Dienstag, 17 September 2019
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Erklärung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung

22 August 2019 

In den letzten Monaten haben wir eine zunehmende Anzahl von Angriffen auf Einzelpersonen und Gruppen erlebt, die nur aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung zum Opfer von Angriffen oder Anfeindungen wurden. Juden wurden in Synagogen ermordet, ihre Grabsteine mit Hakenkreuzen unkenntlich gemacht; Muslime in Moscheen niedergeschossen, ihre religiösen Stätten zerstört; Christen beim Gebet getötet, ihre Kirchen in Brand gesteckt. 

Viele Angriffe, wie die in Neuseeland, Sri Lanka und den Vereinigten Staaten, haben sich speziell auf Kultstätten fokussiert. Zudem, wurden in vielen Konflikten auf der ganzen Welt, von Syrien bis zur Zentralafrikanischen Republik, ganze Gemeinden aufgrund ihres Glaubens angegriffen. 

Alle großen Weltreligionen setzen sich für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben im Geiste der Menschlichkeit und solidarischen Humanität ein. Wir müssen uns denjenigen widersetzen und sie ablehnen, die sich fälschlicherweise und böswillig auf die Religion berufen, um Missverständnisse aufzubauen, die Spaltung zu fördern und Angst und Hass zu verbreiten. In der Vielfalt liegt Reichtum und Stärke. Sie ist niemals eine Bedrohung. 

Heute feiern wir den ersten internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten, die auf Religion und Glauben beruhen. An diesem Tag bekräftigen wir unsere unnachgiebige Unterstützung für die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion und Weltanschauung. Wir demonstrieren diese Unterstützung, indem wir alles in unserer Macht Stehende tun, um solche Angriffe zu verhindern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. 

Die Vereinten Nationen verstärken ihre Maßnahmen durch zwei neue Initiativen - eine einmalige UN-Strategie und einen Aktionsplan gegen Hassreden, sowie einen Aktionsplan zum Schutz religiöser Stätten. Der beste Weg, die Bedrohung durch Gewalt aufgrund von Religion und Weltanschauung zu überwinden, besteht darin, unsere Stimmen für das Gute zu vereinen, Hassbotschaften mit Friedensbotschaften zu kontern, Vielfalt zu akzeptieren und Menschenrechte zu schützen. 

Die Welt muss aktiv werden, um Antisemitismus, antimuslimischen Hass, die Verfolgung von Christen und anderen religiösen Gruppen, sowie alle Formen von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Aufstachelung zu Gewalt zu überwinden. Als Mitglieder der menschlichen Familie müssen wir das gegenseitige Verständnis fördern. Wir alle haben die Verantwortung, aufeinander aufzupassen, Unterschiede zu respektieren und ein friedliches Zusammenleben zu fördern.

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