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UN-Menschenrechtsexperten: Die LGBT-Gemeinschaft in Tschetschenien sieht sich mit einer "neuen Welle der Verfolgung" konfrontiert

14. Februar 2019LGBT Chechnya 2019 – Eine Gruppe unabhängiger UN-Menschenrechtsexperten hat gewarnt, dass lesbische, schwule oder bisexuelle Menschen in Tschetschenien sich nach einer Reihe von Morden, Folterungen und anderen Menschenrechtsverletzungen einer "neuen Welle der Verfolgung" gegenüber sehen.

In einer Erklärung des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) äußerten die Experten Besorgnis über Informationen, die auf eine Verschlechterung der Situation für LGBT-Personen in Tschetschenien hindeuten: "Der Missbrauch von Opfern ist im Vergleich zu Berichten aus dem Jahr 2017 offenbar grausamer und gewalttätiger geworden.“

Mehr als 40 Personen sollen seit Dezember 2018 wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet worden sein. Zwei Todesfälle sollen durch Folter während der Haft verursacht worden sein.

Opfer, die versuchen, aus der zur Russischen Föderation gehörenden Republik zu fliehen, werden von den tschetschenischen Behörden daran gehindert. Zu ihren Methoden gehören laut den UN-Experten unter anderem die Vernichtung oder Beschlagnahmung von Ausweispapieren und Drohungen gegen sie oder ihre Angehörigen mit Strafverfahren.

Außerdem beschreibe ein Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Dezember 2018, dass "klare Beweise für aufeinanderfolgende Säuberungen von LGBTI-Personen" in Tschetschenien vorliegen würden. Zudem sei ein Muster der Straffreiheit zu erkennen.

Die UN-Experten haben die russischen Behörden dazu aufgefordert, dringend zu handeln, um die LGBT-Gemeinschaft zu schützen.

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