Montag, 19 August 2019
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Ebola-Epidemie: UN warnen vor Lebensmittelkrise in Westafrika

72356Wegen der Ebola-Epidemie ist die Nahrungsmittel-Versorgung in den am stärksten von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone stark beeinträchtigt. Der internationale Gesundheitsnotstand, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im August ausgerufen hatte, wirkt sich auch auf den Alltag der Bevölkerung in Westafrika aus. Infolge von Grenzschließungen und Beschränkungen beim Personenverkehr sei es bereits zu Panikkäufen, stark steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei bestimmten Nahrungsmitteln gekommen. In der liberischen Hauptstadt Monrovia sei der Preis für das Grundnahrungsmittel Maniok in den ersten Augustwochen bereits um 150 Prozent gestiegen, heißt es in einem UN-Bericht. Die Schließung internationaler Grenzen und Häfen führe dazu, dass Getreide nicht mehr ausreichend importiert wird. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen rechne darüber hinaus mit Schwierigkeiten bei den anstehenden Ernten. Viele Bauern könnten wegen Quarantänemaßnahmen ihre Häuser nicht verlassen und Erntehelfer aufgrund des Reiseverbots die Reis- und Maisfelder nicht erreichen. Bereits vor dem Ausbruch der Ebola-Epidemie habe ein Großteil der Bevölkerung in den drei betroffenen Ländern bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Der sprunghafte Preisanstieg führe womöglich dazu, dass sie sich keine Nahrungsmittel mehr leisten können. Das UN-Welternährungsprogramm reagiert auf die prekäre Lage mit einem Notfall-Plan, der für die 1,3 Millionen Menschen in der Region etwa 65.000 Tonnen Nahrungsmittel vorsieht.

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