Dienstag, 20 August 2019
UNRIC logo - Deutsch
                

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Weltumwelttag

05 Juni 2019 -Das Thema des diesjährigen Weltumwelttags ist Luftverschmutzung. Überall auf der Welt – von den Megastädten bis zu kleinen Dörfern – atmen die Menschen schmutzige Luft. Geschätzte neun von zehn Menschen weltweit sind Luftschadstoffen ausgesetzt, die die Leitlinien für Luftqualität der Weltgesundheitsorganisation überschreiten. Dies senkt die Lebenserwartung und schädigt die Wirtschaft auf der ganzen Welt.

Um die Luftqualität zu verbessern, müssen wir unseren Feind kennen. Todesfälle und Krankheiten durch Luftverschmutzung werden durch winzige Partikel verursacht, die jedes Mal unsere Abwehrkräfte durchdringen, wenn wir unsere Lungen füllen. Die Partikel haben verschiedene Ursachen: die Verbrennung fossiler Brennstoffe für Strom und Transport; die Chemie- und Bergbauindustrie; die offene Verbrennung von Abfällen;das Verbrennen von Wäldern und Feldern; und die Verwendung von schmutzigen Brennstoffen zum Kochen und Heizen in Innenräumen, das besonders in Entwicklungsländern ein großes Problem darstellt.

Diese verschmutzte Luft fordert jedes Jahr etwa 7 Millionen Menschenleben, verursacht langfristige Gesundheitsprobleme wie Asthma und beeinträchtigt die kognitive Entwicklung von Kindern. Laut der Weltbank kostet die Luftverschmutzung die Gesellschaft jedes Jahr mehr als 5 Billionen US-Dollar.

Viele Luftschadstoffe tragen auch zur globalen Erwärmung bei. So zum Beispiel Ruß. Produziert von Dieselmotoren, brennendem Müll und schmutzigen Kochherden, ist es beim Einatmen extrem schädlich. Die Verringerung der Emission solcher Schadstoffe wird nicht nur die allgemeine, öffentliche Gesundheit verbessern, sondern könnte auch die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten um bis zu 0,5 Grad Celsius verringern.

Die Bekämpfung von Luftverschmutzung stellt daher eine doppelte Chance dar, da es viele erfolgreiche Initiativen gibt, die sowohl die Luft reinigen als auch die Treibhausgasemission senken. So zum Beispiel der Ausstieg aus Kohlekraftwerken und die Förderung umweltfreundlicherer Industrien, Transportsysteme und heimischer Brennstoffe. Die Tatsache, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen jedes Jahr die in fossile Brennstoffe übersteigen, führt weltweit zu einem Anstieg an sauberer Energie. Zudem wächst der saubere Transport stetig.

Es sind diese Initiativen, die auf die Verbesserung der Luftqualität und die Bekämpfung des Klimawandels abzielen, die Hoffnung bringen. Ich fordere alle, die am diesjährigen Klimagipfel

im September teilnehmen, auf, sich von solchen Beispielen motivieren zu lassen. Es gibt keinen Grund, warum die internationale Gemeinschaft nicht handeln kann. Den Präzedenzfall dafür liefert das Montrealer Protokoll. Die Wissenschaftler verzeichneten eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche und planetarische Gesundheit und die Regierungen und Unternehmen mussten handeln, um die Ozonschicht erfolgreich zu schützen.

Am Weltumwelttag bitte Sie alle zu handeln, damit wir besser atmen können. Vom Druck auf die Politiker und Unternehmen bis hin zur Änderung unserer eigenen Gewohnheiten, wir können die Umweltverschmutzung reduzieren und den Klimawandel bekämpfen.

Heute stehen wir einer ebenso dringlichen Krise gegenüber. Es ist Zeit, entschlossen zu handeln. Meine Botschaft an die Regierungen ist klar: Umweltverschmutzung besteuern; Unterstützungen für fossile Brennstoffe beenden; keine neuen Kohlekraftwertke mehr bauen. Wir brauchen eine grüne Wirtschaft, keine graue Wirtschaft.

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2778

  • Allgemeine Anfragen: info(at)unric.org
  • Presse/Medien: deutschland(at)unric.org