W¸stenbildung
 
UNCCD (8508 bytes)

Dritte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention der Vereinten Nationen
zur Bekämpfung der Wüstenbildung (COP 3)
Recife, Brasilien
15. - 26. November 1999

Mitteilung für die Medien Nr. 6
kein offizielles Dokument

Desertifikation, Weltklima und Biodiversität


Die vor drei Jahren in Kraft getretene UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) ist ein integraler Bestandteil weltweiter Bemühungen, eine nachhaltige Entwicklung zu Fördern. Die Konvention bezieht sich mehrmals auf die Problembereiche nachhaltige Entwicklung, Klimawandel und biologische Vielfalt und weist auf die Notwendigkeit einer Abstimmung von Projekten im Umwelt- und Ressourcenschutzbereich hin.

Durch eine integrierte Vorgehensweise können Synergieeffekte genutzt werden, was die Breitenwirksamkeit der vorgenommenen Maßnahmen zusätzlich steigert. Die beiden UN-Konventionen zur Erhaltung der Biodiversität (CBD) und zum Klimaschutz (FCCC) umfassen mehrere Elemente, die komplementär zur Desertifikationskonvention wirken.

Dazu zählt die Erhaltung der Agrobiodiversität, der tiergenetischen und pflanzengenetischen Vielfalt, die hinsichtlich der Förderung angepasster Techniken und Methoden der nachhaltigen Landwirtschaft und somit auch zur Vorbeugung gegen Desertifikationserscheinungen von großer Bedeutung ist. Aufforstungsmaßnahmen in degradierten Gebieten dienen durch die Bindung von Kohlenstoff sowohl dem Klimaschutz als auch der Bekämpfung der Desertifikation. Die CCD hält es daher für sinnvoll, die zwei anderen globalen Konventionen als komplementär zueinander zu betrachten und sich dies bei der Umsetzung zunutze zu machen.

Das Problem der biologischen Vielfalt wird oft mit tropischen Regenwäldern in Verbindung gebracht. Eine Tatsache ist jedoch, dass Ökosysteme in Trockengebieten ebenfalls über eine reiche Flora und Fauna verfügen, darunter Pflanzen- und Tierarten, die nirgendwo sonst vorkommen. Viele der für die Menschheit wichtigsten pflanzlichen Nahrungsmittel, wie beispielsweise Gerste und Sorghum, haben ihren Ursprung in Trockengebieten.

Obwohl einheimische Arten schnell schwinden, bleiben sie aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Belastungen wie Pflanzenkrankheiten eine wichtige Ressource für Pflanzenzüchter. Arten in Trockengebieten bilden auch eine Quelle für Medikamente, Harze, Wachse, Öle und andere kommerzielle Produkte. So liefern Trockengebiete beispielsweise ein Drittel der in den Vereinigten Staaten aus Pflanzen gewonnenen Medikamente. Sie sind zudem wichtige Lebensräume für wild lebende Tierarten wie größere Säugetiere und Zugvögel. Diese Lebensräume sind besonders anfällig für die Landverödung.

Der UN-Klimarahmenkonvention zufolge sind “Länder mit ... Trocken- und Halbtrockengebieten oder Gebieten, die überschwemmungen, Dürre und Wüstenbildung ausgesetzt sind, ... besonders anfällig für die nachteiligen Auswirkungen der Klimaänderungen“. Wissenschaftler können derzeit noch nicht voraussagen, wie sich der steigende Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf die globale Ausbreitung der Desertifikation auswirken wird. Was sie jedoch vorhersagen können, ist, dass Veränderungen in Temperatur, Verdunstung und Niederschlägen von Region zu Region unterschiedlich ausfallen werden. Demzufolge wird sich die Desertifikation in einigen kritischen Gebieten verschlimmern, an anderen Orten dagegen abnehmen.

Andererseits aber führt die Verödung von Land häufig zu einer Reduzierung der Oberflächenfeuchtigkeit. Weil deshalb weniger Wasser zur Verfügung steht, das von der Sonne verdunstet werden kann, bleibt mehr Energie übrig, um den Boden und somit auch die unteren Schichten der Atmosphäre zu erwärmen. Auch Winderosion führt zur Freisetzung von Staub und anderen Partikeln in die Atmosphäre. Indem diese die Sonnenstrahlen absorbieren bzw. zurück in den Weltraum reflektieren, können sie dazu beitragen, die Erdoberfläche abzukühlen. Die Energie, die sie absorbieren, kann allerdings die unteren Schichten der Atmosphäre aufheizen und auf diese Weise Temperaturunterschiede zwischen den vertikalen Schichten reduzieren; dies kann wiederum zu weniger Regenfällen und somit trockenerem Land führen.

Hinzu kommt, dass durch das periodische Abbrennen von aridem und semiaridem Grassland - oft mit einer nicht nachhaltigen Bewirtschaftung des Landes durch Brandrodung verbunden - Treibhausgase freigesetzt werden. Dies gilt auch für die nicht nachhaltige Nutzung von Brennholz und Holzkohle, die eine wichtige Ursache für Landverödung darstellt. Wissenschaftler halten es aber auch für wahrscheinlich, dass die Wiederaufforstung einen abkühlenden Effekt haben wird. Zudem sei sie eine natürlich wichtige Methode, um die Landverödung zu bekämpfen.

November 1999


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