Am wenigsten entwickelte Länder
 
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Dritte Konferenz der Vereinten Nationen über die
am wenigsten entwickelten Länder (LDCs)

14.-20. Mai 2001
Brüssel, Belgien

bar


Dort handeln, wo die Armut am stärksten ist

In einer Welt, in der Finanzmärkte, Handel und Investitionen in einem noch nie da gewesenem Ausmaß blühen, sind 49 Länder mit über 630 Millionen Einwohnern - mehr als ein Zehntel der gesamten Weltbevölkerung - einfach vom Geschehen der globalen Wirtschaft abgeschnitten.

Die Vereinten Nationen veranstalten vom 14. bis 20. Mai in Brüssel eine Weltkonferenz, die sich mit der Armut, Unterentwicklung und Instabilität in den „am wenigsten entwickelten Ländern“ (LDCs) befassen soll. Gastgeber der Tagung ist die Europäische Union. Die Konferenz soll zielorientiert sein und konkrete Maßnahmen beschließen, um ein weiteres Abgleiten der LDCs in die Marginalisierung und extreme Armut zu verhindern.

 

Maßnahmen sind dringend nötig

Mehr als die Hälfte der Menschen in diesen Ländern muss mit weniger als einem Dollar pro Tag ihr Leben fristen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 51 Jahre. 43% der Menschen haben dort keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 50% können nicht schreiben und lesen. Bei nur 26% aller Geburten sind Hebammen oder Ärzte anwesend.

Trotz des weltweiten Engagements zur Armutsbekämpfung nimmt die Anzahl der in äußerster Armut lebenden Länder ständig zu. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der LDCs von 25 auf 49 fast verdoppelt.

Die 90er Jahre waren ein grausames Jahrzehnt für die Menschen in diesen Ländern. Viele wurden in letzter Zeit Opfer innerstaatlicher Auseinandersetzungen und gewaltsamer Konflikte, die oft Grenzen überschritten und die Stabilität ganzer Regionen gefährdeten. Millionen von Menschen sind aus ihrer Heimat vertrieben worden und wurden zu Binnenvertriebenen oder internationalen Flüchtlingen.

Darüber hinaus scheinen die Kräfte der Globalisierung, die es einigen Ländern ermöglichten, ihren Weg aus schwerer Unterentwicklung zu finden, mittlerweile gegen die LDCs zu arbeiten. Die Preise von Rohstoffen (die wichtigsten Exportartikel der LDCs) fallen, während hochentwickelte Technologien - ein Schwachpunkt der LDCs - hoch bewertet werden. Möglichkeiten, das Exportvolumen durch lokale Verarbeitung zu erhöhen, werden durch hohe Handelsbarrieren auf den wichtigsten internationalen Märkten gerade für Produkte mit strategischem Exportwert für die LDCs erschwert.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends meiden Investoren, die aufgrund des langsameren Wachstums der Weltwirtschaft und den Erfahrungen aus den jüngsten Finanzkrisen etwas nervös geworden sind, alle Kapitalanlagen, die ihnen nicht absolut sicher erscheinen. Außerdem gehören zwei Drittel der LDCs zur Kategorie der hochverschuldeten und armen Länder. Und die nationale Verschuldung, größtenteils entstanden in der liberalen Atmosphäre der Finanzgeber in den 80er Jahren, steigt trotz neuer internationaler Hilfsprogramme weiter an.

 

Eine Partnerschaft für den Fortschritt

In den LDCs fehlen vor allem Produktionskapazität und Infrastruktur, erfahrenes Management sowie unternehmerische und technische Fähigkeiten. Es gibt Probleme in der Regierungsführung, die heimischen Spar- und Investitionsraten und vor allem die Auslandsinvestitionen sind außerordentlich gering. Zur Bewältigung dieser Probleme müssen vor allem die LDCs selbst einen großen Teil der dafür erforderlichen Anstrengungen aufbringen.

Es gibt Beispiele dafür, dass LDCs - selbst unter schwierigen internationalen Bedingungen - beeindruckende Fortschritte erzielen können: So hat Mali bei der Umsetzung neuer Informationstechnologien strategische Fortschritte gemacht und nahezu alle Regierungsaufgaben online gebracht. Bangladesch konnte seinen Exportsektor ausweiten. Mosambik erzielte ein Wirtschaftswachstum, das 1999 höher war als in jedem anderen Land der Erde. Aber in der Gesamtheit gesehen, können diese Länder nicht aus eigener Kraft jede ihrer vielen Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten bewältigen. Hier muss die internationale Gemeinschaft eine aktive Rolle einnehmen.

Die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben auf dem Millenniumsgipfel in New York im September 2000 die Notwendigkeit für einen partnerschaftlichen Ansatz anerkannt und versprochen, die Brüsseler Konferenz zu unterstützen. Sie riefen alle wohlhabenden Länder dazu auf, Maßnahmen in drei entscheidenden Bereichen zu treffen:

  • den zollfreien Marktzugang ohne Quotenregelung für alle Exportgüter der LDCs zu ermöglichen;
  • jenen LDC-Ländern alle öffentlichen bilateralen Schulden zu erlassen, die nachweislich Anstrengungen zur Armutsreduzierung unternehmen, und zu gewährleisten, dass die laufende internationale Initiative zum Schuldenerlass für arme Länder zügig und rigoros durchgeführt wird;
  • großzügigere Entwicklungshilfe gewähren, insbesondere den Ländern, die Hilfsmittel für Armutsminderung beantragen.

 

Teilnahme

An der LDC-III Konferenz werden politische Entscheidungsträger der ganzen Welt teilnehmen. Die Staats- und Regierungschefs der 49 am wenigsten entwickelten Länder werden dabei eine führende Rolle einnehmen. Auch alle Sektoren der Zivilgesellschaft werden auf der Konferenz vertreten sein.

Verantwortung für den Erfolg der Konferenz tragen auch bedeutende internationale und multilaterale Organisationen, wie die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF). Diese und andere Organisationen sind in den LDCs tätig, und ihre gemeinsamen Bemühungen sind äußerst wichtig für den Erfolg der internationalen Partnerschaft.

Ein wichtiges Merkmal der Konferenz wird auch die Ankündigung konkreter Mittelzusagen und Programm-Initiativen der Geberländer und Organisationen zur Förderung der Entwicklung in den LDCs sein.

Um den wichtigen Aufgaben der Nichtregierungsorganisationen als Vertreter der Zivilgesellschaft, sowie der Privatwirtschaft, der Stadtverwaltungen und der Parlamentarier Rechnung zu tragen, werden besondere „Parallelveranstaltungen“ stattfinden.

 

Tagungsort und Sekretariat

Gastgeber der Konferenz ist die Europäische Union, die der größte bilaterale Entwicklungs- und Handelspartner der LDCs ist. Die modernen Einrichtungen des Gebäudes des Europäischen Parlaments in Brüssel bieten geeignete Tagungsmöglichkeiten für Plenarsitzungen und thematische Veranstaltungen, für Parallelereignisse und für eine Sonderausstellung zum kulturellen Reichtum und der kulturellen Vielfalt der LDCs sowie über die Arbeit der Europäischen Union und der Vereinten Nationen in diesen Ländern.

Als Sekretariat der LDC-III dient die in Genf ansässige Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Mit ihrer langjährigen Erfahrung und den Kenntnissen über Entwicklungsaspekte von Handel, Investitionen, Technologie und den Aufbau von Institutionen ist die UNCTAD die zentrale Anlaufstelle für LDC-Themen innerhalb der Vereinten Nationen.

 

Weitere Informationen

Für Medienanfragen:

UNCTAD   Informationszentrum der Vereinten Nationen
(UNIC) Brüssel
Erica Meltzer
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/5365
erica.meltzer@unctad.org
  Fax:
E-Mail:
+32-2-502-4061
unicbel@be.psinet.com
Alessandra Vellucci
E-Mail:
Tel.:+41-22-907-5828/4641
alessandra.vellucci@unctad.org
     
Fax: +41-22-907-0043      
UNO-Hauptabteilung Presse- und Information
Tim Wall
E-Mail:
Tel.: +1-212-963-5851
wallt@un.org
Laufey Löve
E-Mail:
Tel.: +1-212-963-3507
love@un.org
Fax: +1-212-963-1186

Für allgemeine Informationen:

Webseite: www.un.org
E-Mail: ldc@unctad.org
Postanschrift: 3rd UN Conference on the LDCs,
Palais des Nations,
1211 Geneva 10, Switzerland
Fax: +41-22-907-0046

 

Herausgegeben von der UNO-Hauptabteilung Presse und Information - DPI/2190A.
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC) Bonn. Mai 2001


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