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Warum ist Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen so wichtig?
 
Bewaffnete Konflikte werden auch weiter dort aufflammen, wo unzulängliche politische Strukturen daran scheitern, für die geregelte Weitergabe von Macht zu sorgen, wo eine unzufriedene und anfällige Bevölkerung manipuliert wird und wo der Kampf um knappe Ressourcen den Zorn und die Frustration von Menschen steigert, die in der Armut gefangen sind. Diese Faktoren liefern den Zündstoff für Gewalt innerhalb oder zwischen Staaten, und die unzähligen Waffen, die weltweit leicht erhältlich sind, stellen die Mittel dazu bereit. Daraus resultiert menschliches Leid von oft unvorstellbarem Ausmaß, die Gefährdung des internationalen Friedens und der Sicherheit und die Zerstörung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens ganzer Völker.

Viele der heutigen Konflikte erscheinen weit entfernt für diejenigen, die nicht direkt in der Schusslinie stehen. Dennoch liegt es an den Staaten der Welt, die Risiken des Eingreifens gegen die erwiesenen Gefahren der Untätigkeit abzuwägen. Unterlaufen der internationalen Gemeinschaft Fehler bei ihrem Versuch, Konflikte unter Kontrolle zu bekommen und sie friedlich beizulegen, kann dies zu noch größeren Auseinandersetzungen führen, die wiederum benachbarte Staaten destabilisieren und sich auf eine ganze Region ausbreiten können. Nur wenige moderne Konflikte können als tatsächlich lokal begrenzt angesehen werden. Sie erzeugen vielfach eine ganze Reihe von Problemen, wie zum Beispiel den illegalen Handel mit Waffen, Drogen oder Menschen, Terrorismus, Flüchtlingsströme und Umweltzerstörung. Diese Auswirkungen sind auch noch weit entfernt von der eigentlichen Konfliktregion spürbar.

Die Friedenssicherungseinsätze der Vereinten Nationen, die sich auf fast 60 Jahre Erfahrung in diesem Bereich stützen, stellen ein unverzichtbares Instrument zur Bewältigung dieser schwierigen Probleme dar. Ihre einzigartige Legitimität und Universalität leiten sich daraus ab, dass sie Maßnahmen im Namen einer weltweiten Organisation mit 192 Mitgliedsstaaten ergreifen.