Auf Einladung der Europäischen Union fand vom 14.-20. Mai 2001 im Gebäude des Europäischen Parlaments die Dritte Konferenz der Vereinten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder (LDC-III) statt. Die Konferenz geht auf einen Beschluss der UNO-Generalversammlung aus 1997 zurück und soll sich mit der anhaltenden sozio-ökonomischen Unterentwicklung und der fortschreitenden Marginalisierung der 49 ärmsten Länder der Welt in der Weltwirtschaft und im Welthandel befassen. Maßnahmen zur Armutsminderung in den LDCs sind dringend nötig. Mehr als die Hälfte der Menschen in diesen Ländern muss mit weniger als einem Dollar pro Tag ihr Leben fristen. 43% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 50% können nicht lesen und schreiben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 51 Jahren. Trotz des weltweiten Engagements zur Armutsbekämpfung nimmt die Anzahl der in äußerster Armut lebenden Länder ständig zu. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der LDCs von 25 auf 49 fast verdoppelt. Die Brüsseler Konferenz will daher über konkrete Maßnahmen beraten, wie Handels-hindernisse der LDCs beseitigt werden und die ärmsten Länder einen umfassenden Zugang zum Weltmarkt erhalten können. Außerdem geht es um Fragen des Schuldenerlasses, um Produktivitätssteigerung und Infrastruktur, Gesundheit, Finanzierung, Bildung, Energie, Transport, Landwirtschaft, den Dienstleistungssektor, die digitale Kluft, gute Regierungsführung, sowie um Frauen- und Jugendthemen.
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