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Impfungen
und Impfstoffe
Jedes
Jahr sterben drei Millionen Kinder an Krankheiten, die
mit einer bis drei Einheiten einfach erhältlicher
Impfstoffe leicht hätten verhindert werden können,
vor allem in Entwicklungsländern. Millionen weiterer
Kinder werden durch diese Krankheiten geschwächt
oder schwerbehindert.
Jedes
Kind hat ein Recht auf Impfung gegen verhütbare Krankheiten.
Die Routineimpfung von Kindern ist notwendig, um das Recht
der Kinder auf Gesundheit zu gewährleisten.
Immunisierung
ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Armut.
Impfungen und Mikronährstoffe wie Vitamin A und Jod
gehören zu den kostengünstigsten und erfolgreichsten
Wegen der Armutsbekämpfung. Eine Impfeinheit gegen
Röteln kostet elf Cents und doch werden Jahr für
Jahr viele Millionen Dollar ausgegeben und gehen unzählige
Schulbesuche und Tage an Arbeitsproduktivität aufgrund
von Erkrankungen und verhütbaren Krankheiten verloren.
Wenn die Welt einmal frei von Kinderlähmung ist,
können rund 1,5 Milliarden US-Dollar eingespart und
zur Finanzierung anderer Entwicklungsprioritäten
herangezogen werden.
Eine
bessere Versorgung mit Impfungen führt zur Stärkung
des gesamten Gesundheitssystems eines Landes.
Ein Land mit der Ausrüstung für dauerhafte Routineimpfungen
zu versehen, trägt entscheidend zur Stärkung
des gesamten Gesundheitssystems bei. Es verbessert die
Kenntnisse des medizinischen Personals, sorgt für
sichere und ausreichende Vorräte an Medikamenten,
ermöglicht die Erkennung anderer Krankheiten und
erweitert die bestehende Infrastruktur der Kommunikation
und des Verkehrswesens.
Fortschritte
bei der Erreichung der Ziele des Weltkindergipfels
Von
den 27 Zielen, die sich der Weltkindergipfel 1990 gesetzt
hat, beziehen sich die folgenden sechs direkt auf Immunisierung
und Mikronährstoffe.
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DPT:
Ziel des Gipfels war es, eine 90-prozentige Versorgung
durch Routineimpfungen gegen DTP zu erlangen und beizubehalten
(DTP ist eine Kombination von Impfstoffen gegen Diphterie,
Tetanus und Keuchhusten, für den vollen Schutz
sind drei Impfungen - DTP3 - nötig). Dieses Ziel
ist auf globaler Ebene nicht erreicht worden.
Im Jahr 2000 ist die globale Versorgung mit DTP3 auf
fast 75 Prozent insgesamt gestiegen, aber die Abdeckung
in Afrika südlich der Sahara ist gesunken und
weltweit werden ungefähr 30 Millionen Kinder
von den Routineimpfungen nicht erfasst. Der Großteil
lebt in extremer Armut oder ist von bewaffneten Konflikten
oder Diskriminierung betroffen und deshalb sehr schwer
zu erreichen.
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Kinderlähmung:
Ziel im Jahr 1990 war die globale Ausrottung von Kinderlähmung
bis zum Jahr 2000. Dieses Ziel ist nicht vollauf erreicht
worden, es sind jedoch außergewöhnliche
Fortschritte zu verzeichnen. In mehr als 175 Ländern
gibt es heute keine Kinderlähmung mehr und die
Anzahl der Polio-Fälle ist von rund 350.000 im
Jahr 1988 auf weniger als 3.000 gemeldete Fälle
im Jahr 2000 gesunken.
Die Partnerorganisationen der Initiative zur Ausrottung
von Kinderlähmung, die von der Weltgesundheitsorganisation,
UNICEF, Rotary International und dem US-Zentrum für
Krankheitskontrolle und Prävention angeführt
wird, hoffen 2005 die Welt als frei von Kinderlähmung
erklären zu können.
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Masern:
Ziel des Gipfels 1990 war eine 95-prozentige Verringerung
der Todesfälle durch Masern und eine 90-prozentige
Verringerung der Masernfälle bis 1995. Es fand
eine Verringerung von rund 40 Prozent bei den gemeldeten
Fällen statt.
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Neugeborenen-Tetanus:
Ziel des Gipfels 1990 war die vollständige Beseitigung
von Wundstarrkrampf bei Neugeborenen - eine oft tödliche
Krankheit, die durch Bakterien meist in Verbindung
mit nicht sterilen Geburten verursacht wird. Die Krankheit
ist nicht ausgemerzt worden, aber 104 von 161 Entwicklungsländern
haben das Ziel erreicht. Die Todesfälle sind
zwischen 1990 und 2000 um mehr als die Hälfe
zurückgegangen.
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Vitamin-A-Mangel:
Ziel des Weltgipfels war die faktische Behebung des
Vitamin-A-Mangels bis zum Jahr 2000. Vitamin A, entscheidend
für die Abwehrkräfte des Körpers gegen
Infektionen, kann die Kindersterblichkeit aufgrund
gewöhnlicher Krankheiten wie Durchfall, Malaria
und Masern um bis zu 25 Prozent verringern. Für
Kinder, die keine Nahrung mit hohem Vitamin-A-Gehalt
zur Verfügung haben, sind zwei Vitaminkapseln
pro Jahr ausreichend, die nur einige wenige Cents
kosten.
Der Vitamin-A-Mangel ist nicht behoben worden, aber
es konnten gewaltige Fortschritte erzielt werden.
Im Jahr 1996 wurden erst in elf Ländern 70 Prozent
der Kinder mit einem Vitamin-A-Ergänzungspräparat
versorgt. Im Jahr 2000 waren es bereits 43 Länder.
Schätzungen besagen, dass dadurch eine Million
Todesfälle unter Kindern durch zusätzliche
Vitamin-A-Verabreichungen verhindert werden konnten.
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Jodmangelkrankheiten:
Ziel des Weltgipfels war die Beseitigung der Jodmangelkrankheiten
bis zum Jahr 2000. Es ist einer der größten
Erfolge der 1990 gesetzten Ziele, dass heute 90 Millionen
Neugeborene jedes Jahr vor Jodmangel geschützt
werden können, der häufig zu schweren Spätentwicklungen,
einem gravierenden Verlust an Lernfähigkeit und
zu Kropfbildung geführt hat. Dieses Ziel wurde
durch die Jodierung von Salz für den täglichen
Gebrauch erreicht und kam dank konzertierter Bemühungen
der Weltgesundheitsorganisation (WHO), von UNICEF,
der nationalen Regierungen und der Salzproduzenten
zu Stande. Im Jahr 1990 benutzten weniger als 20 Prozent
der Haushalte in Entwicklungsländern jodiertes
Speisesalz, im Jahr 2000 waren es bereits 72 Prozent.
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Unvollendete
Agenda: Millionen Kinder sterben weiterhin an Krankheiten,
die durch Impfungen verhütet werden können
Wir
wissen, wie eine universelle Immunisierung erreicht werden
kann. Angesichts von rund 30 Millionen Kindern, die bislang
nicht bei Routineimpfungen erfasst wurden, ist es nun
Zeit zum Handeln! Im Vergleich
zu den Ausgaben für Rüstung und Luxusartikel
sind die Finanzmittel, die für Basis-Gesundheitsdienste
von Kindern notwendig sind, bescheiden und erschwinglich.
Aus diesem Grund muss die Sondertagung der UNO-Generalversammlung
über Kinder eine Vision bringen und für das
Engagement sorgen, das zum Handeln erforderlich ist. Die
Regierungsvertreter müssen die Ressourcen der nationalen
Haushalte umverteilen und die Finanzmittel sowie das Fachwissen
der Weltgemeinschaft, der Organisationen der Zivilgesellschaft
und des Privatsektors mobilisieren und zur Verfügung
stellen. Denn jedes Kind soll von einer der größten
Erfindungen der medizinischen Wissenschaft profitieren
- von der Impfung gegen verhütbare Krankheiten.
Neue
Partnerschaften geben dem Engagement für Impfungen
Auftrieb. Eine große Errungenschaft ist
die Globale Allianz für Impfstoffe und Impfungen
(GAVI), die sich im Jahr 1999 als Antwort auf die stagnierenden
globalen Impfzahlen und die immer größer werdende
Kluft im Zugang zu Impfstoffen bildete. Diese mächtige
Allianz * hat sich zum Ziel gesetzt, 30 bis 40 Millionen
Kinder in Entwicklungsländern zu erreichen, die bisher
nicht an Routineimpfungen teilnehmen. GAVI setzt sich
ferner dafür ein, dass Kinder in Entwicklungsländern
auch die gleichen wirksameren und neuen Impfstoffen bekommen,
die bereits weitgehend in den Industriestaaten verwendet
werden, z.B. für Hepatitis B und Gelbfieber. Außerdem
will die Initiative die Entwicklung neuer Impfstoffe für
Krankheiten, die vor allem in armen Ländern vorkommen,
vorantreiben.
*
Die GAVI-Partner sind UNICEF (zur Zeit Vorstandsvorsitz),
die Weltgesundheitsorganisation, die Weltbankgruppe, das
Bill und Melinda Gates Kinder-Impfprogramm bei PATH, die
Rockefeller Stiftung, die Pharmazeutische Impfstoffindustrie,
Regierungen und andere.
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