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Sexuelle Ausbeutung und Missbrauch: 70 neue Verdachtsfälle bei den UN innerhalb von drei Monaten

70 new allegations31. Juli 2018 –  Die Vereinten Nationen haben 70 neue Anschuldigungen von sexueller Ausbeutung und Missbrauch innerhalb ihrer Einheiten und bei Partnerorganisationen erhalten. Die Verdachtsfälle sind zwischen Anfang April und Ende Juni dieses Jahres eingegangen, darunter 18 Vorfälle bei Friedenssicherungseinsätzen und 25 in Einrichtungen, Fonds und bei Programmen. 

“Wir haben unsere Bemühungen fortgesetzt, die Strategie des Generalsekretärs zu realisieren, um gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zu kämpfen”, sagte der stellvertretende Sprecher Fahran Haq.

Mit Blick auf die Bemühungen der Vereinten Nationen gegen Straffreiheit erklärte er, dass die UN im Juni ein “elektronisches System“ eingeführt hätten, um „diejenigen Mitarbeiter zu durchleuchten, die wegen bewiesener Vorwürfe von sexueller Ausbeutung und Missbrauch entlassen wurden oder aufgrund eines Ermittlungsverfahrens zurückgetreten sind, beziehungsweise ihre Arbeit eingestellt haben.“ 

Nicht alle dieser Verdachtsfälle seien vollständig verifiziert, betonte Haq. Drei Übergriffe sind durch ein Ermittlungsverfahren bewiesen. In 61 Fällen wird weiterhin ermittelt.

27 der 70 Verdachtsfälle haben in diesem Jahr stattgefunden. In 46 Fällen lautet die Einstufung sexuelle Ausbeutung. Weitere 18 Fälle sind als sexueller Missbrauch kategorisiert.

43 Anschuldigungen richten sich an Mitarbeiter der Vereinten Nationen und 24 an Personal, das für Partnerorganisationen arbeitet.

Frauen und Mädchen erleiden am häufigsten Übergriffe. Von insgesamt 84 Opfern sind 46 Frauen und 17 Mädchen unter 18 Jahren. Außerdem gehören ein Junge unter 18 Jahren und fünf Männer zu den Opfern.

 Von 88 mutmaßlichen Tätern sind 80 Männer.

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