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UN-Flüchtlingshilfswerk: Fast 180.000 Menschen in Nordosten Syriens vertrieben

23. Oktober 2019 - Screenshot 3Nach fast zweiwöchigen Kämpfen im Nordosten Syriens mussten nach Schätzungen des humanitären Flügels der Vereinten Nationen rund 180.000 Menschen ihre Häuser oder Unterkünfte verlassen. Unter ihnen sind 80.000 Kinder, die dringend humanitäre Hilfe benötigen.

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichtete am Dienstag, dass die Luftangriffe und eine Bodenoffensive, die am 9. Oktober gegen Kurden hinter der Grenze gerichtet war, trotz eines fünftägigen Waffenstillstands „bedeutende humanitäre Auswirkungen“ gehabt haben.

Wichtige zivile Infrastruktur sei beschädigt worden. Zusätzlich zu einer wichtigen Wasserstation, die aufgrund eines Stromleitungsschadens nicht mehr betriebsbereit ist, seien mindestens vier medizinische Einrichtungen betroffen. Seit Dienstag bekommt rund die Hälfte der Betroffenenen wieder Trinkwasser, während der Rest in den kommenden Stunden und Tagen Zugang erhalten wird.

Die Vereinten Nationen und ihre Partner erhöhen ihre lebensrettenden Hilfemaßnahmen, trotz anhaltender Sicherheitshindernissen. In Raqqa und Hasakeh sollen Decken und Essensrationen rund 580.000 Zivilisten erreichen. Es werden auch Anstrengungen unternommen, wichtige Dienste vor dem Winter zur Verfügung zu stellen.

75 Prozent der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder

Die gefährliche Situation vor Ort hat Tausende dazu gezwungen in den benachbarten Irak zu fliehen, wo seit letzten Montag laut UNHCR mehr als 7.100 syrische Flüchtlinge angekommen sind.

Fast alle von ihnen haben in dem Flüchtlingslager Bardarash Schutz gesucht, das etwa 140 Kilometer östlich der Grenze liegt.

Rund drei Viertel der syrischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder, von denen einige psychosoziale Betreuung und Unterstützung benötigen, nachdem sie Explosionen und Bombardierungen miterlebt haben und inmitten der Kämpfe in Angst leben mussten.

UNHCR und seine Partner haben sie mit warmen Mahlzeiten, Unterkünften und Schutzdiensten versorgt. Zudem haben sie die Identifizierung unbegleiteter Kinder und Personen mit besonderen Bedürfnissen organisiert.

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