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Wie arbeitet die UNO mit anderen Sicherheitsorganisationen zusammen?
 

Seit den neunziger Jahren ist die UNO vermehrt Partnerschaften mit regionalen Organisationen eingegangen. Die UNO kooperierte zum ersten Mal im Jahr 1993 mit einer regionalen Friedenstruppe in Liberia. Diese Truppe wurde von der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten entsandt. Im Jahr 1994 arbeitete die UNO-Mission in Georgien mit den Friedenstruppen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zusammen. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre arbeiteten Missionen wie UNMIBH in Bosnien-Herzegowina und UNMIK im Kosovo mit der NATO, der Europäischen Union und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammen. In Afghanistan kooperiert die NATO-geführte Internationale Sicherheitsbeistandstruppe (ISAF) eng mit der politischen UNO-Mission UNAMA.

In letzter Zeit haben auch andere Partner die UNO-Friedenssicherungseinsätze in kritischen Momenten unterstützt, um Lücken bei der Truppenaufstellung und -stärke zu überbrücken und die Fähigkeit zur schnellen Reaktion weiter zu entwickeln. Im Juli 2003 stabilisierte die Operation Artemis in der Demokratischen Republik Kongo – ein von Frankreich angeführtes Truppenkontingent der EU – die Situation in Bunia in der Provinz Ituri. Dort wurden Zivilisten von sich bekriegenden Gruppen angegriffen. Mit dem Mandat, das sie für 90 Tage vom Sicherheitsrat erhalten hatten, entwaffneten die Artemis-Truppen Rebellengruppen, retteten Tausenden Zivilisten das Leben und gewannen so Zeit, die es der UNO erlaubte, eine erweiterte Truppe für den Einsatz in Bunia aufzustellen.

Im Oktober 2003 schufen Truppen der ECOWAS in Liberia und kürzlich auch in Côte d’Ivoire die Voraussetzung für die Stationierung von UNO-Truppen. Ähnliche Vereinbarungen wurden mit den Friedenssicherungseinsätzen der Afrikanischen Union (AU) in Burundi und der multinationalen Interimstruppe auf Haiti getroffen. Zusätzlich entstehen in Afrika auf Initiative der AU regionale Truppenkontingente als Teil einer afrikanischen Eingreiftruppe. In Darfur arbeiten die Vereinten Nationen mit der Mission der Afrikanischen Union im Sudan (AMIS) zusammen. Eine UNO-AU-Kooperation gibt es auch bei UNO-geführten Einsätzen, wie MINURSO in der westlichen Sahara, UNOCI in Côte d’Ivoire und UNMEE in Äthiopien und Eritrea. Der Unterstützung der UNO für die Friedenssicherung der AU wurde eine noch höhere Priorität beigemessen, nachdem sich die Teilnehmer des Weltgipfels 2005 für ein zehnjähriges Programm zum Ausbau afrikanischer Friedenssicherungskapazitäten ausgesprochen hatten.

Die Vereinten Nationen haben zudem ihre Zusammenarbeit mit der EU fortgesetzt, vor allem bei den Einsätzen in der Demokratischen Republik Kongo und im Kosovo. Die UNO arbeitet daran, auch ihre Kooperation mit anderen regionalen Organisationen und Gruppierungen, wie NATO, OSZE, GUS und der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN) zu festigen.