Mitteilung für die Medien Nr. 7 Wüstenbildung bekämpfen mit Sachverstand
In Bewusstsein dieser Tatsache, hat das von Hama Arba Diallo geleitete Sekretariat der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) in Deutschland Kontakt mit dem 'Arbeitskreis Wüstenökologie in der Deutschen Gesellschaft für Ökologie' aufgenommen. Bereits für Januar haben sie ein Symposium geplant, das in der Bundesstadt Bonn, dem Zentrum für internationale Zusammenarbeit, stattfinden soll. Solche Begegnungen sind bereits in der Konvention vorgesehen. Die Vertragsparteien sind verpflichtet, die Sammlung, die Analyse und den Austausch von wissenschaftlichen Daten und Informationen zusammenzuführen und zu koordinieren. Sie stellen auch sicher, dass die Landverödung systematisch beobachtet wird, um so die Prozesse und Wirkungen von Dürre und Wüstenbildung besser verstehen und bewerten zu können. Die Konvention betont die Notwendigkeit einer Koordinierung solcher Anstrengungen mit anderen verwandten Konventionen, insbesondere jenen, die sich mit dem Klimawandel und der biologischen Vielfalt befassen. Darüber hinaus sieht die Konvention vor, neue Technologien und neues Know-how zu entwickeln, diese den betroffenen Ländern zur Verfügung zu stellen und den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Moderne Kommunikationsnetze, Satellitenaufnahmen und Gentechnologie sind nur einige Beispiele für moderne Instrumente, die zur Bekämpfung der Desertifikation beitragen können. Bessere Wettervorhersagen und warnungen können darauf hinwirken, die Produktivität eines Landes zu erhalten oder zu erhöhen und gleichzeitig die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und die lokalen Lebensbedingungen zu verbessern. Dies gilt auch für neue Pflanzen- und Tierarten, die gegenüber Schädlingen, Krankheiten und anderen in Trockengebieten auftretenden Belastungen resistent sind. Photovoltaische Zellen und Windenergie könnten die Verwendung von knappem Brennholz und damit die Abholzung reduzieren. Aus all diesen Gründen verpflichtet die Konvention die Vertragsparteien dazu, die technologische Zusammenarbeit zu Fördern. Sie ruft dazu auf, Transfer, Aneignung, Anpassung und Entwicklung jener Technologien zu Fördern und zu finanzieren, die dazu beitragen, die Wüstenbildung zu bekämpfen oder ihre Auswirkungen zu bewältigen. Diese Technologien sollten zudem umwelt- und sozialverträglich sowie ökonomisch sein. Allerdings, so die Konvention, sollen lokale und traditionelle Technologien und Know-how geschützt werden. Immerhin bewältigen die Menschen die Verödung von Land und anderen natürlichen Ressourcen mindestens seit dem Aufkommen der Landwirtschaft vor Tausenden von Jahren. Viele lokale Bevölkerungsgruppen haben Techniken zur Bewirtschaftung von Böden und Wasser, zur Domestizierung von Pflanzen und Tieren und selbst zur Wettervorhersage entwickelt. Zu den Beispielen zählen die Terrassierung steiler Hänge in den Anden und im Himalaja sowie die Nutzung von Bewässerungssystemen überall auf der Welt seit vorgeschichtlichen Zeit. Viele dieser Technologien sind noch immer in Gebrauch und haben ihre Effektivität über die Jahrhunderte unter Beweis gestellt. Allzu oft haben allerdings Veränderungen der wirtschaftlichen, ökologischen oder kulturellen Gegebenheiten die Menschen dazu veranlasst, Techniken aufzugeben, die heutzutage noch immer von Nutzen sein könnten. Die Konvention stellt daher fest, dass traditionelle und lokale Technologien und Know-how geschützt werden sollten. Es gelte, Bestandslisten solcher Technologien aufzustellen und ihre Einsatzmöglichkeiten möglichst weit zu verbreiten. November 1999 |