Montag, 20 Mai 2019
UNRIC logo - Deutsch
                

Südsudan: Anhaltende Menschenrechtsverletzungen können Kriegsverbrechen gleichkommen

Southsudan21. Februar 2019 - Ermittler der Vereinten Nationen haben eine Reihe von schweren Menschenrechtsverletzungen im Südsudan angeprangert.

Die Kommission, die vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzt wurde, berichtete, dass sich das Ausmaß von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt deutlich verschärft hat, wobei die Zahl der Vergewaltigungen zwischen November und Dezember zugenommen hat.

Laut UN-Kinderhilfswerk UNICEF sind 25 Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Personen Kinder, darunter auch Mädchen im Alter von sieben Jahren. Auch ältere und schwangere Frauen wurden vergewaltigt. Sexuelle Gewalt gegen Männer und Jungen bleibt weiterhin unterschätzt, da das damit verbundene Stigma höher ist als das der Vergewaltigung und Tötung von jungen und älteren Menschen.

Die Kommission untersuchte auch Anschuldigungen wegen sexueller Ausbeutung und Missbrauchs durch UN-Friedenstruppen. Fälle, an denen 18 mutmaßliche Täter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) beteiligt waren, wurden in der UN-Datenbank für sexuelle Ausbeutung und Missbrauch registriert, und Friedenstruppen wurden in ihre Heimat zurückgeführt.

Zudem bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Konflikt und der politischen Ökonomie des Landes. Maßgeblich seien hierfür Veruntreuung natürlicher Ressourcen und "ein völliger Mangel an Transparenz und unabhängiger Aufsicht".

Schließlich, so die Kommission, müssten Opfer und schutzbedürftige Gemeinschaften - insbesondere Frauen, Binnenvertriebene und Flüchtlinge - in die Gestaltung und Umsetzung der Mechanismen für die Agenda der Übergangsjustiz einbezogen werden für die Schaffung eines dauerhaften Friedens.

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2778

UN Card 2016 DE 250px front