Am wenigsten entwickelte Länder
 
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Dritte Konferenz der Vereinten Nationen über die
am wenigsten entwickelten Länder (LDCs)

14.-20. Mai 2001
Brüssel, Belgien

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UNCTAD auf einen Blick

Die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) wurde 1964 als ständige zwischenstaatliche Einrichtung gegründet und ist das Hauptorgan der UNO-Generalversammlung für die Themen Handel, Investitionen und Entwicklung. Als Kontaktstelle für die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs), hat UNCTAD eine führende Rolle bei der Organisation der drei UNO-Konferenzen über die am wenigsten entwickelten Länder (Paris 1981 und 1990, Brüssel 2001) eingenommen.

Hauptziel:   Die Handels-, Investitions- und Entwicklungsmöglichkeiten der Entwicklungsländer zu maximieren und sie in ihren Bemühungen zu unterstützen, sich auf einer fairen Basis in die Weltwirtschaft zu integrieren
Mitglieder:   191 Mitgliedsstaaten
Sekretariat:   Amtssitz in Genf, Schweiz
Generalsekretär: Rubens Ricupero
400 Mitarbeiter
Haushalt:   Rund US$ 45 Millionen pro Jahr aus dem ordentlichen Haushalt der Vereinten Nationen und US$ 24 Millionen aus zusätzlichen Finanzquellen

 

Was macht UNCTAD?

  • UNCTAD ist ein Forum für zwischenstaatliche Konsensbildung, bei der sich alle Mitgliedsstaaten frei über Fragen der Handels- und Entwicklungspolitik austauschen können.
  • UNCTAD führt Politik- und Forschungsanalysen über die Herausforderungen der Globalisierung und die Integration der Entwicklungsländer in das internationale Handelssystem durch.
  • UNCTAD leistet technische Unterstützung: zur Zeit werden rund 300 Projekte in allen Tätigkeitsbereichen der UNCTAD in über 100 Ländern durchgeführt.

 

Schwerpunkte der Arbeit

Handel und Waren

  • Das Programm für „Positive Agenda-Initiative und Handelsdiplomatie“ hilft Entwicklungsländern, wirksamer an multilateralen Handelsverhandlungen teilzunehmen.
  • Warendiversifikation und -Entwicklung: UNCTAD fördert die Diversifikation von Produktions- und Handelsstrukturen. Sie hilft Regierungen bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Diversifikationsstrategien und legt Unternehmen nahe, ihre Geschäftsstrategien und Produkte dem internationalen Handelssystem anzupassen.
  • Wettbewerbs- und Verbraucherpolitik: UNCTAD hilft beim Aufbau von Kapazitäten auf dem Gebiet des Wettbewerbs und der Verbraucherschutzgesetzgebung und bei der Gestaltung der entsprechenden Politik in den Entwicklungsländern und veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Mustergesetze zu Wettbewerbsfragen.
  • Handelsanalyse und Informationssystem (TRAINS): Ein umfassendes, computergestütztes Informationssystem, das auf UNCTAD-Datenbanken über Handelskontrollmaßnahmen zurückgreift, kann von Forschern, Verhandlungsführern, politischen Entscheidungsträgern, Importeuren und Exporteuren konsultiert werden. Die CD-ROM-Version enthält Daten aus 119 Ländern.

Investitionen und Unternehmensentwicklung

  • Internationale Investitions- und Technologie-Abkommen: UNCTAD hilft Entwicklungsländern, aktiver an der Ausarbeitung von Abkommen zu internationalen Investitionen auf bilateraler, regionaler oder multilateraler Ebene teilzunehmen. Dazu zählen Seminare über den Aufbau von Kapazitäten, regionale Symposien und die Erstellung von Themenpapieren.
  • Erhebungen zur Investitionspolitik: Sie zielen darauf ab, Regierungen und Privatwirtschaft mit den Investitionsbedingungen und der Politik in bestimmten Ländern vertraut machen. Bisher gibt es solche Berichte über Ägypten, Äthiopien, Ecuador, Mauritius, Peru, Uganda und Usbekistan.
  • Richtlinien zu Investitionen und den Aufbau von Kapazitäten für LDCs: Bislang liegen solche Richtlinien für Äthiopien, Bangladesch, Mali, Mosambik und Uganda vor.
  • Das EMPRETEC-Programm fördert Unternehmertum und die Entwicklung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in 20 Mitgliedsländern. Ein Informationsnetzwerk ermöglicht Unternehmern den Zugang zu Wirtschaftsdatenbanken.

Makroökonomische Politik, Schulden und Entwicklungsfinanzierung

  • Politik- und Forschungspapiere werden für UNCTAD-Treffen und die UNO-Generalversammlung ausgearbeitet. Die Themen reichen von der globalen Interdependenz über das internationale Währungs- und Finanzsystem bis zu makroökonomischen und entwicklungspolitischen Herausforderungen.
  • Technische Unterstützung und Beratung: UNCTAD unterstützt die zwischenstaatliche Gruppe der Entwicklungsländer (G-24) bei ihren Verhandlungen mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Geberländern, einschließlich dem Pariser Club der Gläubiger.
  • Das DMFAS-Programm ist ein computergestütztes System für Schuldenmanagement und Finanzanalyse, das den Ländern in Fragen ihrer Auslandsverschuldung hilft. Es wurde 1982 eingeführt und ist nun in 52 LDCs tätig.

Verkehrs-, Zoll- und Informationstechnologie

  • Das ASYCUDA-Programm ist ein integriertes Zollsystem, das die Verfahren der Zollabfertigungen beschleunigt und Regierungen dabei unterstützt, ihre Zollverfahren und ihre Zollverwaltung zu reformieren und modernisieren. Die neueste Version ermöglicht auch die Einführung von e-Business-Verfahren. Das System ist in über 80 Ländern im Einsatz und hat sich zum international anerkannten Standard für Zollautomatisierungen entwickelt.
  • Das ACIS-Programm ist ein computergestütztes System für die Kontrolle von Frachtwegen, das in 20 Entwicklungsländern in Afrika und Asien angewendet wird.
  • Netzwerk Globaler Handelszentren (GTPNet) versorgt über 150 Informationszentren in der ganzen Welt Händler mit Handelsdaten und Dienstleistungen. Es hilft auch bei der Einführung von e-Business-Verfahren.
  • Das TRAINFORTRADE-Programm baut Schulungsnetzwerke auf und organisiert Schulungen in allen Bereichen des internationalen Handels, um den Entwicklungsländern eine Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen. Momentan entwickelt es Programme von Fernstudien über LDC-Themen.

 

Wie arbeitet UNCTAD?

Die Konferenz: Das höchste Organ auf politischer Entscheidungsebene trifft sich alle vier Jahre auf Ministerebene, um politische Leitlinien zu formulieren und Arbeitsprioritäten festzulegen. Die zehnte Konferenz (Bangkok, Februar 2000) erneuerte das Mandat der UNCTAD, die Folgen wichtiger internationaler Initiativen in den LDCs zu analysieren und zu beobachten und den Ländern beim Verständnis wichtiger Fragen in den multilateralen Handelsverhandlungen zu helfen.

Der Handels- und Entwicklungsrat tritt einmal jährlich in Genf zu einer ordentlichen Sitzung zusammen, um die Aktivitäten des Sekretariats zu überprüfen. Außerdem tagt er bis zu dreimal jährlich in nicht-öffentlicher Sitzung, um dringende politische, institutionelle und Managementfragen zu erörtern. Der Rat hat drei Kommissionen: für den Handel von Gütern, Dienstleistungen und Rohstoffen; für Investitionen, Technologie und damit zusammenhängende Finanzfragen; sowie für Unternehmertum, Förderung von Unternehmensgründungen und Entwicklung. Die Kommissionen treten einmal jährlich zu einer ordentlichen Sitzung zusammen und können bis zu 10 Expertentreffen pro Jahr zu Sonderthemen einberufen.

 

Jahresberichte

UNCTAD veröffentlicht jedes Jahr drei prominente Berichte - den Handels- und Entwicklungsbericht, den Weltbericht zu Investitionen und den Bericht zu den am wenigsten entwickelten Ländern - sowie andere Publikationen, wie das Handbuch der Statistiken, die Übersicht zu Schiffahrtstransporten, das Journal transnationaler Unternehmen und den Bericht über E-commerce und Entwicklung.

Die aktuellsten Informationen zu Publikationen, Tagungen und anderen Aktivitäten, ebenso wie die UNCTAD-Pressemitteilungen, sind auf der UNCTAD-Homepage unter http://www.unctad.org abrufbar.

 

Weitere Informationen

UNCTAD
Erica Meltzer
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/5365
erica.meltzer@unctad.org
Alessandra Vellucci
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/4641
alessandra.vellucci@unctad.org
Fax: +41-22-907-0043

 

Herausgegeben von der UNO-Hauptabteilung Presse und Information - DPI/2190J.
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC) Bonn. Mai 2001


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