HIV/AIDS

 

Logo
Publikation
PDF Version PDF Version

 

„Die aktive Teilnahme aller Partner im Kampf gegen Aids zu fördern habe ich zu meinem persönlichen Anliegen gemacht. Die Epidemie ist die größte Herausforderung für die öffentliche Gesundheit unserer Zeit und wir müssen zu ihrer Bekämpfung die Fachkenntnisse aus allen Bereichen der Gesellschaft nutzen. Ich rufe zu einer groß angelegten Kampagne auf, um den erforderlichen politischen Willen und die beträchtlichen zusätzlichen Mittel zu mobilisieren, damit wir bei der Vorbeugung, Aufklärung, Pflege und Behandlung einen großen Schritt voran kommen.“

Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen

 

Ein Wendepunkt im Kampf gegen HIV/Aids Ein Wendepunkt im Kampf gegen HIV/Aids
Warum gehandelt werden muss Warum gehandelt werden muss
Bericht des Generalsekretärs über HIV/Aids Bericht des Generalsekretärs über HIV/Aids
Verpflichtungserklärung Verpflichtungserklärung
Junge Menschen einbeziehen Junge Menschen einbeziehen
Zusammenarbeit ist entscheidend Zusammenarbeit ist entscheidend
Organisationen der Zivilgesellschaft Organisationen der Zivilgesellschaft

 

„Wenn die Generalversammlung im Juni ihre Sondertagung über Aids abhält, werden alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen Gelegenheit haben, ihr Engagement für den globalen Kampf gegen Aids zu bekräftigen. Ich freue mich auf diese Tagung, nicht wegen der schönen Wort die dort zweifellos gesagt werden, sondern wegen der greifbaren Ergebnisse, denen uns diese Tagung näher bringen soll. Mit dem Anbruch des neuen Jahrhunderts wächst auf jedem Fleck unseres Planeten die Erkenntnis über die schrecklichen Ausmaße dieser Epidemie. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die Welt eine wirksame und angemessene Antwort auf diese Epidemie fordert.“

Dr. Peter Piot, Exekutivdirektor des Gemeinsamen Programms
der Vereinten Nationen gegen HIV/Aids (UNAIDS)


Ein Wendepunkt im Kampf gegen HIV/Aids

Die HIV/Aids-Epidemie ist zu einer globalen Krise geworden, die auch globales Handeln erfordert. In vielen Ländern löst die Epidemie einen nationalen Notstand aus, fordert Menschenleben und macht jahrzehntelang schwer erkämpfte, soziale und wirtschaftliche Errungenschaften zunichte.

Trotz entschlossener Bemühungen, die Epidemie in Schach zu halten, gibt es keine Anzeichen dafür, dass sie nachlassen würde. Ausmaß und Auswirkungen der Epidemie übersteigen bei weitem die schlimmsten Befürchtungen, die vor einem Jahrzehnt geäußert wurden.

In den letzten 20 Jahren haben sich mehr als 56 Millionen Menschen mit HIV infiziert - das entspricht beinahe der Bevölkerung Großbritanniens. Etwa 22 Millionen Menschen starben an einer durch Aids ausgelösten Krankheit, darunter 4,3 Millionen Kinder.

Nur eine außergewöhnliche, weltweite Strategie kann die Ausbreitung der Krankheit noch eindämmen und eine Kehrtwendung herbeiführen.

Das ist durchaus zu schaffen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Welt eine Vielzahl an Erfahrungen gewonnen. Wir wissen mittlerweile, was im Kampf gegen HIV/Aids wirkungsvoll ist.

Was wir brauchen sind Geld und politisches Engagement, damit die gewonnenen Erkenntnisse weltweit umgesetzt werden können.

Um diesen Kampf voranzutreiben, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2000 beschlossen, eine Sondertagung über HIV/Aids einzuberufen.

Die Tagung wird vom 25. - 27. Juni 2001 in New York stattfinden - fast 20 Jahre nach dem Tag, an dem erstmals der klinische Nachweis von Aids gemeldet wurde.

Die Sondertagung über HIV/Aids soll einen Wendepunkt im Kampf gegen Aids einleiten. Sie soll politische Führungsstärke auf höchster Ebene aktivieren, internationale Maßnahmen verstärken und beschleunigen und die erforderlichen Mittel mobilisieren.

Hochrangige nationale Delegationen werden Aktionspläne prüfen, die sich als besonders wirksam erwiesen haben. Sie werden neue Schritte und neue Partnerschaften beraten. Interaktive Diskussionen an Runden Tischen sollen Regierungschefs, Aids-Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen und Partner aus der Privatwirtschaft zusammenführen.

Die Ziele der Sondertagung müssen ehrgeizig sein. Die Tagung soll ein solides Fundament für einen globalen Konsens über die wesentlichen Elemente erfolgreicher Gegenmaßnahmen schaffen.


 
Frauen Warum gehandelt werden muss:
Ribbon Insgesamt haben sich mehr als 56 Millionen Menschen mit HIV infiziert.
Ribbon Rund 22 Millionen Menschen sind an Aids gestorben, darunter 4,3 Millionen Kinder.
Ribbon Im Jahr 2000 gab es weltweit 5,3 Millionen Neuinfektionen.
Ribbon Rund drei Millionen Menschen sind im Vorjahr an Aids gestorben.
Ribbon Jeden Monat infizieren sich weitere 440.000 Menschen mit HIV.
Ribbon Derzeit sind fast 1,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren infiziert.
Ribbon Mehr als 25,3 Millionen Menschen in den Ländern südlich der Sahara sind HIV-infiziert.
Ribbon In Süd- und Südostasien tragen fast sechs Millionen Menschen den Virus in sich. In Ostasien und im pazifischen Raum sind weitere 640.000 Personen HIV-positiv.
Ribbon In Lateinamerika und der Karibik sind 1,8 Millionen Menschen HIV-infiziert.
Ribbon In Mitteleuropa und Zentralasien ist die Epidemie zwar noch jünger, hat aber bereits 700.000 Menschen erfasst.
Ribbon In Westeuropa, Nordamerika, Australien und Neuseeland leben rund 1,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. In Nordafrika und im Nahen Osten sind 400.000 Menschen infiziert.
 


 

Bericht des Generalsekretärs über HIV/Aids

„Es ist technisch, politisch und finanziell möglich, die HIV/Aids-Epidemie einzudämmen und ihre Verbreitung und Auswirkung drastisch zu reduzieren“, erklärte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, in seinem Bericht über HIV/Aids, den er Ende Februar 2001 zur Vorbereitung der Sondertagung vorgelegt hat.

Der Generalsekretär ruft darin zu stärkerem politischen und finanziellen Engagement aller Länder im Kampf gegen die weltweite HIV/Aids Krise auf. Insbesondere appelliert er an die Regierungen, in sieben entscheidenden Bereichen tätig zu werden, um zur Eindämmung der Epidemie beizutragen:

  • Führungsstärke und Koordination zeigen,
  • die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie dämpfen,
  • die Gefährdung von Menschen, die dem höchsten Risiko einer HIV- Infektion ausgesetzt sind, reduzieren,
  • bereits vereinbarte Ziele zur Verhinderung von HIV-Infektionen verwirklichen,
  • Pflege und Unterstützung für infizierte und von HIV/Aids betroffene Menschen sicherstellen,
  • relevante und wirksame internationale Medikamente entwickeln,
  • ausreichende Finanzmittel mobilisieren.

Vor allem die Millionen betroffenen Menschen in den Entwicklungsländern brauchen medizinische Behandlung und Pflege, betont der Generalsekretär in seinem Bericht. Der bessere Zugang zur Gesundheitsfürsorge und billigeren Medikamenten müssen im Kampf gegen HIV/Aids Priorität erhalten. Das gleiche gilt für die erforderliche Sanierung und Verbesserung der öffentlichen Gesundheitssysteme in vielen armen Ländern.

Der Bericht hebt hervor, dass die sozioökonomischen Auswirkungen der Epidemie reduziert werden müssen. Auch gegen gesellschaftliche Faktoren, welche Menschen für HIV-Infektionen anfällig machen, müsse etwas unternommen werden - insbesondere gegen die fehlende Gleichberechtigung der Geschlechter, soziale Ächtung, Konflikte, Kriege und wirtschaftliche Umwälzungen.

Die Strategien zur Vorbeugung der Krankheit müssen ausgeweitet werden. Dabei sind Präventionsmaßnahmen zur Unterbindung einer Mutter-Kind-Übertragung besonders wichtig. Dringender Bedarf bestehe auch für gezielte internationale Forschung, um Mikrobizide und Impfstoffe gegen HIV/Aids zu entwickeln.

Erfolgreiche Maßnahmen gegen HIV/Aids haben ihre Wurzeln in der Gemeinschaft, erläutert der Generalsekretär in seinem Bericht. Dazu zählen die aktive Einbeziehung der Menschen mit HIV/Aids in diese Maßnahmen und die Stärkung der Position junger Menschen und Frauen. Der Schutz der Menschenrechte und die Bildung neuer Partnerschaften sind weitere Erfolgsrezepte, die der Generalsekretär in seinem Bericht nennt.

Der volle Text des Berichts ist im Internet unter http://www.un.org/ga/aids abrufbar.

 


 

Verpflichtungserklärung

Auf der Sondertagung ist die Verabschiedung einer Verpflichtungserklärung durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen vorgesehen, welche die angestrebten Hauptziele definiert.

Die Erklärung soll ein Meilenstein für künftige Entscheidungsfindungen über HIV/Aids-Maßnahmen von Regierungen und zwischenstaatlichen Organisationen sein. Den Akteuren der Zivilgesellschaft soll sie als wirkungsvolles Instrument für ihren Einsatz dienen.

Die Verpflichtungserklärung wurde im Verlauf von informellen Konsultationen ausgearbeitet, die unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Generalversammlung, Harri Holkeri (Finnland) stattfanden. Botschafterin Penny Wensley (Australien) und Botschafter Ibra Deguène Ka (Senegal) leisteten dabei wichtige Hilfestellung.

 


 
Mädchen

Junge Menschen einbeziehen

Die Tatsache, dass unverhältnismäßig viele junge Menschen von HIV/Aids betroffen sind, zeigt, wie gefährdet die Jugend in vielen Gesellschaften ist. Sie sind aber die Zukunft ihrer Familien, Gemeinschaften und Länder. Jede Strategie gegen HIV/Aids muss daher besonders auf den Schutz junger Menschen und ihrer Rechte achten. Das heißt, sie müssen alle erforderlichen Informationen, Dienstleistungen und Mittel erhalten, um sich gegen Aids schützen zu können. Die Erfolgschancen werden wesentlich besser, wenn junge Menschen bei den Entscheidungen, die sie selbst betreffen, auch selbst mitwirken, wenn Erwachsene ihnen zuhören und sie respektieren und wenn man ihnen ermöglicht, ihre ungeheure Kreatitivät und Energie mit einzubringen.

Eine erfolgreiche Strategie gegen die Epidemie hängt maßgeblich von der Einbeziehung junger Menschen ab. Deshalb fanden in Vorbereitung auf die Sondertagung auch eine Reihe wichtiger Aktivitäten mit jungen Menschen statt, um ihre Rolle im Kampf gegen HIV/Aids aufzuzeigen und sie in den aktuellen Dialog mit einzubeziehen.

Die Bemühungen junger Menschen zur Förderung des öffentlichen Bewusstseins und zur Unterstützung von Verhütungskampagnen werden in den Medien publiziert. Außerdem will man die Jugend zu Stellungnahmen über Maßnahmen bewegen, die den Kampf gegen HIV/Aids verstärken könnten. Ihre Vorschläge sollen entsprechend dokumentiert werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Laura Borden, Jugendkoordinatorin der Sondertagung der UNO-Generalversammlung, unter borden@unaids.org.

 


Zusammenarbeit ist entscheidend

Entschlossenes Handeln der Regierungen ist für den Kampf gegen HIV/Aids von entscheidender Bedeutung. Aber die Regierungen können langfristige Erfolge nicht alleine erzielen. Ihre Durchschlagskraft vervielfacht sich, wenn sie mit anderen Akteuren zusammenarbeiten - mit der Zivilgesellschaft, mit Unternehmen, jungen Menschen und den Medien, um nur einige zu nennen. Die UNO-Organisationen arbeiten in diesem entscheidenden Kampf Hand in Hand mit den Regierungen und allen Beteiligten.

Die Regierungen stehen im Mittelpunkt der HIV/Aids-Strategien. Nationale Maßnahmen sind am erfolgreichsten, wenn sie in öffentliche Gesundheitsprogramme eingebettet sind, die die Menschenrechte achten, und wenn Präventionsmittel, Pflege und Unterstützung für jedermann zugänglich sind. Die Regierungen können dafür sorgen, dass HIV/Aids-Programme sektorübergreifend durchgeführt werden. Vor allem aber sollen sie Vorreiter im Kampf gegen die Epidemie sein.

Die Unternehmen spielen eine große Rolle für eine wirksame Anti-Aids-Strategie - eine Rolle, die über die bloße Finanzierung von HIV/Aids-Projekten weit hinausgeht. Das Mindeste, was sie beitragen können, ist für HIV-Prävention und damit zusammenhängende Programme am Arbeitsplatz zu sorgen. Aber sie können noch mehr tun, z.B. Aktivitäten an ihrem Unternehmensstandort unterstützen. Partnerschaften auf allen Ebenen - mit anderen Unternehmen (z.B. durch die Gründung nationaler Wirtschaftsforen gegen Aids), mit Regierungen und NGOs - erhöhen die Wirkung solcher Maßnahmen. Außerdem können sie ihre Marketing- und Fundraising-Talente in den Dienst der HIV/Aids-Gemeinschaft stellen.

Die Medien spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bewusstseinsbildung und Aufklärung über HIV/Aids. Es bleibt eine tragische Tatsache, dass Dutzende Millionen Menschen auf der ganzen Welt nach wie vor nicht wissen, wie sie sich gegen HIV/Aids schützen können. Schlimmer noch, 90% der HIV-Infizierten wissen noch nicht einmal von ihrer Infektion. Dauerhafte und genau konzipierte Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig, um über die Immunschwächekrankheit aufzuklären. Dabei sollten sich die Medien an die Spitze dieser Kampagnen stellen.

 

Die UNO-Organisationen
Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen gegen HIV/Aids (UNAIDS)

Als führendes Programm der weltweiten Maßnahmen gegen HIV/Aids hat UNAIDS die globale Aufgabe, eine breit angelegte Strategie zur Bekämpfung der Epidemie anzuführen, zu stärken und zu unterstützen. Gemeinsam mit sieben Co-Sponsoren - UNICEF, UNDP, UNFPA, UNDCP, UNESCO, WHO, Weltbank - hat das Gemeinsame Programm Ländern dabei geholfen, ihre eigenen nationalen Pläne zur Verhinderung der Ausbreitung von HIV auszuarbeiten, den Infizierten und von der Krankheit Betroffenen Pflege und Unterstützung zu gewähren und mit den Auswirkungen der Epidemie auf allen Ebenen der Gesellschaft - vom einzelnen Haushalt bis zur nationalen Wirtschaft - umzugehen.

Zur ständigen Erweiterung ihres Arbeitsbereiches und ihrer Unterstützungsmaßnahmen gehen die UNO-Organisationen strategische Allianzen mit Regierungen, der Privatwirtschaft, Stiftungen, religiösen Gruppen und Gemeinschaften sowie mit regionalen und nationalen Netzwerken ein.


 
Mann

Organisationen der Zivilgesellschaft

Organisationen der Zivilgesellschaft sind wichtige Kräfte im Kampf gegen HIV/Aids - besonders jene Gruppen, die Menschen mit HIV-Infektionen vertreten. Sie können die Dynamik der Arbeit auf Gemeinschaftsebene in umfassendere Strategien einbringen. Sie helfen, neue Aktivitäten ins Leben zu rufen und die Aufmerksamkeit auf vernachlässigte Aspekte der Epidemie zu lenken. Zusammen mit nationalen und internationalen Initiativen wird ihre Rolle zunehmend wichtiger.

Ein elektronisches Forum (per E-Mail) soll Anregungen, Ideen und Prioritäten der Organisationen der Zivilgesellschaft in die Vorbereitung und den Ablauf der Sondertagung einfließen lassen. Themen, die im e-forum aufkommen, werden zusammengefasst und den Regierungsdelegationen in der Vorbereitungszeit zur Sondertagung zugänglich gemacht.

Wenn Sie am e-forum teilnehmen möchten, senden Sie eine E-Mail an break-the-silence@hdnet.org. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.hdnet.org erhältlich.

 

Herausgegeben von der Hauptabteilung Presse und Information der Vereinten Nationen, DPI/2194
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC Bonn)
Stand: April 2001


UNIC Logo
Zurück  Startseite  Nach oben