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Vorwort
 

Die Vereinten Nationen sind gegründet worden, um – wie es in der Charta heißt –„künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“. Sich dieser Herausforderung zu stellen, ist die wichtigste Aufgabe der Organisation – und in erheblichem Umfang auch der Maßstab, an dem sie letztendlich von den Völkern gemessen wird, denen sie dienen soll.

Die Friedensmissionen der Vereinten Nationen bestehen aus drei Hauptaktivitäten: Konfliktprävention und Friedensstiftung (peace-making), Friedenserhaltung (peace-keeping) und Friedenskonsolidierung (peace-building). Langfristige Konfliktprävention befasst sich mit den strukturellen Ursachen von Konflikten, um so eine solide Basis für den Frieden zu schaffen. Die Friedensstiftung greift bei bereits bestehenden Konflikten ein und versucht diese durch Diplomatie und Vermittlung zu beenden. Diese Tätigkeiten sind definitionsgemäß meistens eher unauffällig, so dass ihre stillen Erfolge gänzlich unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit bleiben können.

Friedenskonsolidierung ist ein neuer Begriff. Er definiert all jene Bemühungen der Vereinten Nationen, die zur Schaffung einer Friedensgrundlage dienen, und die Mittel dazu bereitstellt, um auf dieser Grundlage aufzubauen. Friedenskonsolidierung soll unter anderem dazu beitragen, frühere Kämpfer in die Zivilgesellschaft zu reintegrieren, den Sicherheitssektor zu reformieren, die Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte zu stärken, technische Unterstützung bei der demokratischen Entwicklung anzubieten sowie Konfliktlösungen und Aussöhnung zu fördern.

Im operativen und finanziellen Sinn ist die Friedenssicherung das größte und sichtbarste Engagement der Vereinten Nationen bei Friedensmissionen. Die Friedenserhaltung, die vor fast sechs Jahrzehnten von der UNO begründet wurde, hat sich in den vergangenen 15 Jahren qualitativ und quantitativ rasant entwickelt. So wurden beispielsweise in den ersten 40 Jahren der Geschichte der Vereinten Nationen insgesamt nur 13 Einsätze zur Friedenssicherung eingerichtet, in den darauffolgenden 20 Jahren waren es 47 Missionen.

Auch Kontext und Art der Einsätze haben sich geändert: Friedenssicherung begann als vorrangig militärisches Modell, um nach zwischenstaatlichen Kriegen Waffenstillstände zu überwachen und gegnerische Armeen auseinander zu halten. Heute hat sich Friedenssicherung zu einem System entwickelt und ausgeweitet, das viele Bestandteile bündelt: Polizei-, Militär- und Zivilpersonal arbeiten gemeinsam an der Festigung des Friedens in der kritischen Zeit nach einem Konflikt. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Friedenssicherung der Vereinten Nationen oft mit vielschichtigen Maßnahmen zur Friedenskonsolidierung im Rahmen von innerstaatlichen Konflikten verbunden worden.

Diese Broschüre bietet Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen zur Friedenssicherung der Vereinten Nationen.