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UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Welttag gegen Menschenhandel

29. Juli 2019 - Menschenhandel ist ein abscheuliches Verbrechen, welches alle Regionen der Welt betrifft. Laut dem UN-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) sind 72 Prozent der entdeckten Opfer Frauen und Mädchen, und der Prozentsatz an Kindern, die diesem Verbrechen zum Opfer gefallen sind, hat sich zwischen 2004 bis 2016 mehr als verdoppelt. Die meisten entdeckten Opfer wurden sexuell ausgebeutet. Andere Gründe für den Handel mit Menschen sind Zwangsarbeit, Rekrutierung von Kindersoldaten und andere Formen der Ausbeutung und des Missbrauchs.

Menschenhändler und Terroristengruppen zielen auf die Verwundbarsten in der Gesellschaft, von Menschen in Armut bis hin zu Menschen, die in einen Krieg verwickelt sind oder diskriminiert werden. Nadia Murad, die als erstes Opfer von Menschenhandel als Botschafterin des guten Willens der Vereinten Nationen fungiert, wurde zu Recht mit dem Friedensnobelpreis 2018 ausgezeichnet, weil sie internationale Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel und sexueller Gewalt in Konflikten ergriffen hatte.

Bewaffnete Konflikte, Vertreibung, Klimawandel, Naturkatastrophen und Armut verschärfen die Verwundbarkeit und die Verzweiflung, die das Gedeihen des Menschenhandels ermöglichen. Migranten werden ins Visier genommen. Tausende Menschen sind auf See, in Wüsten und in Haftanstalten durch Menschenhändler und Schleuser gestorben, die ihren enormen, gnadenlosen Geschäften nachgingen.

Die alltägliche Gleichgültigkeit jedoch gegenüber Missbrauch und Ausbeutung in unserer Gesellschaft ist entlarvend. Vom Baugewerbe, über die Lebensmittelproduktion bis hin zur Produktion von Konsumgütern - unzählige Unternehmen und Betriebe profitieren von dem Elend des Menschenhandels.

Multilaterale Maßnahmen haben Fortschritte erbracht, unter anderem durch das Übereinkommen von Palermo und sein Protokoll zur Verhinderung, Bekämpfung und strafrechtlichen Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere wenn Frauen und Kinder betroffen sind. Die meisten Länder verfügen über die erforderlichen Gesetze, und einige Länder haben kürzlich ihre ersten Verurteilungen von Menschenhandel registriert. Es muss jedoch noch mehr getan werden, um die grenzüberschreitenden kriminellen Netzwerke vor Gericht zu bringen, und um sicherzustellen, dass die Opfer identifiziert werden und Zugang zu benötigtem Schutz und Dienstleistungen haben.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) enthalten klare Ziele zur Vorbeugung von Missbrauch und Ausbeutung, zur Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, sowie zur Beseitigung von Zwangs- und Kinderarbeit. An diesem Welttag gegen den Menschenhandel bekräftigen wir unsere Entschlossenheit, mit der wir verhindern, dass Menschen durch Kriminelle rücksichtslos ausgebeutet werden und mit der wir Opfern helfen, ihr Leben wiederaufzubauen.

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