Informationsgesellschaft

 

Der Gipfel: Häufig gestellte Fragen

a) Informationsgesellschaft

Warum besteht die Notwendigkeit für einen Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society - WSIS)?

Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft. Diese Informationsrevolution beeinflusst die Art und Weise wie Menschen leben, lernen und arbeiten und wie Regierungen mit der Zivilgesellschaft interagieren. Information ist ein machtvolles Instrument ökonomischer und sozialer Entwicklung, und dieser Gipfel stellt für alle „key-player“ eine einzigartige Möglichkeit dar, einen aktiven Beitrag zu leisten, um die Wissensklüfte und digitalen Klüfte zu überbrücken.

In der erste Phase des Gipfels in Genf werden eine Grundsatzerklärung und einen Aktionsplan für die Implementierung durch die Regierungen, Institutionen und alle Bereiche der Zivilgesellschaft erstellt, um den neuen Herausforderungen der sich ständig weiter entwickelnden Informationsgesellschaft gerecht zu werden. Insbesondere sollen Wege aufgezeigt werden, wie man die Kluft zwischen denjenigen, die Zugang zum Internet haben und denjenigen, die diesen Zugang zum globalen Informationsnetzwerk nicht haben, beseitigen kann. Entwicklungsthemen werden ein Schwerpunkt der zweiten Phase in Tunis sein, wo außerdem der bis dahin erfolgte Fortschritt festgestellt werden soll, um einen weiteren Aktionsplan zu entwickeln.

Was genau sind die Wissensklüfte und digitalen Klüfte?

Die beiden Termini beziehen sich auf die Kluft zwischen den technisierten Gemeinschaften und denen, die auf unserem Planeten von dieser Technik ausgeschlossen sind sowie auf den Mangel an Informationstransfer zwischen diesen Gemeinschaften. Entwicklungs- und Schwellenländer sind am stärksten von der Wissenskluft und der digitalen Kluft betroffen. Während die weltweite Telefondichte Anzeichen der Verbesserung zeigt – die Zahl der Telefonleitungen pro 100 Personen übertraf im Jahr 2001 den Wert 1 – wächst andererseits die Kluft zwischen denen mit und ohne Internetzugang weltweit ständig.

Ändert die Informationsgesellschaft unser Leben?

Eine neu vernetzte Wirtschaft und eine wissensbasierte Gesellschaft sind entstanden. Die Art und Weise wie die Menschen leben, lernen, arbeiten und zueinander in Beziehung treten, hat sich grundlegend und kontinuierlich gewandelt.
Wie ist das Verhältnis zwischen der Information und der Wissensgesellschaft?
Der freie Informations- und Ideenfluss hat ein explosives Wachstum des Wissens und eine Vielzahl von neuen Anwendungsmöglichkeiten ausgelöst. Das Ergebnis sind veränderte ökonomische und soziale Strukturen und Beziehungen. Allerdings bleibt die überwiegende Mehrheit der Menschen auf dieser Erde von dieser Revolution unberührt. Diese „digitale Spaltung“ droht die ohnehin schon bestehende Entwicklungskluft zwischen den Reichen und den Armen zwischen und innerhalb der Länder noch zu vergrößern.

Die Mehrheit der Weltbevölkerung wird von dieser Revolution nicht profitieren, wenn ihr keine volle Partizipation in der sich herausbildenden wissensbasierten Informationsgesellschaft ermöglicht wird.

Wie treibt die Informationsgesellschaft die Wirtschaft an?

Die digitale Revolution führt zur Entwicklung völlig neuer Formen sozialer und wirtschaftlicher Interaktion und zu neuen Gemeinschaften im grenzenlosen Cyberspace.

Anders als die industrielle Revolution des vorigen Jahrhunderts besitzt die Revolution der Informations- und Kommunikationstechnologie (Information and Communication Technology - ICT) das Potential, sich rasch auszubreiten und das Leben jedes Menschen zu berühren. Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen es den Menschen - egal wo in der Welt – auf Wissen und Information zurückzugreifen.

Welche Rolle können ICT in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung spielen?

Die “digitale Kluft” hat eine Wissenskluft zwischen Menschen, die über viel Information verfügen und jenen Menschen, die über wenig Information verfügen, geschaffen. Eine neue Form des Analphabetentums droht zu entstehen. Die digitale Kluft fördert die Armut an Information und Wissen und limitiert so die Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum und die Verbreitung von Wohlstand.

ICT regen Individuen und Gemeinschaften zur Bildung von wirtschaftlichen und sozialen Netzwerken an. Diese Netzwerke schaffen die Möglichkeit, verschiedene Gruppen miteinander zu verbinden, indem Wissen, das entscheidend für ihre sozioökonomische Entwicklung ist, abgerufen und ausgetauscht wird. Unternehmer und Arbeitgeber würden durch die Möglichkeit national, regional und global für ihre Geschäfte zu werben, ebenfalls von ICT profitieren. Außerdem können durch ICT Gesundheits- und Erziehungsdienste leichter und effizienter genutzt werden, weil die Menschen einfacheren Zugang hätten.

Was verspricht die Informationsgesellschaft?

Mit der wachsenden Möglichkeit zu kommunizieren und Informationen zu teilen, wächst auch die Möglichkeit einer friedlicheren und wohlhabenderen Welt für all ihre Bürger. Jedoch wird die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht von dieser Informationsrevolution profitieren können, solange es ihnen nicht ermöglicht wird, voll und ganz an dieser neu entstehenden und auf Wissen basierenden Gesellschaft teilzunehmen.

Wer soll Zugang haben?

Wissen und Information sollte für alle leicht zugänglich sein, auch für die Landbevölkerung und für Menschen in benachteiligten Regionen. Besondere Rücksicht muss dabei auf marginalisierte, unterprivilegierte und entrechtete Gruppen gelegt werden, so wie auf Arbeitslose, Kinder, ältere Menschen, Behinderte, die Naturvölker und Menschen mit speziellen Bedürfnissen.

Welche Werte sollen der Informationsgesellschaft zu Grunde liegen?

Die universellen menschlichen Werte wie Gleichheit und Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität, gegenseitige Toleranz, Menschenwürde, wirtschaftlicher Fortschritt, Umweltschutz und Respekt von Vielfalt sollen die Grundlagen der globalen Informationsgesellschaft bilden.

Wird der WSIS einen Text verabschieden, der eine universelle Vision für die Informationsgesellschaft beinhaltet?

Der Weltgipfel soll allen Interessensgruppen die einzigartige Möglichkeit geben, eine gemeinsame Vision für das Verständnis der Informationsgesellschaft zu formulieren und einen Aktionsplan zu entwickeln, der alle diese Visionen zu Gunsten der gesamten Menschheit beinhaltet.

b) Ziele des Gipfels

Wie kann der Gipfel mehr aus der Informationsgesellschaft machen als eine bloße wirtschaftliche Notwendigkeit?

Die UNO glaubt, dass es durch Zeitpunkt und Struktur des WSIS den weltweiten Führungspersonen ermöglicht wird, die digitale Revolution in ihren kritischen Bereichen Entwicklung, Politik und Inhalt voranzutreiben.

In diesem Sinne soll der WSIS dabei helfen, die Vision einer allumfassenden, globalen Informationsgesellschaft zu entwickeln, in der alle Menschen gleichermaßen ermächtigt werden, die Information und das Wissen für ihre wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Entwicklung zu gestalten, frei zu teilen und zu benutzen.

Werden dies wieder bloß Worte und keine Taten sein?

Der Gipfel wurde in zwei Phasen konzipiert: Die Aktionen, über die in der ersten Phase entschieden wird, müssen vor der zweiten Phase ausgeführt werden.

Welche Resultate werden für die Gipfel in Genf (2003) und in Tunis (2005) erwartet?

Am Gipfel 2003 werden eine Deklaration und ein Aktionsplan verabschiedet, eine große Themenauswahl umfassend und genau definiert, damit gezielt diskutiert und geplant werden kann.

Beim 2. Vorbereitungstreffen, das vom 17. bis zum 28. Februar 2003 in Genf veranstaltet wurde, wurden Arbeitsunterlagen zur Deklaration und dem Aktionsplan ausgearbeitet, die beim dritten Vorbereitungstreffen vom 15. bis zum 25. September noch weiter diskutiert werden sollen.

Der endgültige Aktionsplan soll in der ersten Phase des Gipfels im Dezember in Genf verabschiedet werden, damit er vor der zweiten Phase in Tunesien bereits in die Praxis umgesetzt werden kann.

Welche Aktionen werden erwartet?

Spezielle Vorschläge aus dem vorläufigen Aktionsplan beinhalten konkrete und umfassende Aktionen wie die Entwicklung nationaler E-Strategien für alle Länder, den Abschluss eines „Globalen digitalen Vertrages“ und eines ICT Entwicklungsindexes, der einen Anhaltspunkt für die Aktionen, die getroffen werden müssen, liefern soll.

Andere Vorschläge sind die Ausstattung und das Training von Arbeitern in den Entwicklungsländern, das Überarbeiten der Lehrpläne in den Unter- und Oberstufenklassen und die Schaffung von Soft- und Hardware, die die Benutzung aller Sprachen ermöglicht.

Woran können diese Aktionen gemessen werden?

Die folgenden Anhaltspunkte wurden in den Arbeitsunterlagen zum vorläufigen Aktionsplan vorgeschlagen:

  • Alle Dörfer sollen bis 2010 in Verbindung stehen, mit einem Gemeinschaftszugang bis 2015
  • Alle Universitäten sollen bis 2005, alle Höheren Schulen bis 2010 und alle Grundschulen bis 2015 verbunden sein
  • Alle Krankenhäuser sollen bis 2005 und alle Gesundheitszentren bis 2010 verbunden sein
  • 90 Prozent der Weltbevölkerung sollen bis 2010 drahtlos abgedeckt sein, 100 Prozent bis 2015
  • Alle zentralen Regierungsabteilungen sollen bis 2005 eine eigene Webseite und eine Email-Adresse haben, alle lokalen Ämter und ihre Abteilungen bis 2010

c) Am Gipfel vertretene Interessensgruppen

Wer ist an der Organisation des Weltgipfels beteiligt?

Der Gipfel wurde 1998 bei der Konferenz der Generalbevollmächtigten der ITU (International Telecommunication Union) initiiert. Bei dieser Konferenz bemerkte man die große Kluft zwischen denen, die Zugang zu Information haben und denjenigen, die keinen Zugang zu Information haben, gleichzeitig aber die Telekommunikation auf politischer, sozialer und kultureller Ebene eine immer wichtiger Rolle spielt. Die UNO erkannte die Notwendigkeit, eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen und globalen Initiativen zu schaffen, die ICT für die Entwicklung fördern. Sie verabschiedeten eine Resolution, in der sie der ITU die Leitung der Gipfelvorbereitungen übertrug.

Von der UNO-Generalversammlung wurde der Gipfel als eine sinnvolle Maßnahme zur Verwirklichung der Ziele der Millenniumsdeklaration befürwortet. Der Milleniumsgipfel erkannte die Schlüsselrolle von Partnerschaften von Regierungen, bilateralen und multilateralen Entwicklungsbehörden, dem privaten Sektor, der Zivilgesellschaft und anderen Interessensgruppen, um ICT zu einer wichtigen Komponente in Bezug auf nachhaltige Entwicklung zu machen.

Das ITU-Büro der Vereinten Nationen ist für die Organisation des Gipfels verantwortlich. Alle Interessensgruppen mit wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und politischer Kompetenz sollen zusammengebracht werden, um den weltweiten Führungspersonen auf dem Privatsektor und den Nichtregierungsorganisationen bei der Formulierung und Umsetzung einer gemeinsamen Vision der Nutzung der ICT zur Vernetzung marginalisierter Gruppen mit dem Informationszeitalter zu helfen.

Wie ist die Beziehung des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft zu bereits hochangesehenen existierenden Initiativen wie z. B. der UN ICT Task Force und der Digital Opportunity Initiative?

Der WSIS gibt der ITU die einzigartige Möglichkeit, eine Plattform zu entwickeln, die die Vielzahl an Initiativen und Arbeiten im Bereich der ICT in Bezug auf wirtschaftliche und soziale Entwicklung erstmals zusammenbringt.

Die Arbeit von ITU, in Verbindung mit von UN ICT Task Force, UNDP und UNESCO gesponserten Projekten, bringt zum ersten Mal „Global Digital Opportunity Initiative“ und andere internationale Interessensgruppen zusammen mit dem Ziel, die höchsten politischen Ebenen aus den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern zu verpflichten, kooperativ zusammen zu arbeiten, sodass die gesamte Menschheit vom Nutzen der Informationsgesellschaft profitieren kann.

Ist es nur ein Regierungsgipfel?

Der Gipfel ist darauf ausgerichtet, die weltweite Gemeinschaft aktiv mit einzubeziehen. Er verkörpert die Möglichkeit, politisches Engagement auf höchster globaler Ebene einzufordern, um die Zukunft der Informationsgesellschaft zu gestalten, sowie die digitalen Klüfte und die Wissensklüfte zu überbrücken. Repräsentanten von Regierungen, aus dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft, Internationalen Organisationen und den Medien werden auf höchster Ebene vertreten sein.

Welche Rolle hat der Privatsektor bei diesem Gipfel?

Um eine einwandfreie und nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur sowie zufriedenstellende und finanziell tragbare Anwendungsmöglichkeiten der Informationsgesellschaft zu gewährleisten, ist der Privatsektor aus dem Ablauf des Gipfels nicht wegzudenken. Der Privatsektor kann in praktische Partnerschaften für die innovative Anwendung wie z.B. e-Government mit einbezogen werden. Die Rolle des Privatsektors steht über der des Marktes. Der Privatsektor kann in einem weiteren politischen und sozialen Rahmen eine Rolle spielen. Er kann bei der Entwicklung von ICT, der Schaffung von ICT Märkten und Human Resource Kapazitäten helfen, die für die Überbrückung der digitalen Kluft notwendig sind.

Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft beim Gipfel?

Die Zivilgesellschaft mit einzubeziehen, ist entscheidend für die Schaffung einer gleichberechtigten Informationsgesellschaft, die auf nachhaltiger Wirtschaft und sozialer Entwicklung basierert. Die Zivilgesellschaft ist entscheidend für die soziale Akzeptanz der Informationsgesellschaft. Es hilft auch den Wert der Regulation–Markt–Wert – Triangel zu stärken, welche das Wachstum der Informationsgesellschaft angespornt hat.
Warum ist die Rolle der ICT und der Massenmedien so wichtig für die Erschaffung einer Informationsgesellschaft für alle?

ICT und die Massenmedien können und werden ein mächtiges Werkzeug sein, um die bestehende Entwicklungskluft zu überbrücken und die Erreichung der Milleniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals - MDG) voranzutreiben: Bekämpfung von Hunger, Armut, Krankheiten, Analphabetismus, Umweltzerstörung und Unterschied zwischen den Geschlechtern. Ohne den umfassenden und innovativen Gebrauch von ICT können die MDG wohl unmöglich erreicht werden.

ICT und die Massenmedien bieten in Zeiten des Technologieabschwungs auch einen globalen wirtschaftlichen Anreiz, in welche Richung die angemessenen Maßnahmen und Impulse gesetzt werden sollen. Die digitale Kluft ist in den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern gleichermaßen eines der größten außertariflichen Barrieren im Welthandel.

ICT und die Massenmedien werden den Entwicklungszielen dienen, vorausgesetzt der Zugang zu Information und Kommunikation ist universal, leistbar, und die freie Meinungsäußerung wird als fundamentales Recht geschützt. Es bedarf außerdem eines Rahmens, der transparent und voraussehbar ist und der den Wettbewerb fördert.

Welche Rolle spielen multilaterale Organisationen beim Gipfel?

Multilaterale Organisationen bieten Beratung, erleichtern den Gruppendialog, teilen Erfahrungen und betreiben Feldstudien. Sie können technische Unterstützung bei der Entwicklung von e-Strategien bieten und in einigen Fällen auch die Rolle von Regierungen und anderen Interessensgruppen ergänzen.

Wie wichtig ist die Gender-Thematik in der Informationsgesellschaft?

Sie ist von enormer Wichtigkeit für den Aufbau einer globalen Informationsgesellschaft. Frauen sind auf dem Gebiet der ICT meist benachteiligt. Regierungen, Geschäftsunternehmen, internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und die Zivilgesellschaft sollten Genderbewusstsein auf allen Ebenen fördern, wenn es um ICT Politik geht, um eine größere Anzahl von Frauen innerhalb des Entscheidungsprozesses und dem Zugang zu Führungspositionen zu beteiligen.

Frauen sollten die gleichen Möglichkeiten für Training im ICT Bereich erhalten. Sowohl in der formellen als auch in der informellen Erziehung sollten gender-bezogene Lehrpläne eingesetzt werden.

Welche Rolle hat die Jugend beim Gipfel?

Die aktive Teilnahme der Jugend beim WSIS ist von besonderer Wichtigkeit. Die Jugend stellt einen großen Teil der Weltbevölkerung und die zukünftige Arbeitskraft dar. Dem Ziel, junge Menschen zum Lernen zu bewegen, muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Besonders junge Menschen in Entwicklungsländern, die benachteiligt sind, sollten mit Wissen und Fähigkeiten im Bereich der ICT ausgestattet werden, um sie voll und ganz in die Informationsgesellschaft zu integrieren.

d) Themen des Gipfels

Welche Themen werden behandelt?

Die Arbeitsunterlagen zum Aktionsplan stellen eine Liste von Themen bereit, die als Referenz verwendet werden können. Diese beinhalten:

1. Infrastruktur für Information und Kommunikation: Finanzierung und Investition, Erschwinglichkeit, Entwicklung und Nachhaltigkeit
2. Zugang zu Information und Wissen
3. Die Rolle von Regierungen, des Wirtschaftssektors und der Zivilgesellschaft zur Förderung des Einsatzes von ICT für die Entwicklung
4. Ausbildung: Investition in menschliche Fähigkeiten durch Erziehung und Training
5. Sicherheit
6. Schaffung geeigneter Bedingungen
7. Förderung der entwicklungsorientierten Anwendung von ICT
8. Kulturelle Identität und Sprachenvielfalt, lokale Inhalte und Medienentwicklung
9. Identifikation und Überwindung von Barrieren der Informationsgesellschaft mittels humaner Perspektive

Weshalb ist Infrastruktur und Finanzierung wichtig?

ICT können einen wichtigen Beitrag zu wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und nachhaltigem Wachstum in allen Ländern leisten. In den meisten Entwicklungsländern bleiben die fehlende Infrastruktur und Anschlussmöglichkeiten eine Herausforderung in der Entwicklung der Informationsgesellschaft. Um von den Möglichkeiten, die ICT für Entwicklung und Reichtum eröffnen, zu profitieren, ist es entscheidend, dass alle Menschen Zugang zu ihnen haben. Aus diesem Grund ist der Aufbau von öffentlichen Anschlusspunkten in jeder Gemeinschaft und die Einrichtung von billigen Zugängen und Verbindungen von großer Bedeutung.

Wieso ist eine Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor sowie der Zivilgesellschaft wichtig für die Entwicklungsforcierung der ICT?

Partnerschaften müssen entwickelt werden, um gemeinsame Ziele zu erreichen und die Themen, die im Zusammenhang mit ICT stehen, zu behandeln. Der öffentliche Bereich sollte Strategien entwickeln, wie man Fehler des Marktes korrigieren kann und wie Wettbewerb so gefördert werden könnte, dass die Informationsgesellschaft für alle zugänglich wird; besonders in den Entwicklungsländern. Der private Sektor erfüllt eine wichtige Rolle bei der Investition in ICT. Regierungen sollten diese Teilnahme fördern. Die Zivilgesellschaft sollte eng mit Gemeinschaften zusammen arbeiten, um ICT Initiativen aufzubauen. Internationale Organisationen sollten sowohl dabei helfen, ICT in den Entwicklungsprozess zu integrieren, als auch die Durchführung des WSIS Aktionsplans unterstützen.

Weshalb ist die Entwicklung menschlicher Ressourcen, Schulbildung und Ausbildung relevant für die Entstehung einer Informationsgesellschaft für alle?

Um alle Vorteile der Informationsgesellschaft zu genießen, ist es entscheidend, Fähigkeiten im Umgang mit ICT zu entwickeln. Aus diesem Grund sollte der Zugang zu passenden Ausbildungen und Schulungsmöglichkeiten auf allen Ebenen, besonders für die Jugend, ermöglicht werden. E-Learning Strategien werden benötigt, um die zu erreichen, die keinen Zugang zu formaler Schulbildung haben, sei es aus geographischen oder persönlichen Gründen.

Aus welchem Grund ist Sicherheit ein Problemfeld der Informationsgesellschaft?

Sicherheit ist für die Entwicklung einer Informationsgesellschaft von fundamentaler Bedeutung, weil Cyber-Verbrechen wie Hacken, die Verbreitung von Computerviren und der Missbrauch persönlicher Informationen für eine auf Information aufgebaute Gesellschaft ernste Gefahren darstellen. Mit der Steigerung von e-Commerce und Onlinetransaktionen wird der Schutz der Privatsphäre und die Gewährleistung einer sicheren ICT Infrastruktur zu einem wichtigen Faktor für eine stabile Informationsgesellschaft.

Was verstehen wir unter einem „Umfeld, das Möglichkeiten eröffnet“?

Das Aufkommen juristischer Herausforderungen in Zusammenhang mit Benutzung und Missbrauch von ICT Daten ließ die Notwendigkeit von geeigneten gesetzlichen, regulierenden und politischen Rahmenbedingungen auf globaler, regionaler und nationaler Ebene entstehen. Diese Rahmenbedingungen sollen die Rechte und Pflichten aller hinsichtlich Meinungsfreiheit, Privatsphäre, Sicherheit, geistiges Eigentum, Verwaltung von Internetadressen und Domain Namen sowie Kosumentenschutz berücksichtigen.

Welche Art von entwicklungsorientierten Anwendungen von ICT sind vorgesehen?

ICT haben die Entstehung eines globalen Marktplatzes geschaffen, auf dem es möglich ist, Zugang zu einer Vielzahl von Informationen, Gütern und Dienstleistungen zu gelangen. ICT eröffnen zahlreiche Möglichkeiten für Entwicklungsländer, um ihre soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen.

Entwicklungsorientierte ICT Applikationen beinhalten E-Government (um öffentliche Dienstleistungen zu verbessern), E-Business, E-Learining und E-Health.

Wird eine Sprache oder Kultur die Informationsgesellschaft beherrschen?

Die Entwicklung mehrsprachiger Inhalte in allen ICT Formaten sollte gefördert werden, um den Erhalt lokaler und nationaler Kulturenvielfalt, Sprache, Kulturbesitz und überliefertes Wissen und Tradition zu sichern.

Wird freie Meinungsäußerung respektiert werden?

Artikel 19 der allgemeinen UNO Menschenrechtserklärung legt folgendes fest: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art ohne Rücksicht auf Grenzen, Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Dieses Recht wird beim Gipfel aufrechterhalten.

Welche Rolle können sowohl ICT als auch traditionelle und neue Medien bei der Entwicklung einer effektiveren Staatsführung spielen?

Sowohl ICT als auch traditionelle und neue Medien ermöglichen ausgegrenzten und isolierten Menschen, ihre Stimme in der Weltgemeinschaft hörbar zu machen, gleichgültig welches Geschlecht sie haben oder wo sie leben. Sie helfen dabei, Einfluss und Entscheidungsmacht sowohl global als auch national gleicher zu verteilen. Sie können Individuen, Gemeinschaften und Länder ermöglichen, ihr Leben zu verbessern. Sie könne außerdem dabei helfen, die Effektivität grundlegender Mechanismen einer demokratischen Wirtschaft durch Zugang zu Information zu verbessern.

e) Logistik

Wo und wann wird der Gipfel stattfinden?

Der Gipfel wird in zwei Phasen abgehalten. Die erste Phase des Weltgipfels wird vom 10. bis 12. Dezember in Genf stattfinden. Gastgeber ist die schweizer Regierung. Die zweite Phase wird vom 16. bis 18. November 2005 in Tunis stattfinden. Gastgeber ist die tunesische Regierung.

Wer wird den Gipfel finanzieren?

Die Resolution 56/183 inkludiert keine Finanzierung des Gipfels und fordert die internationale Gemeinschaft auf, freiwillige Beiträge an einen Treuefond zu leisten, der von der ITU eingeführt wurde, um den Gipfel zu unterstützen und eine einfachere Teilnahme für Repräsentanten aus Entwicklungsländern zu ermöglichen. Für nähere Informationen zur Finanzierung des Gipfels verweisen wir auf http://www.itu.int/wsis/funding/index.html.


 

UNIC Logo
Zurück  Startseite  Nach oben