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Kosovo: Schwere Vorwürfe gegenüber den UN

Kosovo13 März 2019 – Der unabhängige, vom UN-Menschenrechtsrat ernannte Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Giftstoffe, Baskut Tuncak, hat die Vereinten Nationen aufgefordert den Vertriebenen, die nach ihrer Umsiedelung in UN-Lager für Binnenvertriebene auf giftigem Boden im Norden des Kosvos nun an den Folgen einer Bleivergiftung leiden, angemessene Entschädigung und medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Tuncak bezieht sich auf den Bericht über vermeintliche Menschenrechtsverletzungen der Friedensmission UNMIK im Kosovo, welche in Folge einer eingereichten Beschwerde von 138 Personen der Roma, Ashkali und ägyptischen Minderheit angefertigt wurde.

UN-Generalsekretär Guterres hatte bereits 2017 einen Treuhandfonds eingerichtet, um Hilfsprojekte vor Ort zu finanzieren und die Unterstützung der UN zugesagt.

„Es ist unsere Pflicht, diese Gemeinschaften zu unterstützen und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen“, begründete er seine Entscheidung.


Obwohl die Bleivergiftung wahrscheinlich für Todesfälle von Kindern und Erwachsenen verantwortlich war, hat bislang kein Land in den Fond einbezahlt.


Während des Konflikts zwischen dem ehemaligen Jugoslawien und albanischen Rebellen, die für die Unabhängigkeit des Kosovo gekämpft hatten, haben in der Zeit zwischen 1999 und 2013 zeitweise um die 600 Menschen in den Lagern gelebt. Obwohl erste Berichte über Bleivergiftungen bereits 1999 erschienen und Vorsorgemaßnahmen bei UN Personal vorgenommen wurde, wurden die Bewohner der Lager erst 2006über die toxische Verseuchung des Gebiets informiert. Tuncak zufolge erfordern die Umstände nun zusätzlich zu Projekten in den betroffenen Gemeinschaften sowohl individuelle Unterstützungsmaßnahmen sowie eine öffentliche Entschuldigung der Vereinten Nationen, die Menschenrechtsstandards nicht eingehalten zu haben.
„Nichts wird den Schaden und den Verlust dieser Menschen wieder ersetzen können, aber die Vereinten Nationen haben die Möglichkeit nun alles in Bewegung zu setzen um diese begangenen Fehler wiedergutzumachen“, riet der Sonderberichterstatter.

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