Sonntag, 19 August 2018
UNRIC logo - Deutsch
                

Bangladesch: UN-Flüchtlingskommissariat fordert Führungskräfte zu Solidarität mit Rohingya auf

bangladesch support appell08. August 2018 – Der Leiter des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), Filippo Grandi, hat an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft des Asiatisch-Pazifischen Raums appelliert, die geflüchteten Rohingya stärker zu unterstützen und zu schützen. 

„Ich fordere Sie auf, zu überlegen, welche Unterstützung Ihre Regierung in Solidarität mit Bangladesch zusichern kann bis langfristige Lösungen für die Flüchtlinge gefunden sind“, sagte Grandi auf der siebten Ministerkonferenz des Bali-Prozesses und richtete sich an Minister aus 26 Ländern. Als Beispiel nannte er in diesem Zuge die Errichtung von Krankenhäusern, sodass Flüchtlinge behandelt werden könnten, aber auch die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung verbessert werde. 

„Wir müssen außerdem an umfassenden Lösungen für die Menschen des Rakhaing-Staats arbeiten, sodass sie gar nicht erst zur Flucht gezwungen sind“, sagte Grandi und betonte: „Menschen, die gezwungen sind, zu fliehen, können modernen Formen von Sklaverei zum Opfer fallen.“ 

Vor diesem Hintergrund verwies der Hochkommissar darauf, dass die „wahre Lösung“ in Myanmar selbst liege. Er appellierte für regionale Unterstützung, um die Ursachen der Vertreibung in Rakhing zu konfrontieren. Als Lösungsansätze nannte er Investitionen in die Infrastruktur, um Gemeinden miteinander zu verbinden, anstatt sie voneinander zu trennen, sowie das Angebot von Kompetenz im Umgang mit Staatslosigkeit und interkommunalen Konflikten. 

Der Bali-Prozess ist ein Forum von 48 Regierungen und vier internationalen Organisationen, darunter das UNHCR, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Das Forum wurde gegründet, um Diskussionen zu ermöglichen, die Menschenschmuggel, Menschenhandel und damit zusammenhängende grenzüberschreitende Kriminalität thematisieren. 

Seit Ende August 2017 hat die weit verbreitete und systematische Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar hunderttausende Menschen gezwungen, aus ihrer Heimat in Rakhing nach Bangladesch zu fliehen. Bereits zuvor waren über 200.000 Rohingya-Flüchtlinge in großen, provisorischen Camps in Bangladesch als Folge früherer Vertreibungen untergebracht.

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Nelson-Mandela-Tag, 18. Juli 2018

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774 / 2778
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front