Sonntag, 23 September 2018
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“Marathon des Leidens” im Syrien-Konflikt längst nicht vorbei, sagt UN-Nothilfeberater

image1170x530cropped 2 14. Mai 2018 – Im vom Krieg zerrissenen Syrien seien weder die Kämpfe noch der „Marathon des Leidens“ für Millionen von Menschen vorbei, sagte ein hochrangiger humanitärer Berater der UN am Donnerstag.

Jan Egeland, humanitärer Berater des UN-Sondergesandten für Syrien, sprach nach einem geplanten humanitären Taskforce-Meeting in Genf vor Journalisten.

“Es ist nicht vorbei, aber ich befürchte, Menschen könnten denken, es sei vorbei”, sagte er inmitten aktueller Berichte über „zehntausende Menschen“ aus dem Umland von Damaskus, die sich für eine Evakuierung nach Idlib im Nord-Westen des Landes vorbereiten.

„Es sind immernoch erst 23 Prozent der humanitären Programme finanziert und es ist bereits Mai“, sagte Egeland. Weiter warnte er, dass kein Geld für humanitäre Akteure verfügbar sei, während „verzweifelte, erschöpfte Menschen täglich in Idlib ankommen. Es gibt kein Geld für Hilfseinsätze.“

Jan Egeland rief Staaten dazu auf, ihre Hilfsleistungen nicht zu kürzen „bevor dieser Marathon des Leidens vorbei ist.“ 

Aktuell befinden sich zwei Millionen Menschen in Syrien in schwer zugänglichen Gebieten und 11.000 leben in besetzten Gebieten. Doch der scheinbare Fortschritt in Zahlen täuscht, erklärte der UN-Sonderberater.

Laut dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) ist das Ausmaß der Vertreibung in einigen Teilen Syriens so hoch wie zu Beginn der Krise. Nach OCHA’s Informationen werden für jede Person, die freiwillig nach Hause zurückkehrt, drei weitere Personen neu vertrieben.

Besonders betroffene Gebiete sind Afrin im Norden, die ehemalige ISIS-Hochburg Raqqa sowie Ost-Ghouta außerhalb von Damaskus und Yarmouk im Süden der Hauptstadt – wo die UN nur stark eingeschränkten Zugang hat.

UN-Generalsekretär António Guterres zum Internationalen Tag des Friedens, 21. September 2018

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