Sonntag, 20 Oktober 2019
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UN-Nothilfekoordinator fordert Sicherheitsrat auf „das Gemetzel in Syrien zu stoppen“

Syrien OCHA31. Juli 2019 – Mark Lowcock, UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, hat vor dem Sicherheitsrat erklärt, dass in Syrien seit Ende April mindestens 450 Zivilisten getötet worden sind - darunter mehr als 100 allein in den letzten zwei Wochen.

Bombenanschläge und Beschuss in Syrien seit mehr als 90 Tagen durch die Regierung und Russland haben zu "einem Gemetzel in der sogenannten Deeskalationszone" von Idlib geführt, teilte der UN-Nothilfekoordinator dem Rat mit.

Über 440.000 Menschen wurden vertrieben, Dutzende Zivilisten wurden getötet oder verletzt, als die vom Rat als Terroristen klassifizierte Gruppe Hayat Tahrir al-Sham und die mit ihnen verbundenen nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen beschossen wurden. "Wir sehen Videos von Explosionen, zerstörten Gebäuden, verbrannten Körpern und schreienden Kindern", berichtete er.

Thema vor dem Rat war auch das Deeskalationssystem der humanitären Organisationen, das OCHA mit Informationen versorgt um „statische zivile Standorte oder humanitäre Bewegungen“ zu identifizieren. Lowcock teilte dem Sicherheitsrat mit, dass diese Koordinaten mit den Internationalen Koalitionsstreitkräften, der Türkei und Russland geteilt werden.

Die Frage, ob diese Informationen zum Schutz von zivilen Einrichtungen genutzt werden oder verwendet werden, um diese Einrichtungen gezielt anzugreifen, sei "äußerst wichtig", betonte er. Der Chef für humanitäre Angelegenheiten schlussfolgerte, dass das "System derzeit keinen wirksamen Beitrag zum Schutz von Zivilisten leistet".

"Sie wissen, was passiert, und Sie haben 90 Tage lang nichts getan, während das Gemetzel vor Ihren Augen weitergeht.", sagte Lowcock und forderte den Sicherheitsrat eindringlich zum Handeln auf.

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