W¸stenbildung
 
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Dritte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention der Vereinten Nationen
zur Bekämpfung der Wüstenbildung (COP 3)
Recife, Brasilien
15. - 26. November 1999

Mitteilung für die Medien Nr. 5
kein offizielles Dokument

Armutsbekämpfung gebietet Wüstenbildung Einhalt


Gegen die Desertifikation angehen heißt die Armut bekämpfen, Hungersnöte beseitigen, die Nahrungsmittelversorgung sichern und auf diese Weise den von der Wüstenbildung betroffenen Ländern und Regionen zu einer nachhaltigen Entwicklung zu verhelfen.

Die Wüstenbildung wirkt am folgenschwersten in Afrika. Zwei Drittel des Kontinents sind Wüste oder Trockengebiete. Es gibt ausgedehnte landwirtschaftlich genutzte Trockengebiete, von denen bereits nahezu drei Viertel bis zu einem gewissen Grad verödet sind. Die Region wird häufig von schlimmen Dürreperioden heimgesucht. Viele afrikanische Länder sind Binnenstaaten, leiden unter einer weit verbreiteten Armut, benötigen ausländische Hilfe und sind für das überleben ihrer Bevölkerung extrem abhängig von natürlichen Ressourcen.

Wenn Menschen in Armut leben, bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als das Land übermäßig zu nutzen. Wenn die Bewirtschaftung des Landes schließlich unwirtschaftlich wird, sind diese Menschen häufig gezwungen, an einen anderen Ort zu ziehen, sei es innerhalb des Landes oder über die Landesgrenzen hinaus. Dies wiederum kann die Umwelt zusätzlich belasten sowie soziale und politische Spannungen und Konflikte verursachen. So entsteht ein Teufelskreis.

Diesen circulus viciosus will Deutschland durchbrechen helfen und zugleich zur Verwirklichung der Ziele der UN-Konvention zur Desertifikationsbekämpfung beitragen. Bereits seit Mitte der 80er Jahre bildet die Unterstützung von Vorhaben zur Desertifikationsbekämpfung einen Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Eine große Anzahl laufender Projekte mit einem Gesamtzusagevolumen von rund 2,8 Milliarden DM bietet einen breiten Erfahrungsschatz für die technische und finanzielle Zusammenarbeit. Unterstützt werden 25 Staaten in Afrika, 14 Länder in Asien und 9 in Lateinamerika.

Der regionale Schwerpunkt der deutschen Aktivitäten im Bereich Desertifikationsbekämpfung liegt in Afrika. Rund 60 Prozent der geförderten Projekte werden in Afrika, 25 Prozent in Asien und 15 Prozent in Lateinamerika durchgeführt. Neben klassischen Themen wie Wasserversorgung, ländliche Entwicklung und Ressourcenmanagement gewinnen im Rahmen des globalen Strukturwandels auch weitere Herausforderungen der Zukunft wie Dezentralisierung, Krisenprävention und Informationsmanagement immer mehr an Bedeutung.

Einige Projektbeispiele aus Afrika, Asien und Lateinamerika veranschaulichen die unterschiedlichen deutschen Erfahrungen im Bereich Desertifikationsbekämpfung. In Argentinien geht es um ländliche Regionalentwicklung, in Burkina Faso und Namibia um einen Programmsatz im Rahmen der nationalen Desertifikationsbekämpfung, im Senegal um Ressourcenmanagement und Dezentralisierung und in Turkmenistan um partizipative Desertifikationsbekämpfung. Am Beispiel von Mali wird der unmittelbare deutsche Beitrag zur Umsetzung der Desertifikationskonvention unterstrichen.

Die Zusammenarbeit mit dem CLISS - ComitÈ Permanent Inter-Etats de Lutte contre la SÈcheresse au Sahel - ist ein Beispiel für die Institutionenförderung. Sie geht auf einen Kooperationsvertrag vom August 1980 zurück, der den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit legte. Ziel ist die Unterstützung der neun CLISS-Mitgliedsstaaten - Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mail, Mauretanien, Niger, Senegal und Tschad - in Fragen der Ernährungssicherung, der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Desertifikationsbekämpfung. Dafür sind bisher 11,8 Millionen DM zur Verfügung gestellt worden.

Rund ein Drittel der Mittel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden für multilaterale Programme internationaler Organisationen wie der UN und ihrer Unterorganisationen, der Weltbank und der Europäischen Union bereitgestellt, Auch auf diese Weise Fördert Deutschland wirksame Programme zur Desertifikationsbekämpfung und hilft, die Armut in den von der Wüstenbekämpfung profitierenden Regionen zu beseitigen.

November 1999


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