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Wie wird bei UNO-Friedenssicherungseinsätzen mit dem Thema HIV/Aids umgegangen?
 

Die Vereinten Nationen gründen ihre HIV/Aids-Maßnahmen auf Nicht-Diskriminierung und Achtung der Menschenrechte. Ein besonderes Anliegen der UNO ist es, das Risiko der Friedenssoldaten zu verringern, während einer Mission an Aids zu erkranken oder HIV zu übertragen. Mitgliedsstaaten werden darin bestärkt, freiwillige Beratungen und Tests für Friedenssoldaten vor der Entsendung anzubieten. Ein standardisiertes Trainingsmodul wurde für Truppen stellende Länder entwickelt, um schon vor der Entsendung Aufklärung zu bieten und ein Problembewusstsein zu schaffen. Zudem bekommen nationale HIV/Aids-Programme für uniformiertes Personal technische und finanzielle Unterstützung vom Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) und dessen Geldgebern.

Bei allen größeren Friedenssicherungseinsätzen gibt es Aids-Fachberater, die von Freiwilligen der Vereinten Nationen und nationalen Experten unterstützt werden, um für Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei zivilem und uniformiertem Personal zu sorgen, unter anderem auch durch die Ausbildung von weiteren Beratern. Kleinere Missionen haben Beauftragte für dieses Thema. Aufklärungsmaterial von UNAIDS wird in zwölf Sprachen herausgegeben und enthält grundlegende Fakten über die HIV-Übertragung und konkrete Maßnahmen zur Ersten Hilfe.

Die HIV/Aids-Strategie der UNO bei Friedenssicherungseinsätzen stützt sich auf fünf zentrale Elemente: 1) Schaffung von Kapazitäten für Aids-Programme in den Missionen; 2) Verfügbarkeit von Kondomen für das Personal und Beachtung allgemein gültiger medizinischer Vorsichtsmaßnahmen, darunter die Bereitstellung von getesteten Blutkonserven und Prophylaxemitteln; 3) Aufbau von Beratungs- und Testangeboten in Missionen auf freiwilliger Basis; 4) Etablierung von Mechanismen zur Überwachung und Evaluierung, z.B. die Befragung von Friedenssoldaten in Liberia im Jahr 2005 zu deren Wissen über HIV/Aids, der Einstellung und dem Verhalten in Bezug auf HIV/Aids; 5) Entwicklung von speziell auf lokale Gemeinschaften ausgerichteten Projekten und Einbindung der HIV/Aids-Thematik in die Missionsmandate bei Entwaffnung, Abrüstung, Wiedereingliederung und der Ausbildung nationaler Polizeikräfte.