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Wir
befinden uns mitten in einer stillen Revolution. Es ist eine
Revolution, die weit über demographische Fragen hinaus
geht und weitreichende wirtschaftliche, soziale, kulturelle,
psychologische und spirituelle Auswirkungen hat. Und es ist
eine Revolution, die Entwicklungsländer härter trifft
als andere, nicht nur weil die Mehrheit der älteren Menschen
in diesen Ländern lebt, sondern weil das Altern dort viel
schneller voran geht - und auch weiterhin gehen wird.
UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan
Das Altern der Bevölkerung wirft viele Fragen für
Politiker auf; eine erschwingliche Gesundheitsfürsorge
bereitzustellen, ist einer der wichtigsten. Wird eine verhältnismäßig
kleinere Zahl Berufstätiger in der Lage sein, in Zukunft
jene Unterstützung aufzubringen, die ältere Menschen
brauchen? Wird die große Zahl älterer Menschen unsere
Gesundheits- und Sozialsysteme überfordern? Wie helfen
wir älteren Menschen, unabhängig und aktiv zu bleiben?
Wie verteilen wir am besten die Rolle zwischen Staat und Familie,
wenn es um die Pflege für ältere Menschen geht? Wie
können wir am besten die Weisheit, Erfahrung und Talente
Älterer nutzen? Wie können wir mit zunehmendem Lebensalter
die Lebensqualität im Alter verbessern? Wie können
wir es uns leisten, alt zu werden?
Manche sagen,
das geht einfach nicht.
Bessere Gesundheit, besseres Altern, besseres Leben
Doch die
Weltgesundheitsorganisation meint, wir können es uns leisten
alt zu werden - wenn Staaten, Regionen und internationale Organisationen
sozialpolitische Richtlinien und Maßnahmen zur Verbesserung
der Gesundheit, Unabhängigkeit, Produktivität und
Sicherheit älterer Menschen ergreifen. In allen Staaten
- besonders jedoch in Entwicklungsländern - müssen
Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und der wirtschaftlichen
Aktivität älterer Menschen als Notwendigkeit und nicht
als Luxus erkannt werden.
Ältere
Menschen geben mehr für ihre Gesundheit aus als für
irgend welche anderen Bedürfnisse oder Aktivitäten.
Die durchschnittlichen Kosten für Gesundheitsfürsorge,
die allein durch das zunehmende Alter hervorgerufen werden,
dürften zwischen 2000 und 2050 vermutlich um 41 Prozent
ansteigen - um 36 Prozent in den Entwicklungsländern und
um 48 Prozent in den Industriestaaten.
Den Herausforderungen
einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung muss auf
globaler, nationaler und lokaler Ebene begegnet werden. In Industriestaaten
und Schwellenländern verlangen diese Herausforderungen
eine innovative Planung und substanzielle Reformen der Sozialpolitik.
Entwicklungsländer - die zumeist noch nicht über umfassende
Politikstrategien zur Frage des Alterns verfügen - stehen
der größten Herausforderung gegenüber. Wenn
es nicht gelingt, auf demographische Zwänge und rasche
Veränderungen in den Krankheitsbildern zu reagieren, kann
dies weitreichende negative Auswirkungen für Staatshaushalte
wie für das Wohlbefinden der Bürger haben. Es ist
Zeit zu handeln.
Im Jahr
2000 lebten 62 Prozent der über 60jährigen in weniger
entwickelten Regionen. Bis 2050 wird dieser Anteil auf 80 Prozent
steigen. Doch die sozioökonomische Entwicklung in den armen
Ländern hält mit der Altersentwicklung ihrer Bevölkerung
nicht Schritt.
Die rasche
Alterung in den Entwicklungsländern wird von dramatischen
Veränderungen in den Familienstrukturen und in der Rolle
der Familie, sowie in Beschäftigung und Migration begleitet.
Die Verstädterung, kleinere Familien und ein höherer
Anteil an Frauen im Arbeitsprozess bedeuten, dass viel weniger
Menschen zur Verfügung stehen, um für Ältere
zu sorgen, wenn diese ihre Hilfe bedürfen.
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In Frankreich hat es 115 Jahre gedauert - von 1865 bis
1979 - ehe sich der Anteil der älteren Menschen
von 7 auf 17% mehr als verdoppelte.
- In
China wird der gleiche Prozess vermutlich nur 27 Jahre
dauern - von 2001 bis 2027 - bis sich der Anteil der
Älteren von 7 auf 14% verdoppelt.
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Die rasche
Alterung der Bevölkerung führt zu größeren
und neuen Herausforderungen an das Gesundheitssystem. In älteren
Gesellschaften werden sich Gesundheitssysteme der zunehmenden
Zahl älterer Menschen anpassen müssen.
Behinderung und die doppelte Bürde der Krankheit
Mit der
zunehmenden Alterung der Bevölkerung und der Änderung
der Lebens- und Arbeitsbedingungen ändern sich auch die
Krankheitsbilder. Diese Veränderung wird die Entwicklungsländer
am härtesten treffen. Neben ihrem anhaltenden Kampf gegen
Unterernährung, geburtenbedingte Komplikationen und ansteckende
Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose müssen
sie jetzt auch mit der raschen Zunahme nicht übertragbarer
Krankheiten fertig werden. Diese doppelte Bürde der
Krankheit wird ihre ohnedies geringen Ressourcen bis an
die Grenzen belasten.
Chronische
Erkrankungen, wie Herzleiden, Krebs und Geisteskrankheiten,
stehen heute bereits an erster Stelle der Todes- und Behinderungsursachen
weltweit, auch in den Entwicklungsländern. Tatsächlich
sind nach dem Weltgesundheitsbericht 2001 nicht übertragbare
Krankheiten zu 59% für alle Todesfälle weltweit verantwortlich.
Sowohl in
den Industriestaaten als auch in den Entwicklungsländern
spielen chronische Krankheiten eine wichtige Rolle und sind
kostenintensive Ursachen für Behinderungen und eingeschränkte
Lebensqualität. Die Unabhängigkeit eines älteren
Menschen ist bedroht, wenn physische oder mentale Behinderungen
seine alltäglichen Verrichtungen erschweren, wenn baden,
essen, der Gang zur Toilette oder einfach nur durchs Zimmer,
sowie Einkaufen und Kochen zum Problem werden.
Die Wahrscheinlichkeit
von Schwerstbehinderungen nimmt im hohen Alter dramatisch zu
und bei den über Sechzigjährigen zählen Menschen
über 80 zu der am schnellsten wachsenden Altersgruppe.
Altersbedingte Behinderungen können aber vermieden oder
hinausgezögert werden. In vielen Industriestaaten gibt
es einen deutlichen Rückgang bei den altersbedingten Behinderungen
während der letzten 20 Jahre. Dieser Rückgang hat
zu seiner beträchtlich Senkung der Pflegekosten geführt.
Die gute Nachricht ist, dass Krankheitsausbruch und funktionaler
Abbau verhindert oder verlangsamt werden können. Mit zunehmendem
Alter verändert sich der Gesundheitsstatus. Die Berücksichtigung
der gesamten Lebensentwicklung ist ein guter Weg, um optimale
Gesundheit und Wohlbefinden bis ins hohe Alter zu erhalten.
Diese Perspektive unterstützt Maßnahmen in jüngeren
Jahren, die auch im Alter für Gesundheit und Wohlbefinden
sorgen und Behinderungen vermindern. Im Erwachsenenalter sollen
vorbeugende Maßnahmen für das Alter zur höchstmöglichen
Funktionalität beitragen und den Ausbruch von Krankheiten
verhindern oder verlangsamen.
Im späteren
Leben sollten sich diese Maßnahmen auf den Erhalt der
Unabhängigkeit, auf Verhütung oder Verzögerung
von Krankheiten und die Verbesserung der Lebensqualität
für Ältere konzentrieren, die bereits einen gewissen
Krankheits- oder Behinderungsgrad aufweisen. Sozialpolitische
Maßnahmen und Programme, die auf gemeinschaftsgestützte
Entwicklung, auf Gesundheitsfürsorge, Krankheitsverhütung
und steigende Produktivität abzielen, sind relativ kostengünstig,
wurden jedoch bislang nur wenig beachtet. Maßnahmen gegen
Armut und Unterernährung werden auch zur Reduzierung übertragbarer
und nicht übertragbarer Krankheiten beitragen. Beide Stoßrichtungen
können sehr nutzbringend sein und Kosten senken.
Gute Wahl, bessere Ergebnisse
Unzulängliche
Gesundheitsfürsorge kann zu Behinderungen führen und
damit die Bedürftigkeit Älterer erhöhen und zur
Isolation und Abhängigkeit beitragen. Eine richtige Sozialpolitik
kann zur Wiederherstellung der Funktionalität und zur stärkeren
Teilnahme der älteren Menschen in allen Lebensbereichen
führen.
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Verletzungen
durch Verkehrsunfälle, bei denen Fußgänger
von Autos angefahren werden, sind bei Älteren tendenziell
höher als bei jeder andere Altersgruppe.
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Zur altersfreundlichen
Politik gehören auch gut beleuchtete Straßen, gute
Transportsysteme, Erholungsmöglichkeiten und Sportprogramme
für ältere Menschen, Bildungsangebote für lebenslanges
Lernen, Alphabetisierungsprogramme, Sozialdienste, die Hörhilfen
oder Unterricht in Zeichensprache vermitteln, Reha-Maßnahmen,
chirurgische Eingriffe zur Beseitigung von grauem Star oder
Hüftgelenkersatz, Grippeimpfungen und Kreditvergabe.
Zeit für einen neuen Blickwinkel auf Fragen des Alterns
Traditionell
wird Alter gleichgesetzt mit Krankheit, Abhängigkeit und
mangelnder Produktivität. Heutzutage gilt diese Sichtweise
schlicht als falsch und die Politik muss diesem neuen Denken
gerecht werden. Tatsächlich sind die meisten Menschen sehr
anpassungsfähig und bleiben bis ins hohe Alter unabhängig.
In entwickelten Ländern gehen Ältere oft noch weiterhin
bezahlter und unbezahlter Arbeit nach. Die von älteren
Menschen geleistete freiwillige Arbeit stellt einen bedeutenden
Beitrag für die Gesellschaft dar. Wenn man diese Aktivitäten
anregt und ermöglicht und wenn man erkennt, welch großes
Potenzial an Ressourcen hier liegt, kann aus dem Problem einer
alternden Bevölkerung ein Nutzen einer reifen Gesellschaft
werden.
Die Feminisierung des Alters
Frauen leben
meist viel länger als Männer, und sie laufen eher
Gefahr arm zu sein. Da sie länger leben, ist auch die Wahrscheinlichkeit
altersbedingter Behinderungen größer. Und wegen ihres
niedrigeren Status werden ihre Gesundheitsbedürfnisse oft
vernachlässigt oder ignoriert. Viel zu oft beachten Gesundheitssysteme
und öffentliche Dienste die Behandlung von Behinderungen
bei Frauen zu wenig oder stellen weniger Ressourcen zur Verfügung
wie z.B. Pflegedienste zu Hause statt Krankenhausaufenthalte.
Ethik
Mit dem
zunehmendem Alter der Bevölkerungen wird auch eine Reihe
ethischer Fragen wichtiger und erkennbarer. Dazu gehören
die Bereitstellung von Ressourcen, fragwürdige medizinische
Eingriffe zur Beschleunigung oder Verzögerung des Sterbens,
genetische Forschung und Manipulation sowie eine Fülle
von Problemen im Zusammenhang mit der Langzeitpflege und den
Menschenrechten armer und behinderter älterer Mitbürger.
Engagement, ethische Entscheidungen und der Schutz der Rechte
aller älteren Menschen müssen im Mittelpunkt aller
Altersplanung stehen.
Ungleichheiten
Armut und
Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang. Die Armen aller
Altersgruppen erleiden mehr Behinderungen und früheren
Tod, und die Ärmsten leiden am meisten. Jeder Schritt nach
oben auf der sozioökonomischen Leiter bedeutet mehr gesunde
Lebensjahre. Doch strukturelle Ungleichheiten in Industrie-
wie Entwicklungsländern kann zu Ausgrenzungen und Verarmung
älterer Menschen und zu vermindertem Zugang zu Bildung,
Arbeit und Gesundheitsfürsorge führen. Für ältere
arme Menschen wird die bisherige Not durch ihren weiteren Ausschluss
von Gesundheitsdiensten, Finanzhilfen und von den politischen
Entscheidungsprozessen noch verschärft. In vielen Fällen
haben Ältere einfach nicht die Mittel, um Würde und
Unabhängigkeit sowie Fürsorge zu erlangen und am gesellschaftlichen
Leben teilzunehmen.
Älter werden ohne alt zu sein - aktives Altern
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Aktives
Altern ist der Optimierungspro-zess für physisches,
soziales und mentales Wohlbefinden während des gesamten
Lebens, der zu höherer Lebenserwartung in Gesundheit,
Produktivität und guter Lebensqualität bis in
das hohe Alter führt.
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Die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) hat die Idee des aktiven Alterns propagiert,
ein Konzept, das auf unterstützende Maßnahmen abzielt,
mit deren Hilfe die Menschen so lange wie möglich aktiv
bleiben sollen. Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität
in älteren Jahren hängen von einer Reihe von Faktoren
ab, und durch ein richtiges Umfeld können ältere Menschen
ein produktiveres Leben führen. Zu diesen Faktoren gehören:
- Geschlecht
und Kultur - das Geschlecht kann tiefgreifende Auswirkungen
auf Faktoren wie sozialen Status, Zugang zur Fürsorge,
sinnvollen Arbeit und gesunder Ernährung haben. Kulturelle
Werte und Traditionen bestimmen maßgeblich, wie die
Gesellschaft ältere Menschen sieht und behandelt.
- Gesundheits-
und Sozialsysteme sollten aktives Altern fördern. Sie
sollten bilden, ermutigen und Älteren die Kontrolle über
ihre eigene Gesundheit ermöglichen, auch durch krankheitsverhütende
Aktivitäten. Die Gesundheits- und Sozialsysteme müssen
kosteneffizient sein und sie müssen vor allem armen älteren
Menschen, besonders in ländlichen Gebieten, gleichen
Zugang ermöglichen. Gesundheits- und Sozialsysteme müssen
über Mechanismen verfügen, die kranken oder sterbenden
älteren Menschen Achtung entgegenbringen. Todkranke müssen
in Würde sterben können, unter Bedingungen, die
sie im Rahmen des Erlaubten selbst bestimmen und umgeben von
Menschen ihrer Wahl.
- Wirtschaftliche
Faktoren: Einkommen, Arbeit und sozialer Schutz - Viele ältere
Menschen haben kein sicheres und ausreichendes Einkommen.
Eine Politik des aktiven Alterns muss auch breite Programme
zur Senkung der Armut und zur stärkeren Einbeziehung
Älterer in bezahlte Tätigkeiten vorsehen. Ältere
Menschen können produktive Beiträge in bezahlter,
unbezahlter und freiwilliger Arbeit leisten.
Familien
sorgen allerorten zum überwiegenden Teil für die Unterstützung
Älterer, die Hilfe brauchen. Doch die Regierungen werden
immer mehr dazu herangezogen werden, für den sozialen Schutz
alleinstehender älterer und anfälliger Menschen zu
sorgen. Ein ausgeglichener Ansatz für soziale Schutzmaßnahmen
kann einer Gesellschaft, die dazu bereit ist, helfen, sich das
Älterwerden leisten zu können. Ziel muss es sein,
die Fähigkeiten und Erfahrungen Älterer anzuerkennen
und zu nutzen und angemessene Lebensumstände für sie
sicherzustellen.
- Faktoren
im praktischen Umfeld. Ein altersfreundliches Umfeld kann
entscheidend dafür sein, ob ältere Menschen abhängig
oder unabhängig sind. Ältere, die in Sicherheit
zum Nachbarn oder in den Park gehen können, verbessern
ihre Fitness und Mobilität und werden eher nicht unter
Isolation und Einsamkeit leiden.
- Faktoren
im sozialen Umfeld. Soziale Unterstützung, Bildungsmöglichkeiten
und lebenslanges Lernen sowie Schutz gegen Gewalt und Missbrauch
sind entscheidende Faktoren im sozialen Umfeld, die zu einer
besseren Gesundheit, mehr Unabhängigkeit und weiterer
Produktivität im Alter beitragen. Einsamkeit, soziale
Isolation, Missbrauch, Analphabetentum, mangelnde Bildung
und Konfliktsituationen verstärken das Risiko von Behinderungen
und frühem Tod.
- Persönliche
Faktoren. Die drei wichtigsten Faktoren dafür wie gut
ein Mensch altert, sind Biologie, Genetik und Anpassungsfähigkeit.
Das natürliche Nachlassen manch kognitiver Fähigkeiten
kann durch ein Mehr an Weisheit, Wissen und Erfahrung kompensiert
werden. Gleichzeitig gilt die Regel anwenden oder verlieren,
denn der Verlust kognitiver Fähigkeiten kann durch Übung,
Verhalten und Beteiligung - mental und physisch - vermindert
oder verhindert werden.
- Verhaltensfaktoren.
Es ist nie zu spät, Gewohnheiten zu ändern. Einfache
körperliche Aktivität und gesunde Ernährung
können die mentale Gesundheit verbessern und das Risiko
chronischer Krankheiten verringern sowie den funktionalen
Abbau verzögern. Besondere Probleme kann Fehlernährung
im Alter hervorrufen, vor allem durch die verringerte Aufnahmefähigkeit
bestimmter Nährstoffe. Ausreichend Kalzium, Vitamin D
und B12 sind besonders wichtig, aber eine ausgewogene und
abwechslungsreiche Kost ist unerlässlich. Vitaminmangel
kann bei älteren Menschen zu ernster Demenz führen.
Wer das
Rauchen aufgibt, kann selbst in älteren Jahren das Risiko
für Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenkrebs wesentlich
verringern. Alkoholgenuss in geringem Maß (weniger als
ein Glas pro Tag) kann einen gewissen Schutz gegen koronare
Herzerkrankungen und Schlaganfall für Menschen über
45 bieten. Die schädlichen Folgen starken Trinkens hingegen
überwiegen diesen Nutzen.
Der Fortschritt
Die Gesundheit
älterer Menschen zu fördern ist eines der Hauptziele
der zweiten Weltkonferenz zur Frage des Alterns. Mit dem Ziel,
Gesundheit, Unabhängigkeit und größere Produktivität
sowie besseren sozialen Schutz für Ältere zu fördern,
wollen Regierungen und Vertreter der Zivilgesellschaften Standards
für die Entwicklung einer angemessenen Gesundheitspolitik
für die alternde Bevölkerungen ausarbeiten.
Viele politische
Maßnahmen, die für aktives Altern nötig
sind, sind nicht speziell auf den Gesundheitssektor ausgerichtet.
Dazu gehören die Integration der Älteren in die Gesellschaft,
weitere Arbeitsmöglichkeiten und die volle Teilnahme am
Leben der Gesellschaft. Doch einige Interventionen auf dem Gebiet
der Gesundheit sind notwendig.
Um das Auftreten
schwerer Krankheiten zu verringern, müssen Richtlinien
für körperliche Tätigkeit und gesunde Ernährung
entwickelt werden. Kampagnen zur öffentlichen Bewusstseinsbildung
sind nötig, um das Rauchen und den Missbrauch von Alkohol
und Drogen einzuschränken. Berater im Gesundheits- und
Sozialwesen müssen ausgebildet werden, um Ältere über
gesunde Lebensweisen zu beraten, und besondere Anstrengungen
müssen unternommen werden, um die Gefahr der sozialen Isolation
zu mindern. Außerdem müssen Fachkräfte im Gesundheitswesen
für die besondere Fürsorge für ältere Menschen
ausgebildet werden, die einen völlig anderen Behandlungsansatz
erfordert als die Pflege jüngerer Menschen.
Zudem müssen
ältere Menschen verstärkt über die Verhütung
und Ausbreitung von HIV/Aids informiert werden, etwa durch die
Entwicklung von Gesundheits- und Sozialmaßnahmen, die
besonders auf Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung
abstellen.
Es gibt
noch andere wichtige Aspekte, die angegangen werden müssen.
Dazu zählen:
- Kosteneffiziente
gerechte und würdige Langzeitpflege
- Beseitigung
von Altersdiskriminierung im Gesundheits- und Sozialwesen
- Abbau
von Ungerechtigkeiten beim Zugang zu Grundgesundheitsversorgung
und Langzeitpflege
- Gewährleistung
hoher Standards und eines stimulierenden Umfelds im Heimpflegebereich
- Gewährleistung
des Rechts für alle auf ein würdevolles Sterben
- Vorkehrungen,
die Menschen erlauben zu sterben, wo sie wollen und umgeben
von wem sie wollen
- Kosteneffiziente
Behandlung von grauem Star und Hüftgelenkersatz auch
für Ältere mit geringem Einkommen
- Bezahlbare
Medikamente
- Breite
Möglichkeiten für passende Unterkunft.
Dieser Artikel
beruht auf Informationen der Weltgesundheitsorganisation.
Weitere
Informationen erhalten Sie bei der:
Hauptabteilung
Presse und Information
Vereinte Nationen, Zimmer S-1040
New York, NY 10017
E-Mail: mediainfo@un.org
Herausgegeben
von der Hauptabteilung Presse und Information, Vereinte Nationen,
DPI/2264 - März 2002.
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten
Nationen (UNIC) Bonn.
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