Am wenigsten entwickelte Länder
 
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Dritte Konferenz der Vereinten Nationen über die
am wenigsten entwickelten Länder (LDCs)

14.-20. Mai 2001
Brüssel, Belgien

bar


Anbindung an die digitale Welt

Die am wenigsten entwickelten Länder sind im High-Tech Bereich originär benachteiligt, aber die digitale Revolution könnte sich als ein Sprungbrett zur Entwicklung erweisen.

Die Frage, wie die vor allem in Afrika und Südasien angesiedelten LDCs von der Internetrevolution profitieren können, steht ganz oben auf der Tagesordnung der Dritten Konferenz über die am wenigsten entwickelten Länder, die vom 14. - 20. Mai in Brüssel stattfindet. Bei der Konferenz werden politische Entscheidungsträger aus den LDCs zusammen mit den Entwicklungspartnern Wege erörtern, wie diese Länder an eine immer mehr von Technologie bestimmte Welt angebunden werden können.

Die Schwierigkeiten der LDCs auf diesem Gebiet sind gut bekannt: keine ausreichende Infrastruktur für Telekommunikation, geringe Computerkenntnisse, unzureichende rechtliche Rahmenbedingungen und viel zu wenig Online-Konsumenten.Dabei wird oft nicht gesehen, dass viele LDCs die Herausforderungen des Zugangs zum Internet und der Anbindung an die digitale Welt sehr ernst nehmen. Trotz aller Nachteile der LDCs sehen viele Befürworter der digitalen Entwicklung schon erste Anzeichen eines „elektronischen Frühlings“. Von einem extrem niedrigen Niveau aus wächst der Zugang zu Computern und zum Internet schnell.

Investitionen stärken die grundlegende Infrastruktur für Telekommunikation in diesen Ländern, aber die zunehmende Verwendung des Telefons überlastet die verfügbaren Kapazitäten. Diese Schwäche wird durch Mobiltelefone ausgeglichen, deren Verbreitung weitaus rascher ansteigt als verkabelte Telefonverbindungen.

Neue Kabellose Anwendungsprotokolle (WAP) ermöglichen den Internetzugang über kabellose Telefone. Neue Software ermöglicht die Verbindung zwischen Handgeräten und Desktop-Computern. Einige Befürworter der digitalen Entwicklung sagen voraus, dass aus der Knappheit der Festnetzverbindungen auch ein Vorteil werden kann, da Investitionen, die für die Wartung älterer Telefonleitungen hätten getätigt werden müssen, nun in kabellose oder fortgeschrittene Faseroptiksysteme fließen können.

 

 

Entwicklungsstrategien

„Die Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) und die Globalisierung bieten hervorragende technologische Möglichkeiten für die LDCs, und die Häufigkeit, mit der diese Technologien übernommen wird, ist phänomenal. Mobile Dienste und das Internet sind ein großer Erfolg, aber Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Medizin, der Bildung (Fernuniversität) und des e-Business vervielfachen die Vorteile, die LDCs aus diesen Technologien ziehen können, tragen sie in ländliche und entlegene Gebiete hinaus und erweitern damit die sozioökonomische Infrastruktur.“
- Hamadoun Toure, Direktor, ITU Büro für Telekommunikationsentwicklung

Eine Tagung der ICT-Pioniere des öffentlichen und privaten Sektors aus Entwicklungs- und Schwellenländern fand unter der Schirmherrschaft der UNO-Generalversammlung und des Wirtschafts- und Sozialrats im April 2000 in New York statt. Der Expertenbericht führte zur Gründung einer ICT-Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten von Costa Rica, Jose Maria Figueras, die direkt Generalsekretär Kofi Annan Bericht erstattet. Die hochrangige Expertengruppe empfahl den weniger entwickelten Ländern und Entwicklungspartnern:

  • die Einrichtung unterstützender rechtlicher Rahmenbedingungen, die auch Rechte des geistigen Eigentums und die Liberalisierung der Telekommunikationsdienste berücksichtigen.
  • die Gewährung von Steuer- und Zollvorteilen sowie von zinsgünstigen Krediten für den ICT-Dienstleistungssektor.
  • die Konzentration auf strategische Einstiegspunkte in Bildung, Gesundheit und öffentlicher Verwaltung. Dadurch sollen öffentliche Dienstleistungen verbessert, das Vertrauen der Bevölkerung in den ICT-Sektor aufgebaut, die lokalen Fähigkeiten gestärkt und die Märkte für fremde Unternehmen geöffnet werden.
  • die Pflege lokaler Internet-Inhalte und des Gebrauchs der lokalen Sprache.
  • entschlossene Anstrengungen zur Erweiterung der Telekommunikations- und Internetdienste bis hin zur ländlichen Bevölkerung.
  • die Schaffung öffentlicher Zugangsmöglichkeiten, wie Cybercafes, Telekommunikationszentren für Gemeinden und e-Business.
„Die Erfahrung einer Reihe von Ländern, einschließlich einiger, die unter Bedingungen starker Ressourcenknappheit, komplexer politischer Gegebenheiten und akuter sozio-ökonomischer Probleme arbeiten, hat gezeigt, dass sich mutige Schritte ins digitale Zeitalter für diese Länder lohnen und greifbare, positive Ergebnisse in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht gebracht haben. Durch den umfassenden und innovativen Einsatz der ICT-Dienste für ihre Entwicklung konnten diese Länder Gewinne aus der Globalisierung für sich erzielen, anstatt zusehen zu müssen, wie die Globalisierung aus ihnen Gewinn zieht.“
- Bericht der hochrangigen Gruppe von ICT Experten, New York, April 2000

Andere wichtige Initiativen sind bereits im Aufbau. Die im Juli 2000 gegründete Arbeitsgruppe „Digitale Chancen“, genannt „dot.force“, ist das Produkt einer historischen Partnerschaft zwischen der Gruppe „G-8“ der Industriestaaten, den Entwicklungsländern, der Privatwirtschaft und den Nichtregierungsorganisationen. Gemeinsam mit der ICT-Arbeitsgruppe bildet sie ein Instrument zur Bewertung und Überbrückung der globalen digitalen Kluft. Die gemeinsame Patenschaft über das „dot.force“ Sekretariat haben das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und die Weltbank übernommen.

 

Erfolge

  • Drei Programme, die von der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) entwickelt, umgesetzt und unterstützt wurden, verwenden Informations- und Kommunikationstechnologien zur Förderung der Effizienz des internationalen Handels der LDCs. Es sind dies das Handelspunkt-Programm, das eine einzige tatsächliche und/oder virtuellen Ansprechstelle für internationale Handelsdienste bietet; das ASYCUDA-Programm für Zollreform und Zollautomatisierung zur Reform und Modernisierung der Zollverwaltungen; und das Fortgeschrittende Frachtinformationssystem (ACIS), das mit Hilfe dieser Technologien die Effizienz von Transporten verbessert und Ausrüstungs- und Frachtbewegungen aufzeichnet.
  • Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen und UNDP sind eine gemeinsame Partnerschaft mit Cisco Systems, dem Friedenscorps der USA und anderen Partnern eingegangen, um Schüler in 29 LDCs auszubilden und die erforderlichen Kenntnisse für den Aufbau und die Wartung der Infrastruktur für das Internet zu schaffen. Durch seine vielfältigen Programme und Initiativen hat UNDP bereits die ersten Internet (IP) Netzwerke in mehr als 40 Ländern eingerichtet und mehr als 25.000 Organisationen und Institutionen geschult.

 

Weitere Informationen

UNO-Hauptabteilung Presse- und Information
Tim Wall
E-Mail:
Tel.: +1-212-963-5851
wallt@un.org
Laufey Löve
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Tel.: +1-212-963-3507
love@un.org
Fax: +1-212-963-1186
UNCTAD
Erica Meltzer
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/5365
erica.meltzer@unctad.org
Alessandra Vellucci
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/4641
alessandra.vellucci@unctad.org
Fax: +41-22-907-0043
UNDP
Cassandra Waldon
E-Mail:
Tel.: +1-212-906-6499
cassandra.waldon@undp.org

 

Herausgegeben von der UNO-Hauptabteilung Presse und Information - DPI/2190D.
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC) Bonn. Mai 2001


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