Freitag, 20 Juli 2018
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UN Geberkonferenz soll 13 Millionen Kongolesen aus „vergessener Krise“ helfen

12. ADRK UNOCHA Cew Oruchinga Settelemt Uganda DR Congo Refugees Photo UNHCR Michele Sibiloni RSpril 2018: Nachdem sich die Konflikte im Land in neue Gebiete ausgebreitet haben sind in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) mehr als 13 Millionen Menschen auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen. Die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen ist damit vergleichbar zu der Krise in Syrien. Das UN-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) bezeichnete die Situation in der DRK als „eine der komplexesten und am wenigsten beachteten Flüchtlingskrisen der Welt.“ OCHA wird morgen, Freitag 13. April, gemeinsam mit den Niederlanden und der Europäischen Union eine Konferenz in Genf zur Situation in der DRK ausrichten.

Dem Norwegian Refugee Council (NRC) zufolge wird das Vierfache der momentan zur Verfügung stehenden Gelder benötigt, um den betroffenen Gemeinden Soforthilfe bereitzustellen. „Wir können es uns nicht leisten, dass diese Konferenz nur Gespräche ohne anschließende Handlungen liefert“, sagte der Generalsekretär von NRC Jan Egeland. „Andauernde Untätigkeit wird zu weiteren Opfern in der Zivilbevölkerung führen.“
Regierungsvertreter aus der DRK haben jedoch angekündigt, die Konferenz zu boykottieren. Die UN habe die humanitäre Situation fälschlicherweise als „katastrophal“ beschrieben und so ein „schlechtes Bild“ des Landes gezeichnet.

UNOCHA-Sprecher Jens Laerke sagte, dass dies auf einem Missverständnis basiere, nachdem die Vereinten Nationen im Jahr zuvor für zahlreiche Regionen des Landes die Notfallstufe 3 – die höchste aller Stufen - ausgerufen hatten. „Es ist keine Einstufung des Schweregrads einer Krise. Es handelt sich hierbei um eine UN-interne Klassifizierung, die uns in die Lage versetzt, auf eine solche Krise reagieren zu können“, sagte Laerke.

Die Einladung an die DRK bestehe weitherhin, so Laerke. OCHA hoffe, dass die Regierung ihre Meinung ändert und an der Verantstaltung teilnehmen wird.

Mark Lowcock, Unter-Generalsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator, und Sigrid Kaag, niederländische Ministerin für Handel und Entwicklungszusammenarbeit, die gemeinsam die Veranstaltung in Genf austragen, besuchten die DRK im vergangenen März. Während ihres Aufenthalts in Kalemie in der süd-östlichen Provinz von Tanganyika sprachen sie mit Bewohnern des Katanika Auffanglagers, die aufgrund von ethnischen Auseinandersetzungen und Gewalt dorthin geflohen waren.

„Wir können das Leid im Land beenden, wenn wir zusammen arbeiten“, sagt Lowcock. „Jede gefährdete kongolesische Familie verdient unsere volle Unterstützung, um ihr Leben wieder aufzubauen“.

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Nelson-Mandela-Tag, 18. Juli 2018

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