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Syrien: Humanitäre Krise ist noch lange nicht vorbei

Syria SC28. März 2019 - Im März vor acht Jahren hat der Syrien-Konflikt begonnen. Bei einer Anhörung im Sicherheitsrat wurde deutlich, dass die humanitäre Krise noch lange nicht vorbei ist. 11,7 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe und Schutz, und mehr als 5,6 Millionen Syrer leben als Flüchtlinge in der gesamten Region.

Rosemary DiCarlo, Untergeneralsekretärin für politische Angelegenheiten und Friedenskonsolidierung, und Ramesh Rajasingham, leitender Direktor im UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), informierten die Ratsmitglieder und hoben die Gewalt in der letzten von Rebellen gehaltenen Enklave Idlib und den umliegenden Gebieten Nordwestsyriens hervor.

Rajasingham berichtete dem Rat, dass die Region einen "alarmierenden Anstieg von zivilen Opfern“ erlebt hat: "Allein im letzten Monat wurden 90 Menschen getötet, von denen fast die Hälfte Kinder waren. Berichten zufolge wurden auch mindestens 86.000 Menschen durch dieses erneute Aufflammen der Gewalt vertrieben."

In Bezug auf die Gefangennahme des letzten verbliebenen Territoriums der Terrorgruppe ISIL durch syrische demokratische Kräfte in der vergangenen Woche, warnte DiCarlo, dass ISIL immer noch eine Bedrohung darstelle. Tausende Zivilisten, die vor militärischen Operationen gegen die Gruppe fliehen, haben den Weg nach al-Hol gefunden, einem Flüchtlingslager in der Provinz Hasaka: Mehr als 140 von ihnen starben auf dem Weg zum Lager oder nach ihrer Ankunft dort.

Rajasingham schloss mit einem Appell für ein fortgesetztes internationales Engagement, damit die Vereinten Nationen "eine der größten und komplexesten Hilfsmaßnahmen, die jemals durchgeführt wurden", weiterführen können. Währenddessen erinnerte DiCarlo die Ratsmitglieder an "diesem düsteren Jahrestag" an eine Erklärung des UN-Generalsekretärs. Es sei eine "moralische Verpflichtung und ein politischer Imperativ für die internationale Gemeinschaft, die Syrer zu unterstützen, sich um eine Vision zu vereinen, die die eigentlichen Ursachen des Konflikts angeht und eine politische Lösung auf dem Verhandlungsweg findet".

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