Dienstag, 17 September 2019
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Ein Drittel der von den UN befragten Jugendlichen gibt an, Opfer von Online-Mobbing zu sein

bullying UNICEF4. September 2019 - Rund jeder dritte Jugendliche in 30 Ländern hat angegeben, online gemobbt worden zu sein, während jeder fünfte angegeben hat, dass er die Schule deswegen geschwänzt hat.

Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse einer neuen Umfrage, die am Mittwoch vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für Gewalt gegen Kinder veröffentlicht wurde.

Fast drei Viertel der Jugendlichen äußerten sich anonym über das Jugend-Engagement-Tool U-Report und gaben an, dass soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter der häufigste Ort für Online-Mobbing sind.

Mehr als 170.000 13- bis 24-Jährige nahmen an der Umfrage teil, darunter junge Menschen aus allen Teilen der Welt. Rund 32 Prozent der Befragten waren der Ansicht, dass Regierungen das Cybermobbing beenden sollten, 31 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Jugendlichen selbstdie Belästigungen beenden sollen, und 29 Prozent gaben an, dass Internetunternehmen die Hauptverantwortung tragen.

"Eine der Schlüsselbotschaften, die wir aus ihren Ansichten ersehen können, ist die Notwendigkeit der Einbeziehung und Partnerschaft von Kindern und Jugendlichen", sagte Najat Maalla Mjid, UN-Sonderbeauftragter des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder.

Die Umfrageergebnisse stellen auch die Vorstellung in Frage, dass Cybermobbing besonders  unter Klassenkameraden aus wohlhabenderen Schichten auftrete. So gaben 34 Prozent der Befragten in Afrika an, Opfer von Online-Mobbing geworden zu sein. Und 39 Prozent gaben an, über private Online-Gruppen in der Schulgemeinschaft Bescheid zu wissen, in denen Kinder Informationen über Gleichaltrige austauschen, um Mobbing zu betreiben.

Im Rahmen der UNICEF-Kampagne gegen Gewalt in und um Schulen haben Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt 2018 ein Jugendmanifest verfasst, in dem Regierungen, Lehrer, Eltern und alle anderen dazu aufgerufen wurden, die Gewalt zu beenden und dafür zu sorgen, dass sich die Schüler in und um ihrer Schule sicher fühlen.

Um Mobbing und Gewalt im Internet zu beenden, fordert UNICEF Behörden weltweit auf folgendes zu tun:

Implementierung von Mobbing- und Cyberbullying-Richtlinien.

Einrichtung nationaler Sorgentelefone für Kinder und Jugendliche.

Förderung ethischer Standards und Praktiken bei Anbietern sozialer Netzwerke.

Sammlung besserer Beweise über das Online-Verhalten von Kindern und Jugendlichen zur Verbesserung von Richtlinien und Leitlinien.

Lehrer- und Elternschulungen zur Bekämpfung von Cybermobbing und Mobbing, insbesondere für schutzbedürftige Gruppen.

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