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Wie sind die Friedenssicherungseinsätze entstanden?
 

Von der traditionellen Friedenssicherung...

Die Friedenssicherungseinsätze sind während der Zeit des Kalten Kriegs als ein Mittel der Entspannung und der Hilfe zur Konfliktlösung zwischen Staaten entstanden. Dabei wurden unter UNO-Kommando leicht- oder unbewaffnete Soldaten aus mehreren Staaten zwischen den verfeindeten Seiten eingesetzt. Friedenssoldaten konnten angefordert werden, wenn der Sicherheitsrat die UNO dazu ermächtigte, eine Waffenruhe oder eine Trennung der Parteien zu überwachen, um internationalen Frieden und Sicherheit aufrecht zu erhalten, so wie es die Charta vorsieht.

Friedenssoldaten sollten nicht Feuer mit Feuer bekämpfen. Im Allgemeinen wurden sie eingesetzt, wenn ein Waffenstillstand vereinbart worden war und die Beteiligten ihre Zustimmung gegeben hatten. Die UNO-Truppen berichteten unparteiisch, ob ein Waffenstillstand eingehalten wurde, ob Truppen abgezogen oder andere Elemente eines Friedensabkommens umgesetzt wurden. Dieses Vorgehen sorgte für ausreichend Zeit, um mit diplomatischen Mitteln die eigentlichen Ursachen eines Konfliktes anzugehen.

...zur multidimensionalen Friedenssicherung

Das Ende des Kalten Krieges führte zu einem erheblichen Wandel bei den UNO-Friedenssicherungseinsätzen. Befreit von der Bipolarität entsandte der Sicherheitsrat größere und komplexere Friedenssicherungsmissionen – oft zur Umsetzung umfangreicher Friedensabkommen zwischen Staaten. Außerdem umfassten die Friedenssicherungseinsätze in zunehmenden Maße nicht-militärische Elemente, um die Nachhaltigkeit der Konfliktlösungen zu gewährleisten. Die UNO-Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze (DPKO) wurde im Jahr 1992 gegründet, um den steigenden Bedarf an komplexer Friedenssicherung zu decken.

Im Großen und Ganzen waren die neuen Einsätze erfolgreich. In El Salvador und Mosambik zum Beispiel halfen Friedenssicherungseinsätze den Ländern einen selbst erhaltenden Frieden aufzubauen. Es gab jedoch auch einige Misserfolge, wahrscheinlich durch eine zu optimistische Sicht, was die Friedenssicherungseinsätze erreichen könnten. Während schwierige Einsätze in Kambodscha und Mosambik weiterliefen, entsandte der Sicherheitsrat Truppen in Konfliktgebiete wie Somalia und Bosnien-Herzegowina, wo es weder einen Waffenstillstand noch die Zustimmung aller Konfliktparteien gab. Einige der Mandate, die diesen Missionen gegeben worden waren, stellten sich mit den vorhandenen Ressourcen und Personal als undurchführbar heraus. Auch waren in einigen Fällen Mitgliedsstaaten nicht darauf vorbereitet, ihre eigenen Beschlüsse durchzusetzen.

Das Versagen, vor allem das Massaker in Srebrenica in Bosnien-Herzegowina im Jahr 1995 und der Völkermord in Ruanda im Jahr 1994, führte zu einer Phase der Selbstprüfung von UNO-Friedenssicherung.