Donnerstag, 22 August 2019
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DR Kongo: UN warnen vor neuer Eskalation

Kongo drc12. März 2019 – Die UN haben vor neuen Gewaltausbrüchen im größten afrikanischen Land gewarnt. Bereits im Dezember letzten Jahres war es an vier Orten in der Demokratischen Republik Kongo zu gezielten Anschlägen gekommen, bei denen mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder ums Leben kamen. Mehr als 100 Kongolesen trugen Verletzungen davon, und weitere Tausende sahen sich zur Flucht gezwungen. Laut UN könne man die Vorfälle von Mord, Folter, Vergewaltigung und anderen Formen sexueller Gewalt zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit zählen. Nachforschungen der Friedensmission MONUSCO und des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) ergaben, dass Auslöser der Gewalt wohl ein Konflikt über die Bestattung eines Chefs der Banunu auf dem Land der rivalisierenden Gemeinschaft der Batende gewesen ist.

Die Übergriffe verliefen nach ähnlichem Muster und waren geprägt von extremer Gewalt und Schnelligkeit, die den Menschen kaum Zeit zur Flucht ließ. Anzeichen der Gewalt wurden von Seiten der Regierung nicht ernstgenommen und die Polizei, die im Einsatz war, verließ sogar das Gebiet, bevor die Angriffe begannen. Ob die Gräueltaten in Verbindung zu den Wahlen standen, die im Dezember stattfinden sollten, konnte nicht bewiesen werden. Aufgrund der Ausschreitungen wurden diese dann jedoch auf den 31. März dieses Jahres verschoben. Vertriebene und Menschen, die in die angrenzende Republik Kongo geflohen waren, haben nun womöglich keine Möglichkeit ihre Stimme abzugeben.

Die Leiterin von MONUSCO und UN-Sonderbeauftragte, Leila Zerrougi forderte die Regierung auf, die staatliche Autorität im betroffenen Gebiet wiederherzustellen sowie die sichere Rückkehr der Vertriebenen zu gewährleisten. „Die unabhängige Präsenz staatlicher Institutionen, inklusive der Polizei, ist entscheidend um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten sowie dem Risiko erneuter Gewaltausbrüche vorzubeugen“, fügte sie hinzu. Die Hohe Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, rief die betroffenen Völker der Banunu und Batende zur Einigung und Versöhnung auf, um weitere Gewalt zu vermeiden.

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