Sonntag, 24 März 2019
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Schlagzeilen

Mehr Kinder sterben durch unsichere Wasserversorgung als durch Kugeln

22. März 2019 UNICEF water- Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat am Donnerstag einen Bericht anlässlich des heutigen Weltwassertages veröffentlicht. Demnach sei der Mangel an sauberem Wasser für Kinder weitaus tödlicher als bewaffnete Konflikte in den betroffenen Ländern.

UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore sagte: "Die Realität ist, dass es mehr Kinder gibt, die an fehlendem Zugang zu sauberem Wasser sterben, als durch Kugeln."

Dem Bericht zufolge sterben jedes Jahr 85.700 Kinder unter 15 Jahren an Durchfallerkrankungen im Zusammenhang mit unsicheren Trinkwasserversorgungs-, Sanitär- und Hygieneeinrichtungen (WASH), verglichen mit 30.900 durch Konflikte.

Mädchen sind besonders betroffen, betont UNICEF und warnt davor, dass sie beim Wasserholen Opfer sexueller Gewalt werden können. Darüber hinaus haben sie Mühe, die Menstruationshygiene zu handhaben und verpassen den Unterricht während der Menstruation, wenn ihre Schulen keine geeigneten Wasser- und Sanitäranlagen haben.  

Eine weitere Folge der bewaffneten Konflikte, mit denen die Menschen konfrontiert sind, ist der begrenzte Zugang zu lebenswichtigen Ausrüstungen und Verbrauchsmaterialien wie Treibstoff oder Chlor. "Viel zu oft werden wesentliche Dienstleistungen absichtlich abgelehnt", so UNICEF.

Heute hilft UNICEF den Vertriebenen, indem Wasser per LKW in die Lager geliefert wird, darunter auch in die Nähe von Raqqa, der ehemaligen Bastion des IS-Terroristennetzwerks.

Im Jahr 2018 ermöglichte UNICEF 35,3 Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zum Trinken, Kochen und zur Körperpflege.

UN-Tribunal: lebenslange Haft für Karadžić

GerichtEin Berufungsgericht der Vereinten Nationen hat die vorerst verhängte Strafe von 40 Jahren Haft für den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić auf eine lebenslange Haftstrafe erweitert.

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) hat den Serbenführer bereits 2016 wegen Völkermords und Kriegsverbrechen für schuldig erklärt. Karadžić wird verantwortlich für die Planung des Massakers von Srebrenica 1996 gemacht, bei dem an die 8000 bosnischen Serben ums Leben kamen.

Die Folgen des Massakers beschrieb das Tribunal damals als "Szenen aus der Hölle". Karadžić ist auch verantwortlich für die dreijährige Belagerung von Sarajevo, die zum Tode von schätzungsweise 10.000 Zivilisten führte.

Am Mittwoch hat die Berufungskammer des ICTY-Nachfolgers, der Haager Zweigstelle des Internationalen Residualmechanismus für UN-Strafgerichtshöfe, das Urteil von 2016 weitgehend bestätigt und dafür gesorgt, dass Herr Karadžić nun lebenslang für seine Verbrechen in Haft muss.

Laut Adama Dieng, UN-Sonderberater für die Verhütung von Völkermord, bestätigt das Urteil die Rechenschaftspflicht. Gleichzeitig warnte er aber davor, dass solche Gerichtsentscheidungen den gespaltenen Gemeinschaften keine echte Versöhnung bringen.

"Ein echter Wandel in der Gesellschaft", sagte er, "kann nur durch Selbstreflexion, Akzeptanz sowie konsequente und kollektive Bemühungen um Fortschritte erwachsen. Es erfordert harte Arbeit und Ausdauer. Und es bedarf auch eines nachhaltigen Beitrags zu Versöhnung und Vertrauensbildung sowie einen konstruktiven und sinnvollen Dialog zwischen politischen und sozialen Führungskräften und Bürgern."

UN-Weltwasserbericht: Sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen sind "grundlegende Menschenrechte"

20. Märzwater report 2019 - Am Dienstag ist der UN-Weltwasserentwicklungsbericht in Genf vorgestellt worden. Sichere Wasserversorgung und Zugang zu angemessener Abwasserentsorgung sind von wesentlicher Bedeutung, um Armut zu beseitigen, friedliche Gesellschaften aufzubauen und sicherzustellen, dass niemand auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zurückbleibt.

In Zusammenarbeit mit der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und dem Weltprogramm zur Bewertung der Wasserressourcen betont der Bericht „Leaving no one Behind“, dass Wasser für alle "uneingeschränkt verfügbar" sein muss.

"Es ist verrückt, dass die Menschen in Slumgebieten oft mehr für eine Wassermenge bezahlen müssen, als die Menschen, die in besseren Stadtteilen leben", sagte Stefan Uhlenbrook, Koordinator des UNESCO-Weltprogramm zur Bewertung der Wasserressourcen, bei der Vorstellung des Berichts.

Die UNECO-Sondergesandte für Wissenschaft für den Frieden, Prinzessin Sumaya bint El Hassan von Jordanien, sagte bei dem Treffen, dass "die Notlage von Vertriebenen deutlich macht, dass die Gewährleistung der Wasserversorgung eine kollektive Verantwortung für die gesamte internationale Gemeinschaft ist".

Während der Bericht den Bedürftigsten Vorrang einräumt, wird darin auch betont, dass die internationalen Menschenrechtsgesetze die Staaten verpflichten, unparteiisch für den Zugang aller zu Wasserressourcen zu arbeiten.

Schließlich weist der Bericht darauf hin, dass maßgeschneiderte, zielgruppenorientierte Maßnahmen dazu beitragen können, dass erschwingliche Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsdienste für alle verfügbar sind.

Gazastreifen: UN-Experten fordern Israel zum Kurswechsel auf

Gaza19. März 2019 – UN-Sonderermittler haben Israel aufgerufen, seinen militärischen Kurs an der Grenze zum Gazastreifen zu ändern. Die bald seit einem Jahr andauernden Massendemonstrationen im Gebiet haben auf palästinensischer Seite bereits hunderte Tote und tausende Verletzte gefordert.

Santiago Canton, Vorsitzender der Untersuchungskommission der Proteste im besetzten palästinensichen Gebiet von 2018, präsentierte die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Israelischen Verteidungskräfte. Obwohl die israelischen Kräfte nur im Falle einer lebensbedrohlichen Situation zu militärischer Intervention angehalten waren, mussten Demonstranten jederzeit mit einem Schuss ins Bein rechnen. „Die Komission hat gute Gründe von Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts zu sprechen“, folgerte Canton. In Anbetracht des sich nähernden einjährigen Jahrestages von dem Beginn der Proteste, warnt der Ausschuss vor erneut eskalierenden Demonstrationen. „Israel muss seinen Einsatz ändern und vor allem das Schießen beenden“, erklärte Canton ihre Ergebnisse. Das Zielen auf unbewaffnete Demonstranten erklärte der Ausschuss für gesetzeswidrig. Selbst wenn sich legitime Zielpersonen in der Menge befinden, könne man deshalb nicht einfach auf die ganze Menge zielen.

Daneben widmet sich der Bericht auch dem Einsatz von Brandsätzen seitens der Demonstranten, der im Süden Israels erhebliche Sachschäden verursacht hat. Der Sonderberichterstatter Micael Lynk warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe im Gebiet. „Israel hält eine hermetische Luft-, See- und Landblockade um Gaza herum aufrecht“, erklärte Lymk. „Für fast fünf Millionen Palästinenser, die unter Besatzung leben, sind die Verschlechterung ihrer Wasserversorgung, die Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen und die Zerstörung ihrer Umwelt symptomatisch für das Fehlen einer sinnvollen Kontrolle über ihr tägliches Leben.“

Die Weltgesundheitsorganisation machte auf das ganze Ausmaß der Kämpfe aufmerksam. Laut dem Leiter des WHO-Büros, Gerald Rockenschaub, kämen jede Woche neue Verletzte hinzu, die eine komplexe Langzeitbehandlung sowie Traumatherapie benötigten. Deshalb forderte die Organisation zusätzliche 5,3 Millionen Dollar.

UN-Generalsekretär lobt junge Klimaaktivisten

Klimastreik18. März 2019 – UN-Generalsekretär António Guterres hat für die weltweiten Protestaktionen von Schüler am vergangenen Freitag volles Verständnis gezeigt und teilt deren Angst vor der Zukunft.
In einer Erklärung wandte er sich direkt an die jungen Aktivisten, deren Stimmen ihm – im Wissen um die enormen Fähigkeiten der Menschheit – die Hoffnung schenkten, die nötig sei, um diese Bedrohung gemeinsam zu bewältigen und einen nachhaltigere, sichere und grünere Welt für alle zu schaffen. „Diese Schüler haben etwas begriffen, was der älteren Generation nicht klar ist. Wir befinden uns in einem Kampf uns Überleben, und sind dabei ihn zu verlieren, während die Möglichkeiten und die Zeit zu handeln schwinden“, erklärte Guterres.
Das Pariser Klimaabkommen, das mehr als 190 Staaten unterzeichnet haben, um das 2°C Ziel zu erreichen, sei nutzlos, wenn nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen würden. Deshalb rief Guterres alle Staats- und Regierungschefs auf, am diesjährigen globalen Klimagipfel in New York teilzunehmen und dort konkrete und realistische Pläne vorzustellen, um ihre nationalen Verpflichtungen umzusetzen. „Neuen Untersuchungen zufolge, können wir – sofern wir unverzüglich handeln– innerhalb von nur zwölf Jahren die Kohlenstoffemissionen entscheidend senken und so die globale Erwärmung auf 1.5° begrenzen“, sagte Guterres „aber wenn wir so weitermachen wie bisher sind die Folgen unvorhersehbar.“ Gestärkt durch den Geist einer neuen mutigen Bewegung setzt Guterres nun alle Hoffnung auf den anstehenden Klimagipfel: „Der Klimagipfel muss der Startpunkt sein, um die Zukunft zu schaffen.“

Syrienkonferenz: Geber versprechen fast 7 Milliarden US-Dollar

15. März 20Syria pledging conference19 – Bei der gemeinsamen Geberkonferenz der EU und der Vereinten Nationen in Brüssel ist am Donnerstag ein Rekordbetrag von 6,97 Milliarden US-Dollar zusammengekommen. Außenminister von mehr als 50 Ländern haben zugesagt, diesen Betrag bereitzustellen, um Millionen von Syrern zu unterstützen, die Schutz suchen.

In einem Videoaufruf an die Teilnehmer der dritten großen Konferenz für Syrien in der belgischen Hauptstadt Brüssel hatte UN-Generalsekretär António Guterres die Länder aufgefordert, ihre "finanziellen, humanitären und politischen Verpflichtungen gegenüber dem syrischen Volk sowie den Ländern und Gemeinschaften, die Flüchtlinge aufnehmen", zu erneuern.

Mark Lowcock, UN-Nothilfekoordinator und Leiter des Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), sagte, er sei "erfreut über dieses wichtige Signal der Solidarität der internationalen Gemeinschaft mit der Bevölkerung in Syrien und den Nachbarn Syriens, die eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen.“

Im Jahr 2017 hatten die Geber in Brüssel sechs Milliarden US-Dollar und im Jahr 2018 4,4 Milliarden US-Dollar zugesagt. Die gesamten Hilfsgelder für 2018 hatten bis zum Ende des Jahres etwas mehr als sechs Milliarden US-Dollar ergeben. Das Ziel vom Donnerstag war es, 8,8 Milliarden Dollar zu erreichen. Das Fundraising wird das ganze Jahr über fortgesetzt.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, warnte davor, dass "die Bedürfnisse der syrischen Flüchtlinge und Aufnahmegesellschaften in den Nachbarländern und der vielen Syrer, die nach Hause zurückkehren, immer größer und nicht geringer werden.“

Die Ko-Gastgeberin der Konferenz, Federica Mogherini, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, betonte die Notwendigkeit, Solidarität mit dem syrischen Volk zu zeigen und Unterstützung für eine von den Vereinten Nationen geführte politische Lösung zu zeigen. Der mehr als achtjährige Konflikt sei "noch nicht vorbei", sagte sie.

Kosovo: Schwere Vorwürfe gegenüber den UN

Kosovo13 März 2019 – Der unabhängige, vom UN-Menschenrechtsrat ernannte Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Giftstoffe, Baskut Tuncak, hat die Vereinten Nationen aufgefordert den Vertriebenen, die nach ihrer Umsiedelung in UN-Lager für Binnenvertriebene auf giftigem Boden im Norden des Kosvos nun an den Folgen einer Bleivergiftung leiden, angemessene Entschädigung und medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Tuncak bezieht sich auf den Bericht über vermeintliche Menschenrechtsverletzungen der Friedensmission UNMIK im Kosovo, welche in Folge einer eingereichten Beschwerde von 138 Personen der Roma, Ashkali und ägyptischen Minderheit angefertigt wurde.

UN-Generalsekretär Guterres hatte bereits 2017 einen Treuhandfonds eingerichtet, um Hilfsprojekte vor Ort zu finanzieren und die Unterstützung der UN zugesagt.

„Es ist unsere Pflicht, diese Gemeinschaften zu unterstützen und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen“, begründete er seine Entscheidung.


Obwohl die Bleivergiftung wahrscheinlich für Todesfälle von Kindern und Erwachsenen verantwortlich war, hat bislang kein Land in den Fond einbezahlt.


Während des Konflikts zwischen dem ehemaligen Jugoslawien und albanischen Rebellen, die für die Unabhängigkeit des Kosovo gekämpft hatten, haben in der Zeit zwischen 1999 und 2013 zeitweise um die 600 Menschen in den Lagern gelebt. Obwohl erste Berichte über Bleivergiftungen bereits 1999 erschienen und Vorsorgemaßnahmen bei UN Personal vorgenommen wurde, wurden die Bewohner der Lager erst 2006über die toxische Verseuchung des Gebiets informiert. Tuncak zufolge erfordern die Umstände nun zusätzlich zu Projekten in den betroffenen Gemeinschaften sowohl individuelle Unterstützungsmaßnahmen sowie eine öffentliche Entschuldigung der Vereinten Nationen, die Menschenrechtsstandards nicht eingehalten zu haben.
„Nichts wird den Schaden und den Verlust dieser Menschen wieder ersetzen können, aber die Vereinten Nationen haben die Möglichkeit nun alles in Bewegung zu setzen um diese begangenen Fehler wiedergutzumachen“, riet der Sonderberichterstatter.

DR Kongo: UN warnen vor neuer Eskalation

Kongo drc12. März 2019 – Die UN haben vor neuen Gewaltausbrüchen im größten afrikanischen Land gewarnt. Bereits im Dezember letzten Jahres war es an vier Orten in der Demokratischen Republik Kongo zu gezielten Anschlägen gekommen, bei denen mehr als 500 Männer, Frauen und Kinder ums Leben kamen. Mehr als 100 Kongolesen trugen Verletzungen davon, und weitere Tausende sahen sich zur Flucht gezwungen. Laut UN könne man die Vorfälle von Mord, Folter, Vergewaltigung und anderen Formen sexueller Gewalt zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit zählen. Nachforschungen der Friedensmission MONUSCO und des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) ergaben, dass Auslöser der Gewalt wohl ein Konflikt über die Bestattung eines Chefs der Banunu auf dem Land der rivalisierenden Gemeinschaft der Batende gewesen ist.

Die Übergriffe verliefen nach ähnlichem Muster und waren geprägt von extremer Gewalt und Schnelligkeit, die den Menschen kaum Zeit zur Flucht ließ. Anzeichen der Gewalt wurden von Seiten der Regierung nicht ernstgenommen und die Polizei, die im Einsatz war, verließ sogar das Gebiet, bevor die Angriffe begannen. Ob die Gräueltaten in Verbindung zu den Wahlen standen, die im Dezember stattfinden sollten, konnte nicht bewiesen werden. Aufgrund der Ausschreitungen wurden diese dann jedoch auf den 31. März dieses Jahres verschoben. Vertriebene und Menschen, die in die angrenzende Republik Kongo geflohen waren, haben nun womöglich keine Möglichkeit ihre Stimme abzugeben.

Die Leiterin von MONUSCO und UN-Sonderbeauftragte, Leila Zerrougi forderte die Regierung auf, die staatliche Autorität im betroffenen Gebiet wiederherzustellen sowie die sichere Rückkehr der Vertriebenen zu gewährleisten. „Die unabhängige Präsenz staatlicher Institutionen, inklusive der Polizei, ist entscheidend um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten sowie dem Risiko erneuter Gewaltausbrüche vorzubeugen“, fügte sie hinzu. Die Hohe Kommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, rief die betroffenen Völker der Banunu und Batende zur Einigung und Versöhnung auf, um weitere Gewalt zu vermeiden.

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