Montag, 25 März 2019
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Gemeinsames Regelwerk bei COP24 soll Pariser Klimaabkommen endlich verwirklichen

COP24 Ergebnisse, Artikel17. Dezember 2018 – Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen auf der Klimakonferenz COP24 in Katowice, Polen, haben sich die fast 200 teilnehmenden Länder – nach einer Verlängerung – doch noch zu einer Einigung durchringen können: am vergangenen Samstag nahmen sie ein Regelwerk an, dass auf die Umsetzung der Richtlinien des 2015 verabschiedeten Pariser Klimaabkommens abzielt.

Patricia Espinosa, die Leiterin des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), sprach bei der Abschlussveranstaltung im Namen von António Guterres, dem die Teilnahme aufgrund der Verzögerung nicht möglich war.

Laut Espinosa hat Katowitz nur einmal mehr die Resilienz des Pariser Klimaabkommens, das sie als „unseren stichhaltigen Fahrplan“ bezeichnet, unter Beweis gestellt. Das angenommene Regelwerk zielt darauf ab, größere Anstrengungen im Klimaschutz zu unterstützen sowie Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten, vor allem aber den am meisten Gefährdeten, zugutezukommen.

Die Hauptkomponenten des Regelwerks beinhalten neben einem nachvollziehbaren Rahmen, der das Vertrauen der Staaten untereinander stärken soll, auch eine Vereinbarung über eine einheitliche Definition von Treibhausgasemissionen. Industrienationen bekräftigten ihre finanzielle Unterstützung an Entwicklungsländer von jährlichen 100 Billionen US$ ab 2020 und versprachen ihre Zahlungen nach 2025 weiter zu erhöhen. Ein weiterer erwähnenswerter Erfolg ist zudem die Einigung über eine gemeinsame Beurteilung ihrer Bemühungen im Jahr 2023 sowie der Beschluss, die Entwicklung und den Austausch ihrer Technologien zu überwachen.

In einer Pressemitteilung betonte Espinosa die geteilte Verantwortung der Nationen, die das Regelwerk wiederspiegele. Espinosa zufolge bildet das Regelwerk nun eine feste Basis– auch wenn einige Details noch ausgebaut und verbessert werden müssten.

Ein Kernthema jedoch, bekannt auch als “Artikel 6”, wird auch bei der nächsten Klimakonferenz COP25 in Chile weiter diskutiert: Marktmechanismen, die den Staaten erlauben durch „Kohlenstoffhandel“ mit ihren Emissionsfreibeträgen Handel zu betreiben, benötigen laut Pariser Klimaabkommen internationale Regeln, um den Erfolg der Bemühungen aller Länder zu gewährleisten.

Daneben verzeichnet die Konferenz weitere vielversprechende Zusicherungen: Industrienationen und Weltbank wollen ihre finanzielle Förderung erhöhen und auch der Privatsektor, darin vor allem die Sport- und Modeindustrie, versichert noch größere Bemühungen.

Neben den politischen Verhandlungen beteiligten sich fast 28.000 Teilnehmer in Kultur- und Nebenveranstaltungen, verknüpften sich und tauschten innovative Ideen aus.

„Von jetzt an sind dies meine fünf Prioritäten: Ambition, Ambition, Ambition, Ambition und Ambition. Ambition bei der Schadensbegrenzung. Ambition bei der Anpassung. Ambition bei der Finanzierung. Ambition bei der technischen Kooperation und der Hilfe zur Selbsthilfe. Ambition bei technischen Innovationen“, verkündete Espinosa im Namen des UN-Generalsekretärs.

Dieser beruft am 23. September einen Klimagipfel in New York ein, um diese Ziele zu erreichen und um Regierungen auf höchster Ebene zu motivieren, für diese Ziele einzutreten.

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