Meist haben die ärmsten Länder der Welt auch die jüngste Bevölkerung und die höchsten Geburtsraten. Nicht nur das Schicksal der Kinder, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der LDCs wird wesentlich davon abhängen, wie ihre Gesundheitsfürsorge und ihre Bildungssysteme verbessert werden. Rund die Hälfte der Bevölkerung in den ärmsten Ländern der Welt sind Kinder, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. UNICEF Statistiken zeigen, dass in den 48 Ländern, die im Jahr 2000 zur Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder zählten (Senegal ist 2001 hinzugekommen), rund 310 Millionen Menschen - also 49% der Bevölkerung aller LDCs - unter 18 Jahre alt waren. Das Bevölkerungswachstum in diesen Ländern ist doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Schätzungsweise 24 Millionen Kinder werden jedes Jahr in den LDCs geboren. Dies bedeutet, dass weltweit jedes fünfte Kinder pro Jahr in den 49 ärmsten Ländern auf die Welt kommt. In den LDCs lebt ein Zehntel der Weltbevölkerung. Um die Zukunft dieser Länder und ihrer Kinder geht es auch auf der Dritten Konferenz der Vereinten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder, die vom 14. - 20. Mai in Brüssel stattfindet. Was können die Kinder in LDCs vom Leben erwarten, falls sich die derzeitigen Bedingungen nicht ändern? Jedes sechste Kind wird nicht älter als fünf Jahre werden. Die hohe Kindersterblichkeit in den LDCs hängt mit folgenden Faktoren zusammen:
Wie sehr die öffentlichen Gesundheitssysteme in diesen Ländern überlastet sind, zeigt sich am Beispiel Haitis, wo kürzlich die Kinderlähmung wieder aufgetreten ist - fünf Jahre, nachdem der amerikanische Kontinent formell für Poliofrei erklärt wurde. Nur 58% der Kinder in LDCs gehen zur Schule. Von den Mädchen wird kaum mehr als die Hälfte eingeschult. Nur 61% der Schulanfänger bleiben bis zur 5. Klasse; 56% der Mütter können nicht lesen und schreiben. Rund 40% der Bevölkerung sind von Unterernährung bedroht. Während einige Industrieländer sich um die negativen gesundheitlichen Folgen von übergewichtigen Kindern sorgen, sind in den LDCs rund 40% der Kinder mittel bis schwer unterernährt. Trotz des schnellen Bevölkerungswachstums in allen LDCs sinkt die Lebenserwartung in mindestens elf dieser Länder stetig, vor allem aufgrund der Aids-Epidemie. Zum Beispiel ist die durchschnittliche Lebenserwartung in Malawi in den zehn Jahren von 1990 bis 2000 von 48 auf 40 Jahre gesunken. Die Aussichten auf ein langes Leben für Kinder in den LDCs werden auch durch gewaltsame Konflikte untergraben. Zwischen 1990 und 1998 waren 20 der 48 LDCs von solchen Gewaltsituationen betroffen. Alle zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit der Welt sind LDCs; in sieben davon herrschen bewaffnete Konflikte. Bei den Konflikten, die in der östlichen Region der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1998 und 2000 wüteten, starben unter der Zivilbevölkerung rund 1,7 Millionen Menschen. Nach UNICEF-Berichten waren ein Drittel dieser Opfer Kinder unter fünf Jahren.
Ein Entwicklungsmodell Im Allgemeinen wird es als selbstverständlich angenommen, dass eine erfolgreiche Entwicklung auch gute Gesundheit und gute Schulbildung mit sich bringt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vertritt die Auffassung, dass diese sozialen Errungenschaften auch unerlässliche Instrumente sind, um Entwicklung überhaupt erst stattfinden zu lassen.
UNICEF betont, dass Investitionen in die Gesundheit und Bildung von Kindern besonders wichtig sind, denn viele Fähigkeiten der Erwachsenen - ob gut oder schlecht - bilden sich in den ersten fünf Jahren ihres Lebens heraus. Der WHO zufolge wird mittlerweile anerkannt, dass Gesundheit und Bildung die Schlüssel zu Produktivität sind, und dass Analphabetismus und Gesundheitsprobleme das Wirtschaftswachstum und das persönliche Wohlergehen der Menschen schwächen. Deshalb setzt man sich auf internationaler Ebene immer mehr dafür ein, Investitionen in soziale Faktoren der Entwicklung zu einem zentralen Anliegen der makroökonomischen Politik zu machen.
Partnerschaftliche Projekte Nicht alle Nachrichten aus den LDCs sind Katastrophenmeldungen. Mit Hilfe von Entwicklungspartnern haben viele LDC-Regierungen erfolgreich Programme zur Verbesserung der sozialen Lage eingeführt.
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von der UNO-Hauptabteilung Presse und Information - DPI/2190F. |
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