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Über 90 Prozent der Migranten aus Afrika würden trotz der Risiken die gefährliche Reise nach Europa wiederholen

21. Oktober 2019 - news article 211019 ILaut einer bedeutenden Migrationsstudie der Vereinten Nationen, die am Montag veröffentlicht wurde, würden 93 Prozent der Afrikaner, die auf irreguläre Wege in europäische Länder reisten, dies trotz der oft lebensbedrohlichen Gefahr erneut tun.

Ziel der Studie des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) ist, herauszufinden, warum diejenigen, die sich in die Hände von Menschenschmugglern und in andere gefährliche Situationen begeben, um Grenzen zu überschreiten, überhaupt entscheiden ihre Heimat zu verlassen und dabei offizielle Einwanderungsverfahren zu vermeiden.

Der Bericht, für den 1.970 Migranten aus 39 afrikanischen Ländern in 13 europäischen Ländern befragt wurden, die angegeben hatten, auf irregulärem Wege und nicht aus asyl- oder schutzbedingten Gründen nach Europa gekommen zu sein, gelangt zu unerwarteten Ergebnissen.

Migranten haben oft feste Jobs, sind besser ausgebildet

Der Bericht stellt fest, dass ein Arbeitsplatz nicht die einzige Motivation für den Umzug war, sowie dass nicht alle irregulären Migranten in Afrika „arm“ waren oder ein niedrigeres Bildungsniveau hatten. Rund 58 Prozent der Befragten waren zum Zeitpunkt ihrer Ausreise entweder angestellt oder in der Schule, wobei die Mehrheit der Werktätigen konkurrenzfähige Löhne erhielten.

Aber etwa die Hälfte der Werktätigen gab an, nicht genug verdient zu haben.

Die „Scham“ ihre Familien nicht versorgen zu können hält afrikanische Migranten in Europa

Ein wesentlicher Faktor dafür, dass Migranten in Europa bleiben und arbeiten, sei, dass sie „Scham“ empfinden, wenn ihre Mission genügend Geld nachhause zu schicken nicht erfüllt wurde, so das UNDP.

Etwa 53 Prozent der Befragten hatten Unterstützung von Familie und Freunden erhalten, um auszureisen, und etwa 78 Prozent schickten von Europa aus Geld zurück.

In dem Bericht wurden auch wesentliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die Migrationserfahrung festgestellt. Ein geschlechtsspezifischer Lohnunterschied, der Männern in Afrika zugute kommt, "kehrt sich in Europa um. Frauen verdienen in Europa im Durchschnitt 11 Prozent mehr, während sie zuvor in Afrika 26 Prozent weniger als Männer verdienten", sagte das UNDP.

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