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Globaler Pakt: „In vielen Ländern der Welt ist Migration ein positives Phänomen“

Volker Türk, Flüchtlinge20. November 2018 - Der beigeordnete UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Volker Türk, hat in einem Interview des Deutschlandfunks (Dlf) den Migrationspakt verteidigt. Damit werde zum ersten Mal für alle UN-Mitgliedsstaaten zusammengefasst, was Migration bedeute und wie man sie besser regeln könne. Er betonte, dass die meisten Migrationsbewegungen nicht nach Europa führten.

Der Großteil der weltweiten Migration finde im globalen Süden statt, so Türk. Besonders wichtiger Bestandteil des Paktes sei die Unterstützung für diejenigen Länder, die besonders viele Migranten aufnähmen. Deswegen sei er auch für Deutschland besonders wichtig.

Türk betonte, dass Deutschland in den vergangenen 24 Monaten an den Verhandlungen für den Pakt beteiligt gewesen sei.

Er verteidigte die Formulierung im Pakt, dass Migration „Quelle für Wohlstand und Innovation“ sei. In vielen Ländern der Welt sei Migration ein positives Phänomen. De facto habe die Migration die Entwicklung in vielen Ländern vorangetrieben. Gleichzeitig gehe es im Pakt aber auch um die Bekämpfung von Ursachen illegaler Migration, so Türk. Es brauche mehr reguläre Möglichkeiten der Migration.

Auch wenn der Pakt nicht rechtsverbindlich sei, habe er eine Bedeutung: „Es geht auch darum, dass die Mitgliedsstaaten mehr zusammenarbeiten und gemeinsame Lösungen finden.” Das Abkommen soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren. Mehrere Länder – darunter die USA und Österreich – wollen sich der Vereinbarung nicht anschließen. Die USA hätten lediglich aus innenpolitischen Gründen der genauen Wortwahl des Paktes nicht zustimmen wollen, sagte Türk.

Türk äußerte sich auch zum Globalen Flüchtlingspakt, der Mitte Dezember von der UN-Generalversammlung offiziell angenommen werden soll. Durch den Pakt könnten Mitgliedstaaten, die besonders viele Flüchtlinge aufnähmen, wie zum Beispiel der Libanon, konkret durch freiwillige Maßnahmen unterstützt werden. Aufnahmeländer sollen beispielsweise dabei unterstützt werden, ihre Gesundheits- und Bildungssysteme für Flüchtlinge zu erweitern.

Das Interview in voller Länge können Sie hier nachlesen. 

UN-Generalsekretär Guterres zum Internationalen Tag der Menschenrechte, 10. Dezember 2018

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