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Jemen: Geber versprechen 2,6 Milliarden Dollar

27. Februar 2019 - HLPE YemenBei der gestrigen Konferenz in Genf haben Geberländer 2,6 Milliarden Dollar zugesagt, um Millionen jemenitischer Zivilisten, die nach fast vier Jahren brutalem Krieg vor einer laut UN-Generalsekretär "überwältigenden humanitären Katastrophe" stehen, dringend benötigte Unterstützung zu gewähren.

Die großzügigsten Geber der Konferenz, mit jeweils 500 Millionen Dollar, waren Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Anhänger der international anerkannten jemenitischen Regierung von Präsident Abd Rabbu Mansour Hadi. Die deutsche Bundesregierung hat insgesamt Hilfen in Höhe von 100 Millionen Dollar zugesagt.

"Die Geber haben 30 Prozent mehr zugesagt als im letzten Jahr, um zur Bewältigung der dramatischen humanitären Situation im Jemen beizutragen", sagte der UN-Generalsekretär.  Aber die benötigten finanziellen Mittel von 4 Milliarden Dollar konnten bisher nicht mobilisiert werden.

Fast vier Jahre nach der Eskalation der Kämpfe im Jemen leiden die Zivilisten nach wie vor am meisten. "Zehntausende Menschen wurden seit der Eskalation des Konflikts getötet oder verletzt, viele von ihnen Zivilisten", so Guterres. Er stellte fest, dass rund 20 Millionen Menschen nicht in der Lage sind, sich selbst oder ihre Familien "zuverlässig zu ernähren", und fügte hinzu: "Fast 10 Millionen sind nur einen Schritt von der Hungersnot entfernt".

Der UN-Generalsekretär hob die Auswirkungen auf die jüngsten Jemeniten hervor und stellte fest: "Kinder haben den Krieg im Jemen nicht begonnen, aber sie zahlen den höchsten Preis. Ein glaubwürdiger Bericht beziffert die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die an Hunger gestorben sind, auf mehr als 80.000."

Guterres wies auch Andeutungen zurück, dass die UNO die Menschenrechtsbelange im Jemen ignoriere, während das Königreich Saudi-Arabien, die VAE "und andere Länder" die jemenitische Regierung militärisch unterstützten: "Wir ignorieren nicht den bestehenden Krieg und die Tatsache, dass eine Reihe von Ländern, nicht nur die von Ihnen genannten, direkte Auswirkungen auf diesen Krieg hatten", so Guterres.

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