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UN-Menschenrechtsexperten kritisieren Frankreich

frankreich migranten fluchtlinge calais un menschenrechtsexperten unric5. April 2018 - Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben die französische Regierung am Mittwoch dringend dazu angehalten, die im Norden des Landes unter „menschenunwürdigen Bedingungen“ lebenden Migranten und Asylsuchenden mit Trinkwasser, sanitären Anlagen und Notunterkünften zu versorgen.

Schätzungen zufolge leben entlang der nordfranzösischen Küste 1.250 Migranten und Asylsuchende, die weder über eine angemessene Unterkunft, noch Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen verfügen.

Im letzten Jahr hatte die französische Regierung vorübergehende Maßnahmen für die Versorgung einiger dieser Migranten in die Wege geleitet. Dazu zählt die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen in der Versorgung mit Trinkwasser und Duschgelegenheiten. Außerdem wurden bis zu 200 Migranten in einer Sporthalle in Grande-Synthe untergebracht. 

„Ich habe die Sorge, dass wir für jeden Schritt nach vorn zwei zurück machen,“ erklärte Léo Heller, UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte auf Wasser und sanitäre Anlagen und merkte an, dass der humanitären Krise auf internationaler Ebene zu wenig Aufmerksamkeit zukomme. 

Die Experten unterstrichen außerdem, dass die Auflösung der Camps in der Gegend um Calais keine langfristige Lösung darstelle, da derzeit keine angemessenen Unterkünfte zur Verfügung stehen.

„Wir blicken mit Sorge auf die zunehmend repressive französische Einwanderungspolitik und die menschenunwürdigen und erschreckenden Bedingungen, unter denen Migranten leben müssen,“ sagte Felipe González Morales, UN-Sonderberichterstatter für die Rechte von Migranten.

Außerdem äußerten sich die Experten besorgt über die Belästigung und Einschüchterung von Freiwilligen und Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen, die Migranten mit humanitärer Hilfe versorgen. Sie riefen Frankreich dazu auf, seinen Verpflichtungen zur Einhaltung internationaler Menschenrechtsnormen gerecht zu werden und die Arbeit internationaler Menschenrechtler zu unterstützen. 

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