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Bildung
Bildung
ist das Recht aller Kinder und die Pflicht jeder Regierung.
Die Konvention über die Rechte des Kindes, von nahezu
allen Ländern ratifiziert, lässt keinen Zweifel
an dem Recht jedes Kindes auf eine qualitativ hochwertige
Grundausbildung.
Bildung
steuert Entwicklung. Bildung ist der sicherste
Weg für die Entwicklung der Menschen zu verantwortungsbewussten
und produktiven Bürgern, die mit ihrem Tun wirtschaftlichen
und sozialen Fortschritt möglich machen. Besonders
im Informationszeitalter kann es sich kein Land leisten,
seine Kinder nicht auszubilden.
Bildung
für Mädchen ist der Schlüssel zur Überwindung
des Kreislaufes der Armut zwischen den Generationen.
Investitionen in die Bildung von Mädchen sind die
Grundlage jedes wirtschaftlichen und sozialen Fortschrittes
einer Gesellschaft. Der Bildungsstand der Mütter
bedingt das Wohlergehen ihrer Kinder. Gebildete Mädchen
werden zu gebildeten Frauen: Frauen, denen generell ein
höheres Einkommen zur Verfügung steht, sind
häufiger an Entscheidungsprozessen beteiligt, sie
heiraten später, widmen ihrer Gesundheitsfürsorge
und der ihrer Familie mehr Aufmerksamkeit, sie achten
auf eine gesunde Ernährung und sie lassen ihre Kinder
eine Schule besuchen.
Bildung
entscheidet über die Lösung komplexer Probleme.
Kinderarbeit blüht dort, wo es keine Bildungsangebote
gibt. Kinderarbeit ist von minderer Qualität oder
sie entspricht nicht den Bedürfnissen der Menschen.
Für Präventivmaßnahmen zur Vermeidung
der Immunschwächekrankheit Aids sind Schulen der
geeignete Ort, wo Kinder ihre Fähigkeiten erhalten,
mit den Problemen ihrer Umgebung umgehen zu können.
Bildung guter Qualität, die Sensibilität gegenüber
den unterschiedlichen Bedürfnissen der Mädchen
und Jungen zeigt, ist der erste Schritt zur Überwindung
geschlechtlich begründeter Diskriminierungen. Diese
finden sich in allen Bereichen des täglichen Lebens
und sie verhindern jede Art von Entwicklung.
Fortschritte seit dem Weltkindergipfel von 1990
Fortschritte
in den 90er Jahren. Die Konvention über die
Rechte des Kindes fördert nicht nur politische Verpflichtungen.
Weltweit sind seither Maßnahmen zur Umsetzung der
Konvention getroffen worden, um allen Kindern eine Allgemeinbildung
zu bieten. Eine systematische Überprüfung und
automatische Folgeprogramme durch die Staaten, die die
Konvention ratifiziert haben, unterstützen diese
Verpflichtung.
Es
gibt vermehrt Erkenntnisse darüber, wie das Ziel
der Bildung für alle Kinder realisiert werden kann.
Es wurden wichtige Erfahrungen darüber gesammelt,
wie durch spezifisch für Mädchen ausgerichtete
Schulen die Kluft zwischen den Geschlechtern geschlossen
werden kann. Qualitativ hochwertige Lehrmethoden, Unterrichtsmaterialien
und eine die Fähigkeiten der Kinder fördernde
Umgebung tragen dazu bei, die Schulen für Kinder
attraktiv zu machen und sie zum Schulbesuch zu ermuntern.
Bildung
sowie Lese- und Schreibfähigkeit: Die vier Ziele
des Weltkindergipfels von 1990
Grundschulbildung:
Grundschulbildung soll jedem Kind den Zugang zu Bildungseinrichtungen
garantieren und dazu beitragen, dass wenigstens 80 Prozent
der Kinder im schulpflichtigem Alter vier Jahre lang eine
Grundschule besuchen. Seit 1990 verbessern sich die Chancen
eines Schulbesuchs für Kinder: im Gegensatz zu 80
Prozent im Jahr 1990 besuchen heute 82 Prozent der Kinder
eine Schule oder sind für einen Schulbesuch angemeldet.
Bildungsunterschiede,
die durch Geschlechtszugehörigkeit verursacht werden:
Bildungsunterschiede, deren Ursache in der Geschlechtszugehörigkeit
zu finden sind, sollen reduziert werden. Die Kluft bei
der Anzahl der Einschulungen von Jungen und Mädchen
hat sich von 6 Prozent auf 3 Prozent halbiert. In Südasien
sind Fortschritte zu verzeichnen, während sich in
Afrika südlich der Sahara geschlechtsbedingte Bildungsunterschiede
nicht gravierend geändert haben.
Erwachsenenbildung:
Erwachsenenbildung bedeutet, dass die Analphabetenrate
annähernd auf die Hälfte des Standes von 1990
reduziert wird. Der weiblichen Bildung soll mehr Bedeutung
zugemessen werden. Trotzdem bleibt dieses Ziel weiterhin
unerreicht. Das Analphabetentum unter Erwachsenen sank
zwar von 25 Prozent im Jahr 1990 auf heute unter 20 Prozent.
Durch das steigende Bevölkerungswachstum bleibt die
absolute Zahl der Analphabeten aber weiter bei 900 Millionen
Menschen weltweit, besonders Frauen sind betroffen.
Wissenserwerb
und Fähigkeiten für ein besseres Leben:
Wissenserwerb und Fähigkeiten für ein besseres
Leben bedeuten, den Menschen Wissen, Fähigkeiten
und Werte zu sichern, die ihnen dabei helfen, ihr Leben
positiver zu gestalten. Dabei gab es einige langsame Fortschritte.
Es werden mehr junge Menschen angesprochen, wenn schulische
Bildung und praktische Ausbildung auch die Weitergabe
von lebenswichtigen Erfahrungen und Arbeitsmöglichkeiten
vorsehen. Die hohe Arbeitslosigkeit in Mittel- und Osteuropa
und die Aids-Epidemie in Afrika sind jedoch zwei wesentlicher
Herausforderungen, auf die sie besser vorbereitet werden
müssen.
Unvollständige Agenda: Bildung für alle - und
keine Entschuldigung!
Alte
und neue Hindernisse: Ungefähr 120 Millionen
Kinder im schulpflichtigen Alter sind nach wie vor von
jedem Schulbesuch ausgeschlossen. 53 Prozent davon sind
Mädchen. Die Quote für den Besuch weiterführender
Schulen ist noch geringer. In einigen Ländern hat
die Ausbreitung von HIV/Aids solche Ausmaße erreicht,
dass das Erreichen des weltweiten Bildungsziels ernsthaft
behindert wird.
Die Herausforderung annehmen, den noch verbliebenen
20 Prozent schulpflichtigen Kindern einen
Schulbesuch zu ermöglichen: Die Verwirklichung
dieser Herausforderung verlangt mehr Neuerungen und wird,
proportional gesehen, höhere Kosten hervorrufen:
es geht um die schulische Integration der am Rande der
Gesellschaft stehenden und ausgeschlossenen Kinder. Darunter
sind Kinder aus Krisengebieten dieser Welt, Kinder, die
für die Sicherung ihres Lebensunterhaltes und den
ihrer Familie arbeiten müssen, Kinder, die vertrieben
wurden, aus ländlichen Gebieten stammen, arme Kinder,
Kinder, die einer benachteiligten Minderheit angehören
wie auch eine wachsende Anzahl von Kindern, die sich mit
dem HIV-Virus infiziert haben oder bereits an Aids erkrankt
sind.
Zu
viele Schulen sind ineffektiv und unsicher: Während
viele Kinder von jeder Bildung ausgeschlossen sind, besuchen
andere Schulen, in denen jede Lernanstrengung durch eine
nicht kindgerechte Umgebung von Beginn an zum Scheitern
verurteilt ist. Die Lehrpläne müssen sich nicht
nur auf wichtige Inhalte konzentrieren sondern müssen
auch von gut ausgebildeten Lehrern vermittelt werden.
Angemessene sanitäre Anlagen und eine generell hygienische
Umgebung ist genauso unabdingbar wie die Gewährleistung
der Sicherheit und des Schutzes der Kinder. Wo diese elementaren
Voraussetzungen fehlen, sind Eltern wahrscheinlich nicht
bereit, ihre Kinder in die Schule gehen oder sie weiter
eine Schule besuchen zu lassen.
Bildungsbarrieren
für Mädchen: Die Schaffung mädchenfreundlicher
Schulen erfordert Lehrer und Unterrichtsmaterialien frei
von jeder geschlechtsspezifischen Bevorzugung. Die Abschaffung
von Schulgebühren gehört zu diesem Konzept wie
auch Verantwortung für die Betreuung jüngerer
Geschwister. Getrennte Toiletten, mehr Flexibilität
bei der Organisation der Schulstunden und eine Umgebung,
in der es keine geschlechtsbedingte Gewalt gibt, geben
auch Mädchen eine Bildungschance.
Lähmende
Wirkung der Schuldenlast: Die ärmsten und
am höchsten verschuldeten Länder der Welt sind
außerstande, die für Bildung notwendigen Investitionen
zu tätigen, wenn keine wesentlichen Fortschritte
beim Umgang mit ihrer Schuldenlast zu verzeichnen sind.
Bildung
Für Alle benötigt Partnerschaften und Netzwerke:
Die primäre Verantwortung für das Recht auf
Bildung für jedes Kind liegt bei den nationalen Regierungen.
Bildungsministerien allein können diese Aufgabe nicht
erfüllen. Um den Anspruch auf Bildung für alle
in die Realität umsetzen zu können, bedarf es
auch der Hilfe und Verantwortung anderer Akteure. Dauerhafte
Partnerschaften müssen mit Schulverwaltungen eingegangen
werden, um die ausgeschlossenen Kinder zu erreichen. Die
Zivilgesellschaft, religiöse Gruppen und andere Akteure
müssen ihre ganze Überzeugungskraft mobilisieren,
um den Eltern den fundamentalen Wert von Bildung zu vermitteln.
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