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Wie lange besteht ein Friedenssicherungseinsatz, und warum dauern einige von ihnen viele Jahre?
 

Üblicherweise genehmigt der Sicherheitsrat einen Friedenssicherungseinsatz für eine Dauer von sechs Monaten bis zu einem Jahr. Der Rat überprüft regelmäßig die Umsetzung des Mandats und diskutiert über eine möglicherweise veränderte Situation vor Ort, die in den regelmäßigen Berichten des Generalsekretärs vorgestellt und analysiert werden. Basierend auf den Empfehlungen des Generalsekretärs und den Standpunkten der Mitglieder des Rates, stimmt der Sicherheitsrat dafür, einen Friedenssicherungseinsatz zu verlängern, zu erweitern, einzuschränken oder zu beenden. Wenn ein Mandat als vollendet gilt, stimmt der Rat nach Beratungen mit den beteiligten Parteien dafür, eine Mission zu beenden – so wie in Sierra Leone und Timor-Leste.

Die meisten Missionen der letzten 15 Jahren wurden eingerichtet, um bereits unterzeichnete Friedensabkommen durchzusetzen, die eine eindeutige Rolle der UNO sowie einen klaren Zeitrahmen und Eckdaten zur Realisierung vorsahen, so dass der UNO-Einsatz vor Ort planbar und zeitlich begrenzt war.

Während des Kalten Krieges wurden Friedenssicherungseinsätze häufig zwischen zwei sich zuvor bekriegenden Staaten durchgeführt. Oft standen die Verhandlungen für ein Friedensabkommen noch aus und der Einsatz von Friedenssoldaten hatte mitunter den unbeabsichtigten Effekt, dass der notwendige Druck auf die Parteien abnahm, einen Kompromiss zu finden. Die Folge war in einigen Fällen, dass der Status quo für Jahrzehnte erhalten blieb und die Friedenssoldaten viel länger vor Ort waren als ursprünglich vorgesehen.

Andererseits gab es in den frühen neunziger Jahren die Tendenz, dass Missionen endeten, sobald Wahlen abgehalten oder eine neue Regierung eingesetzt worden war. Heute ist man der Ansicht, dass es mehr Zeit bedarf, dauerhaft Frieden zu schaffen und dass andere Indikatoren herangezogen werden müssen, bevor die Friedenssoldaten vollständig abziehen können.

Der Sicherheitsrat muss bei jeder langjährigen Mission sorgfältig die Alternativen zur weiteren Durchführung eines Friedenssicherungseinsatzes abwägen, wenn ein stabiler Frieden fehlt. In den meisten Fällen wird die Wahrscheinlichkeit eines Wiederaufflammens des Konflikts oder der Destabilisierung eines Landes bzw. einer Region als inakzeptabel hoch bewertet.

Von den 13 Missionen, die von den Vereinten Nationen zwischen 1948 und 1988 eingerichtet worden sind, dauern fünf noch immer an. Sie befinden sich im Nahen Osten, wo Friedenssoldaten die Grenzen in einer spannungsreichen Region überwachen, im Bundesstaat Jammu und Kaschmir, wo die UNO-Beobachter den Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan kontrollieren, und auf Zypern, wo türkische und griechische Zyprioten ihre Streitigkeiten über die Insel noch immer nicht beigelegt haben.