden - Unter dem Szenario Dominanz des Marktes sind bis 2032 nahezu drei Prozent der Erdoberfläche bebaut. Der Anteil von Städten und anderen bebauten Flächen fällt in der Region Asien-Pazifik mit mehr als fünf Prozent am höchsten und in Europa mit etwa zwei Prozent am niedrigsten aus. Auch in Afrika und Westasien sind starke Zuwächse zu verzeichnen. Obwohl dieser Prozentsatz für sich alleine genommen gering anmutet, hat die Zunahme an Straßen, Hochspannungsleitungen, Flughäfen und anderen Baumaßnahmen tief greifende Auswirkungen auf die Natur (siehe „Artenvielfalt“).

Unter dem Szenario Dominanz der Nachhaltigkeit steigt der Anteil an bebautem Land generell weiter an, doch in Nordamerika und Europa wird durch eine Politik, die kompaktere Städte und bessere Planung fördert, ein leichter Rückgang auf unter zwei Prozent erreicht.

Süßwasser - Unter dem Szenario Dominanz des Marktes steigt der Anteil der Menschen, die in Gebieten mit schwerem Wassermangel leben, sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen praktisch überall auf dem Erdball. Betroffen sind schätzungsweise 55 Prozent der Erdbevölkerung - ein deutlicher Anstieg gegenüber 40 Prozent im Jahr 2002. Der höchste Anteil an Menschen mit extremer Wasserknappheit befindet sich mit mehr als 95 Prozent in Westasien sowie mit mehr als 65 Prozent in Asien-Pazifik.

Im Szenario Dominanz der Nachhaltigkeit bleibt der Wassermangel in den meisten Regionen auf einem mehr oder weniger konstanten Niveau oder nimmt sogar ab, da die Grundwasserentnahme - insbesondere zu Bewässerungszwecken - durch eine effizientere Wassernutzung gesenkt werden kann. In Westasien bleibt der Anteil der Bevölkerung in Gebieten mit extremer Wasserknappheit bei etwa 90 Prozent; in den Vereinigten Staaten halbiert sich die Zahl auf etwa ein Fünftel der Bevölkerung, und in Europa fällt der Anteil von einem Drittel im Jahr 2002 auf knapp über 10 Prozent im Jahr 2032.

Wälder und Artenvielfalt - Unter dem Szenario Dominanz des Marktes führt die rasche Ausweitung der Infrastruktur mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer wachsenden Zerstörung, Fragmentierung und Störung von Biotopen und Lebewesen. Weltweit könnte mehr als 70 Prozent der Landfläche von diesem Problem betroffen sein; die größten Auswirkungen wären mit beinahe 85 Prozent in Lateinamerika und der Karibikregion zu verzeichnen und die geringsten mit knapp über 50 Prozent in Westasien.

Unter dem Szenario Dominanz der Nachhaltigkeit steigen die Auswirkungen durch Infrastruktur weiterhin an, bis etwa 55 Prozent der Landfläche betroffen sind; bis 2032 tritt jedoch eine Stabilisierung der Situation ein. In Lateinamerika und der Karibikregion sind 2032 knapp unter 60 Prozent des Landes betroffen und in Westasien knapp über 40 Prozent.

Meeres- und Küstengegenden - Die Anreicherung mit Stickstoffen - ein Indikator für die verschiedensten Arten der landgestützten Verschmutzung - steigt unter dem Szenario Dominanz des Marktes in Lateinamerika und der Karibikregion sowie in Asien-Pazifik und Westasien stark an. Zwar verläuft der Anstieg in den Küstengewässern Europas weniger dramatisch, doch die Mittelmeerküste gerät durch eine Kombination aus Städtewachstum, mangelnder Abwasserklärung, Tourismus und intensiver Landwirtschaft unter besonderen Druck. Zu anderen besonders betroffenen Gebieten gehören die Mündungen von großen Flüssen wie Mississippi und Nil.

Unter dem Szenario Dominanz der Nachhaltigkeit führen verbesserte Kläranlagen und die Vermeidung von Oberflächenabfluss dazu, dass die Verschmutzung der Küsten überall mit Ausnahme von Westasien nur geringfügig zunimmt.

Atmosphäre - Im Szenario Dominanz des Marktes steigt der Ausstoß von Kohlendioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe bis 2023 auf ca. 16 Milliarden Tonnen jährlich an. In derselben Zeit steigt die Konzentration in der Atmosphäre auf mehr als 450 ppm und droht bis 2050 auf 550 ppm anzusteigen - doppelt so viel wie vor Beginn der Industrialisierung.

Unter dem Szenario Dominanz der Nachhaltigkeit steigen die Emissionen ebenfalls an, doch durch radikale Änderungen in der Lebensweise und die entschlossene Einführung Energie sparender Technik lässt sich allmählich eine Trendwende herbeiführen. Bis 2032 sinkt der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß auf jährlich unter acht Milliarden Tonnen. Da sich solche Änderungen jedoch im Klima grundsätzlich nur zeitlich verzögert bemerkbar machen, beginnt die Konzentration in der Atmosphäre erst gegen 2050 abzunehmen.

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WEITERE INFORMATIONEN erhalten Sie bei: Nick Nuttall, UNEP-Mediendirektor, Tel.(+254-2) 623084, Mobiltelefon: (+254-733) 632755, E-Mail: [email protected], Robert Bisset. Tel.(+33-1) 44 37-7613, Mobiltelefon: (+33-6) 2272-5842; E-Mail: [email protected]

Siehe auch Pressemitteilung UNIC/487: http://www.uno.de/presse/2002/unic487.htm

Deutsche Übersetzung: Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP).




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