Dienstag, 11 Dezember 2018
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Internationaler Tag der Pressefreiheit: Afghanische Journalistinnen trotzen der Gewalt

image1170x530cropped 1 33. Mai 2018 – Wie gefährlich die Arbeit von Journalisten in Afghanistan ist, wurde am Montag einmal mehr auf tragische Weise deutlich, als bei einem Anschlag in der Hauptstadt Kabul neun afghanische Fotografen und Reporter ums Leben kamen. Sie wollten über einen Selbstmordanschlag berichten, als sie am Anschlagsort selbst zum Ziel eines zweiten Selbstmordattentats wurden.

Der kaltblütige Mord ereignete sich nur wenige Tage vor dem heutigen Internationalen Tag der Pressefreiheit. Auch außerhalb der afghanischen Hauptstadt sind die Risiken der Berichterstattung noch nie so offensichtlich gewesen – insbesondere für Frauen.

Sediqa Sherzai ist Nachrichtenchefin bei Radio-TV Roshani, einem örtlichen Medienunternehmen in Kundus, im Norden Afghanistans. Ihre Reporterinnen werden ständig bedroht, nicht nur seitens Aufständischer, sondern auch seitens Männern, die nicht wollen, dass Frauen im medialen Bereich arbeiten.
„Als in 2015 Aufständische Kundus besetzt haben, kamen sie sofort zu unserer Nachrichtenstation, weil sie unsere auf Frauenrechte gerichteten Inhalte nicht mochten“, sagt Sherzai. „Obwohl die meisten unserer Reporter vor ihrer Ankunft flohen, plünderten sie unsere Ausrüstung und zerstörten alles, was sie nicht mitnehmen konnten.”

Trotz der Herausforderungen, als Frau in den Medien eines konservativen und von Konflikten betroffenen Landes zu arbeiten, setzt sich Sediqa Sherzai für afghanische Frauen ein und dafür, dass ihre Stimmen vor den für diesen Oktober geplanten Wahlen Gehör finden.

Die Wahlen werden als wesentlich erachtet, um die fragilen Fortschritte in den Bereichen Menschenrechte und Soziales zu festigen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Kampf um ein volles Frauenwahlrecht in Afghanistan eine breite internationale Unterstützung gewonnen.

Um Veränderung voranzutreiben, unterstützt die United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) Initiativen, die afghanischen Frauen aus allen Gesellschaftsschichten Raum bieten, sich gegen Unterdrückung und Konflikte und für den Schutz ihrer Menschenrechte einzusetzen, so wie das Wahlrecht.

Anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit sagte Tadamichi Yamamoto, Leiter der UNAMA, die UN würde weiterhin die Regierung auffordern "die Sicherheit der Journalisten zu verbessern und freie Medien zu fördern, in denen keine Stimme durch Angst zum Schweigen gebracht wird".

Trotz langsamen Fortschritts hat sich die Lage afghanischer Frauen in den letzten 17 Jahren immens verbessert, sagen Frauenrechtlerinnen.

UN-Generalsekretär Guterres zum Internationalen Tag der Menschenrechte, 10. Dezember 2018

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