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Irak: Das UN-Antiminenprogramm weist Schändungsvorwürfe in historischen Kirchen in Mossul zurück

Irak 180118. Januar 2019 - Die Anfang dieser Woche von einer Nichtregierungsorganisation aufgestellten Behauptungen, das Personal von UNMAS (Agentur für Antiminenprogramme der Vereinten Nationen) habe in zwei historischen Kirchen in Mossul "barbarisch und willkürlich" eine explosive Gefahrenbeseitigung durchgeführt, wurde gestern von UNMAS in einer Erklärung zurückwiesen.

Die Anschuldigungen, die auf der Website der irakischen Organisation Hammurabi Human Rights Organization (HHRO) veröffentlicht wurden, warfen dem UNMAS Verbrechen vor, „die nicht weniger schwerwiegend und unverschämt seien als die Verbrechen vom IS". Sie behaupteten, dass die Räumung in den explosionsgefährdeten Bereichen ohne kirchliche Genehmigung durchgeführt wurde und „unter völliger Missachtung der heiligen und religiösen Unversehrtheit.“

Obwohl UNMAS und deren Partner für das Räumungsprojekt G4S darin nicht direkt genannt wurden, erklärte UNMAS Irak, dass es die Anschuldigungen ernst nehme und offen für weitere Untersuchungen sei.

Die Agentur hat nun wichtige Akteure wie Mitarbeiter von HHRO und Beamte des syrischen katholischen Erzbistums zu einem Treffen eingeladen, um die Fakten im Zusammenhang mit ihren Aussagen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls die Aussagen zu korrigieren.

UNMAS erklärte außerdem, dass sie sich dafür einsetze, „alle archäologischen, religiösen und historischen Stätten zu schützen und eng mit dem irakischen Staat und den religiösen Behörden zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass diese nationale Schätze geschützt sind, um zusätzliche Schäden zu verhindern.“

Seit der Aufnahme ihrer Tätigkeit in Mossul 2017 hat UNMAS über 1.500 Räumungsarbeiten durchgeführt, was zur Beseitigung von rund 48.000 Explosionsgefahren aller Art führte, bisher ohne jegliche Beschwerden.

Im Jahr 2014 besetzte die dschihadistische Terrorgruppe ISIS Mossul, seit Jahrhunderten ein historisches Zentrum des Christentums im Nahen Osten und forderte, dass sie zum Islam übergehen. Mehr als 100 Kirchen und andere religiöse Stätten wurden zerstört oder abgerissen.

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