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UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Internationalen Tag des Artenschutzes, 3. März 2018

Bonn, 27. Februar 2018 – Am Internationalen Tag des Artenschutzes rückt die Rolle der wilden Tiere und Pflanzen für die Vielfalt unserer Kulturen und die Nachhaltigkeit unserer Gesellschaften in den Mittelpunkt. In diesem Jahr richten sich dabei alle Augen auf die Großkatzen unserer Erde. Diese großartigen Jäger, zu denen Arten wie Geparde, Jaguare, Löwen, Pumas, Schneeleoparden und Tiger gehören, sind in Afrika, Asien und Nord- und Südamerika beheimatet.

Obwohl sie allseits für ihre Anmut und Stärke verehrt werden, sind sie zunehmend vom Aussterben bedroht. Lebten noch vor einem knappen Jahrhundert 100.000 wilde Tiger in Asien, ist ihre Anzahl bis heute auf 4.000 Tiger geschrumpft. Das entspricht einem Verlust von 96 Prozent ihres historischen Vorkommens.

Der Fall der wilden Tiger steht exemplarisch für alle Wildkatzen, die kollektiv der Gefahr von Lebensraumverlust, Klimawandel, Wilderei, illegalem Handel und dem Konflikt zwischen Mensch und Tier ausgesetzt sind. Im letzten Jahr unterzeichneten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die dritte wegweisende Resolution, um diesen Dreh- und Angelpunkt des Wildtiersterbens zu einer Priorität zu erheben. Regierungen, Zivilgesellschaft und Akteure des privaten Sektors arbeiten auf der ganzen Welt zusammen, um dem gefassten Beschluss Taten folgen zu lassen.

Letzten Endes liegt die Lösung für die Rettung der Großkatzen und anderer bedrohter Arten in einer Naturschutzpolitik, die auf fundierter Wissenschaft und Rechtsstaatlichkeit basiert. Diese muss auch Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung in deren Vollständigkeit berücksichtigen. Wenn lokale Gemeinschaften und deren Wirtschaft von der Erhaltung der Wildtiere profitieren, wird der Erfolg solcher Strategien wahrscheinlicher.

Großkatzen sind eine Schlüsselspezies. Sie zu schützen, ist mit dem Schutz der Landschaften, in denen sie leben und der großen Vielfalt, die sie hervorbringen verbunden. Darüber hinaus trägt ihr Schutz dazu bei, ganze Ökosysteme zu bewahren, die für die Gesundheit unseres Planeten grundlegend sind.

Zahlreiche mutige Wildhüter und Ordnungskräfte kämpfen vor Ort gegen Straftaten, die gegen Wildtiere verübt werden und setzen ihr Leben für den Schutz dieser kritisch bedrohten Arten aufs Spiel. Der Schutz wilder Tiere ist aber auch eine gemeinsame Verantwortung. Am Internationalen Tag des Artenschutzes rufe ich Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, zur Sensibilisierung für dieses Problem beizutragen und persönlich aktiv zu werden, um das Überleben der größten Katzen der Welt und ihrer wertvollen und zerbrechlichen biologischen Vielfalt sicherzustellen.

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