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UN-Flüchtlingskommissar: Weltweite Flüchtlingszahlen auf Rekordniveau, aber Lösungen in Reichweite

UNHCR 19. Juni 2018 – Die Zahl der Menschen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, ist im vergangenen Jahr um fast drei Millionen auf 68,5 Millionen gestiegen, so UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi (UNHCR) am Dienstag.

Als Grund für den Anstieg nannte Filippo Grandi anhaltende Gewalt auf der ganzen Welt und fehlende Lösungen für Konflikte. Mehr als zwei Drittel aller Flüchtlinge weltweit stammten aus einer Handvoll Ländern, sagte der Hochkommissar gegenüber Journalisten in Genf.

An der Spitze der Liste steht Syrien, wo nach sieben Jahren brutaler Kämpfe mehr als 6 Millionen Menschen im Ausland Zuflucht gesucht haben, gefolgt von Afghanistan (2,6 Millionen) und Südsudan (2,4 Millionen).

Der UNHCR-Bericht stellte außerdem fest, dass 85 Prozent der 68,5 Millionen Menschen, die letztes Jahr vertrieben wurden, aus armen Ländern oder Ländern mit mittlerem Einkommen stammten. „Es ist weiterhin vor allem eine Krise der armen Welt – also Menschen aus armen Ländern, die in arme Länder umsiedeln oder in ihrem Land bleiben, als Vertriebene."

Der bevorstehende Globale Pakt über Flüchtlinge folgt der New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten aus dem Jahr 2016, in der alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen erklärten, die Verantwortung, allen Menschen zu helfen, die internationalen Schutz benötigen, gerechter zu verteilen. UNHCR hat dafür Konsultationen mit Regierungen und anderen Interessengruppen durchgeführt, um einen Entwurf für diesen Pakt zu erarbeiten, den Filippo Grandi der UN-Generalversammlung später in diesem Jahr präsentieren wird.

Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre

WDCD foto 118. Juni 2018 – Land ist keine grenzenlose Ressource. Seine Rolle in unserem täglichen Leben zu ignorieren, bedroht die Nahrungs- und Wasserversorgung, die Artenvielfalt und die Sicherheit von uns allen, so die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD). Die UN-Organisation setzt sich weltweit für die Bekämpfung von Wüstenbildung ein.

In einer Erklärung zum Welttag für die Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre rief UNCCD-Exekutivsekretärin Monique Barbut dazu auf, den wahren Wert des Landes anzuerkennen.

Landraub, ungeplante Ausbreitung von Städten, nicht nachhaltige Landwirtschaft und Überkonsum können zwar schnelle wirtschaftliche Vorteile bringen, aber führen gleichzeitig zu Degradierung und dem Verlust wichtiger Ökosystemleistungen.

Die Konsequenz: Ein Drittel der weltweit nutzbaren Fläche wurde in den letzten 30 Jahren bereits stark degradiert, wobei jährlich 75 Milliarden Tonnen Boden aus Ackerland verloren gingen.

Laut UNCCD kann jedoch jeder zu nachhaltigem Landmanagement beitragen und ebenso davon profitieren – als Verbraucher, Produzenten, Unternehmen oder Regierung. „Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um die Art und Weise, wie wir konsumieren, produzieren, arbeiten und leben, zu verändern, ohne unsere gegenwärtige oder zukünftige soziale, wirtschaftliche oder ökologische Sicherheit zu gefährden. Ohne das Land zu schädigen, von dem alles abhängt," so Barbut weiter.

UN-Sondergesandter: Militärische Eskalation im Jemen wird "ernsthafte Konsequenzen" für Zivilisten haben

Jemen14. Juni 2018 – Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat versucht die Kontrolle über den jemenitischen Hafen Hodeidah zu gewinnen und von oppositionellen Huthi-Truppen zu übernehmen. Dies werde für Millionen von Zivilisten „ernsthafte Konsequenzen" in einer bereits „schlimmen" Situation haben, sagte der UN-Sondergesandte für Jemen Martin Griffiths am Mittwoch.

Nach Berichten über einen schweren Luft- und Bodenangriff gegen die strategisch wichtige Stadt Hodeidah am Roten Meer warnte der UN-Sondergesandte Martin Griffiths in einer Erklärung, dass es „Auswirkungen auf seine Bemühungen haben werde, die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zu bringen".

Griffiths bekräftigte das „starke Engagement" der Vereinten Nationen für eine politische Lösung des Konflikts und sagte, dass „jede Gelegenheit" genutzt werde, um eine militärische Konfrontation zu vermeiden.

„Ich fordere die Parteien auf, sich konstruktiv mit unseren Bemühungen zu befassen, Hodeidah jegliche militärische Konfrontation zu ersparen", hieß es in Griffiths Statement. „Ich fordere die Parteien außerdem auf, Zurückhaltung zu üben und dem Frieden eine Chance zu geben."

Schon vor dem gegenwärtigen Konflikt zählte Jemen zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Kämpfe im Land haben dazu geführt, dass weniger als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen des Landes in Betrieb sind. Grundlegende medizinische Bedürfnisse können nicht erfüllt werden, wodurch Jemeniten für vermeidbare Krankheiten anfällig sind. So sind im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen an Cholera erkrankt.

Ungleichheiten und Umweltrisiken: UN Bonn-Podiumsdiskussion beim Deutsche Welle Global Media Forum

27902189717 da5aeee82c k13. Juni 2018 – Gestern diskutierten auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn drei hochrangige UN-Experten den Zusammenhang zwischen Ungleichheiten und Umweltrisiken. Weltweit streben Länder danach, das Wohl ihrer Bevölkerung zu verbessern und bestehende Ungleichheiten zu verringern, doch Auswirkungen des Klimawandels und Umweltrisiken bedrohen diese Bestrebungen. Caroline Petit, stellvertretende Direktorin des Regionalen Informationszentrums der UN (UNRIC) in Brüssel, führte als Moderatorin durch die Diskussion.

Zita Sebesvari von der Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) – sprach über Risiken für das Mekong-Delta in Vietnam. Je nach Jahreszeit sind große Teile des Deltas überflutet, doch die Art und Weise der Überflutung variiert aufgrund von Entwicklungsentscheidungen und Klimawandel. „Landwirte verlieren ihre Erträge und Möglichkeiten für ihren Lebensunterhalt“, betonte sie. „Einige sind unter Umständen sogar gezwungen, andere Einkommensquellen zu suchen, aber nicht alle Landwirte können sich solch radikale Veränderungen leisten.“

Matthias Braubach vom Europäischen Zentrum für Umwelt und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) brachte zudem eine gesundheitliche Perspektive in die Diskussion ein. „Es gibt einen Unterschied zwischen Ungleichheiten – wo Aspekte einfach anders und nicht gleich sind – und Ungerechtigkeit – wobei man sagt, dass das ein unfairer Unterschied ist“, sagte er. „Wir sehen unterschiedliche Dimensionen von Ungleichheiten auf globaler Ebene, beispielsweise in Bezug auf den Klimawandel. Viele Ressourcen unseres Planeten sind durch unseren Lebensstil bereits aufgebraucht.“

Koko Warner vom Sekretariat des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen (UNFCCC) hob die Umweltrisiken für das tägliche Leben von Menschen und den Aufbau von Resilienz hervor. Sie beschäftigt sich beruflich unter anderem mit der Anpassung an Risiken. Warner betonte, dass Umweltkatastrophen vor allem die Ärmsten treffen würden und nannte als Beispiel die großen Überschwemmungen in Pakistan im Jahr 2010: „Die Menschen hatten Mühe, ihre Kinder weiter zur Schule zu schicken, Essen auf den Tisch zu bringen und viele weitere Probleme, zum Beispiel sich Medizin leisten zu können“, sagte sie.

Neben anderen Maßnahmen gab es auch spezielle Programme für Frauen, denen Personalausweise ausgestellt wurden. Laut Warner half ihnen ein solches Programm, eine wirtschaftliche Basis zu schaffen und eigenes Einkommen zu generieren: „Durch diese Ausweise konnten arme Frauen plötzlich ein Bankkonto eröffnen.“ Die Frauen hatten somit die Möglichkeit, ihre Familien aus der Armut zu holen. „Was wir uns vorstellen, gestaltet unsere Zukunft – wir sollten sie gemeinsam gestalten“, so die Expertin.

Anschließend diskutierten die Podiumsmitglieder und das Publikum, das hauptsächlich aus Medienschaffenden und Experten bestand, die Beziehung zwischen den Medien und UN-Organisationen und wie Angelegenheiten globaler Relevanz ein breiteres Publikum erreichen könnten.

Das Global Media Forum der Deutschen Welle ist die einzige internationale Medienkonferenz, die Entscheidungsträger und Multiplikatoren aus den Bereichen Journalismus, digitale Medien, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammenbringt. In diesem Jahr kamen mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 11. bis 13. Juni nach Bonn.

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UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Internationalen Tag der Friedenssicherungskräfte, 29. Mai 2018

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