Mittwoch, 20 Februar 2019
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Migranten und Flüchtlinge besitzen höheres Krankheitsrisiko, so ein UN-Bericht über Vertriebene in Europa

22. Janaur 201migrants health 22019 – Migranten und Flüchtlingen wird zu Unrecht vorgeworfen, dass sie Krankheiten unter den Aufnahmegesellschaften verbreiten. Das belegt ein am Montag vorgestellter Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

"Flüchtlinge und Migranten, die nach Europa kommen, bringen keine exotischen Krankheiten mit“ sagte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. Die Krankheiten, die sie dort haben könnten, seien alle in Europa etabliert und die Region hätte gute Präventions- und Kontrollprogramme dafür, fügte sie hinzu.

Zu den Mythen, die im Bericht als falsch entlarvt wurden, gehöre auch der Glaube, dass mehr gefährdete Menschen nach Europa kamen, als es der Fall war. "Internationale Migranten machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Europa aus, das sind etwa 90 Millionen Menschen", betonte Jakab. Weniger als 7,4 Prozenz davon seien Flüchtlinge, doch in einigen der europäischen Länder schätzten die Einwohner, dass es drei- oder viermal mehr Migranten gäbe als in Wirklichkeit.

Basierend auf einer Überprüfung von mehr als 13.000 Dokumenten über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region der WHO - einer von sechs Regionen weltweit - liefert der Bericht eine Momentaufnahme ihrer Situation in einer Zeit zunehmender globaler Migration.

Die Betroffenen sind auch aufgrund des fehlenden Zugangs zur Gesundheitsversorgung, der Unterbrechung der Versorgung und der schlechten Lebensbedingungen während der Flucht einem größeren Risiko durch die Entwicklung von Infektionskrankheiten ausgesetzt, so der WHO-Bericht.

"Ich glaube nicht, dass illegale Migranten in den meisten Ländern Zugang zu Gesundheitsdiensten haben", sagte Dr. Jakab. "Das ist also ein Bereich, in dem wir erhebliche zusätzliche Arbeit und Überzeugung der Länder leisten müssen.“ Der beste Weg für die Länder, so Jakab, sei es, Gesundheitsversorgung anzubieten, um die eigene Bevölkerung und die Flüchtlinge zu schützen.

Die Bereitstellung von rechtsbasierten Gesundheitssystemen, die auf die Bedürfnisse von Migranten und Flüchtlingen eingehen, ist auch Teil der Agenda 2030, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung umfasst (SDGs). Die europäischen Behörden haben weitere große Schwierigkeiten, den Bedürfnissen dieser Gruppe gerecht zu werden.

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