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Die
humanit”re Herausforderung annehmen Von
Kofi Annan, Die
Gr–þe der Herausforderung Im Jahr 1998 forderten die Hurrikane Georges und Mitch, letzterer der verheerendste Atlantiksturm der vergangenen 200 Jahre, in der Karibik mehr als 13.000 Todesopfer. Im Juni des gleichen Jahres verursachte ein in den Medien weitaus weniger beachteter Wirbelsturm in Indien ”hnlich hohe Sch”den wie Mitch und kostete etwa 10.000 Menschen das Leben. Schwere Ðberschwemmungen in Bangladesch, Indien, Nepal, und weiten Teilen Ostasiens forderten Tausende von Menschenleben. Zwei Drittel Bangladeschs waren monatelang ¸berflutet, wodurch Millionen von Menschen obdach- los wurden. Mehr als 3.000 Menschen kamen in China bei den katastrophalen Ðberschwemmungen des Yangtse ums Leben, Millionen muþten ihre Wohngebiete verlassen, und die entstandenen Kosten werden auf unvorstellbare 30 Milliarden US-Dollar gesch”tzt. In Brasilien, Indonesien und Sibirien verw¸steten Waldbr”nde Zehntausende von Quadratkilometern Waldgebiet, was verheerende Folgen f¸r die Gesundheit der Menschen und die einheimische Wirtschaft hatte. In Afghanistan wurden bei Erdbeben mehr als 9.000 Menschen get–tet. Im August 1999 ereignete sich in der T¸rkei eines der verheerendsten Erdbeben der j¸ngsten Geschichte. Was gewaltsame Konflikte betrifft, war der erhebliche Anstieg der Zahl der Kriege diejenige Entwicklung, die 1998 den gr–þten Anlaþ zu Besorgnis gab. Dies ist um so beunruhigender, als die H”ufigkeit und Schwere kriegerischer Auseinandersetzungen in der Welt seit 1992 zur¸ckgegangen war - manchen Forschern zufolge um mehr als ein Drittel. Die humanit”re Herausforderung wird dadurch versch”rft, daþ die internationale Gemeinschaft auf humanit”re Notsituationen nicht konsequent reagiert. Die Aufmerksamkeit der Medien tr”gt mit zu dem Problem bei. So war beispielsweise die Berichterstattung ¸ber die Kosovo-Krise fl”chendeckend, wohingegen der Krieg zwischen Ÿthiopien und Eritrea, der sich l”nger hinzieht und mehr Todesopfer gefordert hat, und der erneute Ausbruch des verheerenden B¸rgerkriegs in Angola in den Medien nur geringe Erw”hnung fanden. Ðber andere Kriege wurde so gut wie gar nicht berichtet. Die Reaktion auf Appelle um humanit”re Hilfe und Sicherheitsbeistand ist, zum Teil auch aus diesem Grund, ”hnlich unausgewogen. Nicht die Berichterstattung in den Medien, nicht politische oder geographische Erw”gungen, sondern einzig und allein die Bed¸rfnisse der Menschen sollten das Kriterium f¸r die Gew”hrung solcher Hilfe bilden. Besonders betroffen bin ich ¸ber die geringe Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Bed¸rfnisse der Opfer von Kriegen und Naturkatastrophen in Afrika. Wenn wir angesichts dringender Bed¸rfnisse nicht an unseren grundlegendsten Prinzipien des Multilateralismus und der humanit”ren Ethik festhalten, wird man uns im besten Fall der Inkonsequenz, im schlimmsten Falle aber der Heuchelei beschuldigen.
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