Dienstag, 17 September 2019
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Libyen: Ein erneutes Engagement für Rettungen im Mittelmeerraum ist ermutigend, aber "übergeordnete Priorität" muss "dauerhafter Frieden" sein

Libya EU Flüchtlinge24. Juli 2019 - Die Leiter der beiden UN-Organisationen, die sich für Flüchtlinge und Migranten einsetzen, haben ein Ende der "willkürlichen Inhaftierungen" in Libyen gefordert, nachdem sich die EU-Länder am Dienstag einigen konnten, über das Mittelmeer flüchtende Personen mit Hilfe eines neuen Verteilungsmechanismus Schutz zu bieten.

"Die Gewalt in Tripolis in den letzten Wochen hat die Lage so aussichtslos wie nie zuvor und den Handlungsbedarf kritisch gemacht", betonten António Vitorino, Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), und Filippo Grandi, UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR).

Meinungsverschiedenheiten über die Verteilung von auf See geretteten Menschen veranlassten die EU Anfang diesen Jahres dazu, die amtlichen Mittelmeerpatrouillen zu beenden, da Italien abgelehnt hatte, den Großteil der Geretteten aufzunehmen.

Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten jetzt, dass 14 EU-Mitgliedsstaaten eine vorläufige Vereinbarung getroffen haben, um Migranten und Flüchtlinge gleichmäßiger zu verteilen.

Die UN-Vertreter plädierten für eine geordnetere Freilassung von Inhaftierten in Ortschaften oder offene Zentren, „die angemessene Bewegungsfreiheit, Unterkunft, Unterstützung und Schutz bieten, sowie eine unabhängige Überwachung und einen regelmäßigen ungehinderten Zugang für humanitäre Organisationen“.

Angesichts des Risikos von Missbrauch, Misshandlung oder Tod sollten "keine Personen in libysche Haftanstalten zurückgebracht werden, nachdem sie auf See abgefangen oder gerettet wurden", betonten sie. Die internationale Gemeinschaft solle jede Hebelwirkung nutzen, um die Kriegsparteien im Dialog zusammenzubringen und eine politische Lösung zu finden, die Stabilität und Sicherheit wiederherstellt.

UN: Zerstörung palästinensischer Häuser im Westjordanland ist völkerrechtswidrig

Israel Zerstörung Häuser23. Juli 2019 – Drei hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen haben am Montag in einer Erklärung deutlich gemacht, dass die Zerstörung der Häuser in der palästinischen Gemeinde Sur Bahir durch israelische Behörden nicht mit den „Verpflichtungen Israels unter humanitärem Völkerrecht“ vereinbar sei.

Der Oberste Gerichtshof Israels hat Berichten zufolge geurteilt, die Häuser seien zu nah an der Trennmauer im besetzten Westjordanland gebaut worden und verstießen somit gegen das Bauverbot.

"Unter anderem ist die Zerstörung von Privateigentum in besetztem Gebiet nur dort zulässig, wo dies für militärische Operationen unbedingt erforderlich ist, was nicht zutreffend ist", sagten Jamie McGoldrick, humanitärer Koordinator der Vereinten Nationen, Gwyn Lewis, Direktor der Operationen im Westjordanland des Hilfswerks der UN für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten UNRWA und James Heenan, Leiter des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen in der Region. "Darüber hinaus", so die Erklärung weiter, "führt dies zu Zwangsräumungen und trägt zur Gefahr einer Zwangsumsiedlung bei, mit der viele Palästinenser im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, konfrontiert sind."

Bereits im Jahr 2004 entschied der Internationale Gerichtshof (IGH) gegen den Bau der israelischen Barriere und stellte fest, dass die Teile im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem - einschließlich der Häuser von Sur Bahir - „nicht durch militärische Erfordernisse gerechtfertigt werden können und somit gegen die Verpflichtungen von Israel nach internationalem Recht verstoßen“.

Auch forderte die UN-Generalversammlung Israel in einer Resolution vom 20. Juli 2004 dazu auf, seinen rechtlichen Verpflichtungen gemäß dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs nachzukommen.

Inklusiver Frieden in Afghanistan bedeute „Frauen im Zentrum“, fordert die stellvertretende UN-Generalsekretärin in Kabul

AfgUNAMADie stellvertretende UN-Generalsekretärin, Amina Mohammed, hat am Sonntag mit Leidenschaft die Afghanen aufgefordert, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen und "Frauen in den Mittelpunkt“ aller Bemühungen um einen dauerhaften Frieden und einen integrativen politischen Prozess zu stellen, in dem die Stimmen der Frauen gehört werden.

Amina Mohammed sprach mit Journalisten in der Hauptstadt Kabul, nachdem sie eine Delegation hochrangiger UN-Vertreterinnen im Rahmen einer intensiven zweitägigen „Solidaritätsmission“, die sich auf Frauen, Frieden und Sicherheit konzentrierte, angeführt hatte.

Die stellvertretende Generalsekretärin sagte, sie seien vor den wichtigen Präsidentschaftswahlen gekommen, die Ende September stattfinden sollen, aber auch um Unterstützung für einen Friedensprozess zu leisten, „der für die Zukunft und für die Nachhaltigkeit aller Bemühungen und Bestrebungen der Regierung und der Bevölkerung Afghanistans von entscheidender Bedeutung ist.“

UNICEF fordert nachdrücklich eine „Umstellung“ familienfreundlicher Arbeitspolitik, um „enorme“ Vorteile zu erzielen

UN News graph 1919. Juli 2019 - Da die „frühesten Lebensjahre“ von entscheidender Bedeutung sind, hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) am Freitag eine Liste neuer familienfreundlicher Gesetzesempfehlungen veröffentlicht.

Laut Henrietta Fore, der UNICEF-Exekutivdirektorin, bräuchten wir „eine Umstellung der Art und Weise, in der Unternehmen und Regierungen in Strategien und Praktiken investieren, die neben der gesunden Gehirnentwicklung auch die Bindung zwischen Eltern und Kindern stärken – und dabei enorme soziale und wirtschaftliche Vorteile erzielen“.

Richtlinien wie bezahlter Elternurlaub, Stillpausen und erschwingliche Kinderbetreuung sind jedoch für die meisten Eltern weltweit nicht verfügbar. Familienfreundliche Politik: Die Neugestaltung des Arbeitsplatzes der Zukunft umreißt die neuesten Erkenntnisse und Empfehlungen, die die Grundlage für gesunde Entwicklung, Erfolg und Armutsbekämpfung bilden.

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