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Geburtenregistrierung
In den 90er Jahren wuchs die Erkenntnis,
dass Geburtenregistrierung ein wichtiges Instrument ist,
um das Recht von Kindern auf eigene Identität zu
schützen - und dass einer Vielzahl von Kindern in
den Entwicklungsländern dieses Recht fehlt. Während
heute eine weit höhere Geburtenrate registriert wird
als noch vor zehn Jahren, sind noch immer zwei von fünf
Babys ohne Geburtsnachweis, insgesamt mehr als 50 Millionen
Kinder jährlich.
Dieses
Ticket zur Staatsbürgerschaft ist ein
internationaler Rechtsgrundsatz. Beginnend mit
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von
1948 und in zehn darauf folgenden internationalen Übereinkommen
wiederholt, ist das Recht jedes Kindes auf eigene offizielle
Identität eindeutig klar gestellt.
Geburtenregistrierung
ist der erste Schritt zur Anerkennung des unveräußerlichen
Rechts von Kindern als menschliche Wesen. Ohne
Geburtsnachweis sind Kinder besonders für Ausbeutung
und Missbrauch gefährdet und können als Erwachsene
das Recht auf Staatsbürgerschaft verlieren. In einigen
Ländern können Kinder ohne Geburtsnachweis nicht
geimpft oder eingeschult werden. Als Erwachsene können
sie nicht heiraten, kein Bankkonto eröffnen, keinen
Pass oder Stimmrecht erhalten. Ein Nachweis über
das Alter ist für Kinder entscheidend für den
Schutz gegen Kinderarbeit oder vorzeitigen Einzug in die
Armee. Kinderhändler konzentrieren sich typischerweise
auf Kinder, die schwer wieder zu finden sind, was Kinder
ohne Geburtenregistrierung in Flüchtlingslagern oder
Konfliktgebieten einem besonders großen Risiko aussetzt.
Geburtenregistrierung
ist auch entscheidend für das Funktionieren jeder
Nation. Jede Regierung braucht genaue Daten über
Geburten. Länder, die die Konvention über die
Rechte des Kindes und andere internationale Menschenrechtsabkommen
ratifiziert haben, haben sich verpflichtet, Kinder bei
ihrer Geburt zu registrieren. Nationale Systeme zur Geburtenerfassung
liefern wertvolle Daten, die die Länder für
die Planung und Ausarbeitung politischer Strategien benötigen,
um die Situation von Kindern zu beobachten und entsprechende
Ressourcen bereitzustellen.
Viele
Hindernisse für globale Geburtenregistrierung sind
angegangen worden. Aktionskampagnen haben die
öffentliche Nachfrage nach Geburtenregistrierung
gestärkt, Eintragungsgebühren wurden abgeschafft,
Eintragungsverfahren vereinfacht und Gesetze auf den neuesten
Stand gebracht, zum Beispiel durch die Abschaffung der
Vorschrift, dass Eltern ihre eigenen Identitätsnachweise
vorlegen müssen. Als Folge wurden viel mehr Kinder
registriert - und Ungleichgewichte zwischen einzelnen
Ländern verringern sich.
Die
Vereinten Nationen, nationale Regierungen und Organisationen
der Zivilgesellschaft haben die Führung übernommen.
Die Statistikabteilung der Vereinten Nationen, das Kinderhilfswerk
UNICEF, der UNO-Bevölkerungsfonds, nationale Regierungen
und eine Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen
haben zusammengearbeitet, um Gesetzesänderungen zu
erwirken, behördliche Registrierungssysteme aufzubauen
oder zu verbessern und um die öffentliche Nachfrage
nach Geburtenregistrierung zu stärken.
Zwei
von fünf Babys leben immer noch ohne Geburtsnachweis;
in Afrika südlich der Sahara ist nur eines von fünf
Babys registriert. Kinder ohne Geburtsnachweis sind ohne
grundlegenden Schutz, der durch die legale Form des Identitätsnachweises
gewährleistet ist. Es bedarf größerer
Anstrengungen, um weltweit Geburtenregistrierung durchzusetzen.
Wo
Geburtenregistrierungssysteme wegen systematischer Fehler
scheitern, sind besondere Anstrengungen nötig.
Hunderte von Kindern sind aufgrund von Diskriminierung
staatenlos: weil sie weiblich sind, bestimmten ethnischen
oder religiösen Gruppen oder einer anderen Minderheit
angehören.
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